"Früher war es selbstverständlich, beim Wirtshausbesuch neben Unterhaltung und Kartenspielen miteinander zu singen, vor allem die Lieder, die jeder in Schule, Jugendgruppe oder Familie erlernt hatte", erinnerte Otmar Lutz, der durch den Abend führte. "Es förderte einfach das frohe, gesellige Miteinander." Zudem habe es einst nur wenige andere Freizeitmöglichkeiten gegeben. Und: "Die Welt war noch klein. Wer kam schon weit von zu Hause weg?" Dies hatten die meisten Gäste selbst noch erlebt. Daher machten sie den Schritt in diese "andere, bestimmt nicht in jeder Hinsicht gute, alte Zeit" gerne mit.

Die 130 Besucher sangen Weisen wie "Das Wandern ist des Müllers Lust", "Im schönsten Wiesengrunde", "Wahre Freundschaft", "Am Brunnen vor dem Tore", "Wir lieben die Stürme", "Wohlauf in Gottes schöne Welt" oder "Kein schöner Land in dieser Zeit" mit. Inbegriffen waren gemäß dem gewählten Motto Franken- und Rhönlied, die "Mürschter Prozession" sowie Instrumentalstücke wie ein Rhöner Galopp oder die Haferstrompolka.
Viel Freude machte Lutz mit so mancher Mundartepisode wie vom Fräle, das so gern zum Beichte geht, und vom Fritzle, das dem Pfarrer frisch Geschlachtenes bringt. Einen besonderen Brauch aus Oerlenbach schilderte der "Erlenwalzer" als Liebeserklärung, mit dem einst jedes Brautpaar angespielt wurde.

Das Wirtshaussingen sollte - wie Lutz erläuterte - ein Akustiktest für die Kulturscheune sein. Die Gemeinde - so schlug er vor - sollte die Tester für ihren Dienst mit freiem Getränkeverzehr belohnen. Ob die aufgehängten Fahnen den Schall verbessert hätten, ließ er offen. Klar aber seine Gratulation an das Geburtstagskind, den FC Eltingshausen: "Wir spielen für euch heute gratis!"

Das erste Eltingshäuser Wirtshaussingen, das mit "Ein schöner Tag" und "`s is Feierabend" ausklang, empfanden Gäste und Gastgeber als rundum gelungene Sache. Ob mit Wander- oder Jägerliedern, ob mit schmissigen oder besinnlichen Melodien, die Besucher hätten nichts gegen eine Neuauflage einzuwenden.