Burkardroth
Entwicklung

Eine zweite Gruppe für die Krippe

Seit neun Jahren bietet die Kita Burkardroth Betreuung für Kinder unter drei Jahren an. Der bestehende Anbau reicht nicht mehr aus.
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Tanja Wehner-Loibersbek ist schon seit 2008 Mitarbeiterin in der Schatzkiste, der Krippe der Kita Burkardroth. Hier weilt sie mit einem Teil ihrer Schützlinge im Spielgarten. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Tanja Wehner-Loibersbek ist schon seit 2008 Mitarbeiterin in der Schatzkiste, der Krippe der Kita Burkardroth. Hier weilt sie mit einem Teil ihrer Schützlinge im Spielgarten. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
"Auf die Plätze, fertig, los." So rufen die Kinder. Und schon saust Coco die Rutsche hinunter. Anfangs sitzend, später liegend. Xaver, Jakob, Stella und Cataleja machen es der Zweijährigen begeistert nach. Bemerkenswert rücksichtsvoll und immer mit genügend Abstand. Das hätte man den Kleinen gar nicht zugetraut. Nur Theodor rutscht nicht. Der kleine Mann ist erst zehn Monate alt und noch krabbelnd unterwegs. Deshalb beobachtet er das Treiben sicher auf dem Schoß von Tanja Wehner-Loibersbek.
Doch dann drängt sich Mika dazwischen, fordert seine Kuscheleinheiten ein. Kurzerhand setzt die Betreuerin Theodor ins Gras. Statt zu protestieren, wendet sich der Kleine einem Stück Holz zu. Mit großen Augen bestaunt er es, dreht es in seinen Fingern, während Coco und die kleine Rasselbande weiter die Rutsche hinuntersausen.
Lange währt das Treiben nicht, denn es ist anstrengend. Deshalb ziehen sich die Jungen und Mädchen nach kurzer Zeit wieder Richtung Haus zurück. Dort liegen auf einer überdachten Fläche mit Fallschutzplatten Kreidestückchen und laden zum Malen ein. Während Jakob fröhlich drauf los legt, bleibt Coco zurückhaltend. Zunächst beobachtet sie nur. Doch dann siegt die Neugierde, es selbst auszuprobieren.


Schwierige Eingewähnungszeit

Hört sich alles einfach und idyllisch an, ist aber ein hartes Stück Arbeit. Schließlich hat das Kindergartenjahr auch in der Schatzkiste, der Krippe der Kita Burkardroth, erst vor wenigen Wochen begonnen. Das Vertrauen zwischen den Kindern und den drei Betreuerinnen musste erst aufgebaut werden. Inzwischen haben sich die meistens der Kleinen ganz gut eingelebt, auch der kleine Theodor, der Jüngste in der Gruppe. "Wir betreuen momentan 13 Jungen und Mädchen unter drei Jahren hier", erklärt Krippenleiterin Lena Ledermann. Ab Oktober werden es 15 Kinder sein, bis zum Januar steigt die Zahl auf 22 an. Die Staffelung ist notwendig, da die Eingewöhnungszeit für die Kleinen am schwierigsten ist. Da können nicht alle auf einmal kommen, da gäbe es viele Tränen.


Kinder sind in guten Händen

Auch der zweijährige Benjamin hat anfangs geweint. "Doch sobald wir zuhause sind, möchte er am liebsten wieder in die Kita gehen", erzählt Martina Scheuplein, seine Mutter. Sie holt den Jungen gerade ab, zieht ihn für die Fahrt nach Hause an. Die 32-Jährige ist froh, dass es die Schatzkiste gibt. "Ich weiß, dass er hier in guten Händen ist, dass es ihm gut geht", fügt sie hinzu. Zwar könnte sie Benjamin auch von den Großeltern betreuen lassen. Dennoch zieht die junge Frau die Krippe vor. "Die sozialen Kontakte, die er hier hat, sind mir wichtig und dass er lernt, es ist nicht alles meins", sagt sie. Aus dem Bekanntenkreis weiß sie, dass viele Familien auf die Betreuung in der Krippe angewiesen sind. "Viele Großeltern sind noch berufstätig, manche wohnen gar nicht hier."


Große Nachfrage

Zuhause bleiben, bis die Kinder drei Jahre alt sind und in den Kindergarten gehen können, ist für viele Frauen keine Option mehr. Häufig sind sie hervorragend ausgebildet, wollen trotz Kindern berufstätig sein und gehen deshalb Kompromisse ein. So auch Martina Scheuplein, die in der Verwaltung einer Rehaklinik zwei Tage pro Woche arbeitet. "Ich liebe es, Mama zu sein, aber auch, anders gebraucht zu werden." Zudem seien heutzutage etliche Familien auf das Nebeneinkommen der Frau angewiesen. Eine Erfahrung, die auch Lena Ledermann gemacht hat. "Entsprechend groß ist die Nachfrage, die Kinder bei uns in der Krippe unterzubringen", sagt sie. Durchaus auch schon ab einem Alter von unter einem Jahr.
2007 war die Kita Sankt Burkardus die erste im Markt Burkardroth, die sich auch für unter Dreijährige öffnete. "Wir haben in einem Raum begonnen und viel improvisiert. Bei den Stühlchen beispielsweise die Beine abgesägt, um die richtige Sitzhöhe zu haben", erinnert sich Lena Ledermann.
Inzwischen ist die Krippe professionell aufgestellt und ausgerüstet. Seit 2011 gibt es einen eigenen Anbau, der inzwischen zu klein geworden ist. "Deshalb haben wir ein zweites Gruppenzimmer dazubekommen", so Ledermann. Darin wurden bisher die Schulkinder betreut, die sich nun in Räumen der benachbarten Mittelschule aufhalten.


Genug Betreuungsplätze

Ähnlich sieht die Entwicklung in den anderen Kindergärten des Marktes Burkardroth aus. "Es dürfte kein Problem mehr sein, Betreuung für ein Kind unter drei Jahren zu bekommen. Es gibt in allen sieben Kindergärten ein Krippenangebot", bestätigt Bürgermeister Waldemar Bug (ödp).
Mehrere Millionen Euro haben der Markt, die Kirche und der Freistaat in die zahlreichen Neu- und Anbauten gesteckt. Die nächsten Projekte stehen ebenfalls schon fest. So soll die Kita in Gefäll abgerissen und neugebaut werden. Auch in der Burkardrother sind Veränderungen dringend notwendig, denn der ältere Gebäudeteil der Einrichtung stammt noch aus den 1970er-Jahren und ist stark sanierungsbedürftig. Entweder wird dieser abgerissen und neu aufgebaut oder aufwendig saniert. "Jedoch ist noch nichts entschieden", so der Bürgermeister. In der Schatzkiste hingegen schon. Dort haben die Kleinen inzwischen zu Mittag gegessen. Der kleine Theodor schläft, Coco und Stella wurden abgeholt, Jakob, Cataleja und Xaver spielen.

Statistik Im Markt Burkardroth werden derzeit 71 Kinder unter drei Jahren in den sieben Kinderkrippen bereut. Parallel dazu nutzen insgesamt 76 Grundschulkinder die Nachmittagsangebote der Kitas und sogar mehr als 50 Jungen und Mädchen über zehn Jahre gehen in die Offene Ganztagesschule (OGS).
Quelle: Rathaus Burkardroth
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