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Waldfenster
Theater

Eine gelungene Premiere

Nach zwölf Jahren brechen die Theaterfreunde mit ihrer Tradition, führen statt zwei Stücken "nur" einen Dreiakter auf.
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Gerhard Schlereth spielt in dem Stück den Ehemann von Anni Seidenspinner, dargestellt von Margot Eckert. Er ist wirklich ein armes Würstchen, muss sich mal wieder eine Predigt anhören, die Lioba Michel, alias Steffi Schlereth (rechts), lächelnd verfolgt. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Gerhard Schlereth spielt in dem Stück den Ehemann von Anni Seidenspinner, dargestellt von Margot Eckert. Er ist wirklich ein armes Würstchen, muss sich mal wieder eine Predigt anhören, die Lioba Michel, alias Steffi Schlereth (rechts), lächelnd verfolgt. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
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Lustig, unglaublich lustig. So lässt sich die diesjährige Darbietung der Waldfensterer Theaterfreunde am besten beschreiben. "Die Nacht der Nächte", so heißt das Stück von Regina Rösch, das sie heuer aufführen. Am Freitag wurde die Premiere im Pfarrgemeindezentrum gefeiert. Das Publikum war hin und weg vor Begeisterung, ging nach der Vorstellung mit einem durchweg breiten Grinsen nach Hause.

Maria Biemüller-Marschall ist eine davon und voll des Lobes. "Diese Theatergruppe ist eine der besten, die wir kennen", sagt sie. Biemüller-Marschall wohnt seit über 40 Jahren in Offenbach, ist mit ihrem Mann und ihrem Bruder sowie mit Freunden regelmäßig zu Gast bei den Theatertagen in Waldfenster, die heuer bereits zum 13. Mal stattfinden. "Es ist hier immer sehr lustig, sonst würden wir nicht kommen", fügt sie hinzu. Probleme mit dem Dialekt haben sie nicht. "Ich stamme aus Oehrberg, fahre regelmäßig dorthin", erklärt die Rentnerin. Ihr Mann habe sich inzwischen so gut an die Sprache gewöhnt, so dass auch er versteht, was auf der Bühne gesprochen wird.


Männer sind die Leidtragenden

Dort geben diesmal Lioba Michael (Steffi Schlereth) und Anni Seidenspinner (Margot Eckert), die gemeinsam eine Männer-Verleih-Agentur betreiben, den Ton an. Die beiden resoluten Damen mischen sich in ausgeprägter Besserwisser-Manier in alles ein. Leidtragende sind nicht nur ihre beiden Models und Ehemänner Egon (Frank Heckelmann) und Alois (Gerhard Schlereth), sondern auch Liobas Sohn Florian (Pacal Pfülb) und dessen Verlobte Marita (Nina Hahn).
Lediglich Maritas Mutter Gretchen (Christa Kliem) lässt sich nicht alles gefallen, sorgt jedoch mit ihren Weissagungen beim Kartenlegen für manches Durcheinander. Ordentlich Schwung bringt schließlich Detlef (Thomas Kropp) in das Ganze, sehr zum Leidwesen von Top-Model Dieter (Harald Wehner).
Egal, ob es Streit zwischen den Eheleuten, Mutter und Sohn oder unter den Frauen gibt, oder die Männer ihre Freundschaft pflegen und Wunden lecken, irgendwie findet sich jeder Zuschauer in dem Stück wieder. In diesem wird trotz viel alltäglichem Einerlei eine spannende Geschichte erzählt, das Ganze mit ordentlich Humor und teils derben Späßen aufgelockert. Zudem bieten die Männer eine witzige musikalische Tanzeinlage. Schließlich fiebert und leidet man als Zuschauer mit den Darstellern mit, hofft auf ein Happy End. Das kommt dann auch, aber ganz anders als erwartet.
Dem Publikum am Freitagabend gefiel es, es belohnte das Spiel mit kräftigem Applaus und zahlreichen Bravo-Rufen. Auch Martina Schlereth, die Ehefrau von Darsteller Gerhard Schlereth, ist begeistert von dem Premierenabend. Sie hat diesmal souffliert und erstmals in ihrem Leben Regie geführt. "Ich dachte, ich sitze da ganz entspannt und lese den Text mit. Doch stattdessen habe ich richtig gezittert und mitgefiebert", beschreibt sie, wie sie die Aufführung erlebt hat. Bisher war sie immer nur Zuschauerin, dieses Jahr hat sie als Regisseurin großen Anteil am Erfolg des Stückes. Doch darauf reagiert Martina Schlereth recht bescheiden. "Hut ab vor der Leistung der Laiendarsteller. Ich bin sehr zufrieden mit ihnen, musste nur wenig eingreifen", sagt sie.


Ein klasse Publikum

Neu im Team ist auch Darstellerin Nina Hahn, die die Rolle der Marita spielt. "Ich war gar nicht aufgeregt, nur zwischendurch mal kurz", erzählt sie. Das Gefühl, vor einem voll besetzten Saal zu agieren, habe sie überrascht. "Es ist total anders, vor Publikum zu spielen. Es war teilweise sauschwer", so die 21-Jährige. Doch die Zuschauer haben ihr geholfen, ordentlich mitgemacht und sämtliche Laienschauspieler schließlich zur Höchstform auflaufen lassen. "Das Publikum war einfach klasse. Die Leute haben alszu gelacht", erklärt Hauptdarstellerin Steffi Schlereth, wie das funktionierte. Kein Wunder, schließlich war der Abend lustig, unglaublich lustig.

Restkarten Für die Aufführungen am Wochenende des 28./29. und 30. Oktober jeweils um 19 Uhr im Pfarrgemeindezentrum (PGZ) Waldfenster sowie am Sonntag, 30. Oktober, um 14 Uhr, gibt es noch Restkarten. Diese können unter Tel.: 09734/ 636 reserviert werden.
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