Bad Kissingen
Nachruf

Ein Leben zwischen Kunst und Königen

Die frühere Schauspielerin Marina Dehnhardt ist wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag gestorben. Als Marina von Ditmar spielte sie an der Seite von Hans Albers und anderen Ufa-Größen.
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Marina Dehnhardt mit ihrem Mann im Jahr 1989 Foto: Archiv
Marina Dehnhardt mit ihrem Mann im Jahr 1989 Foto: Archiv
Bad Kissingen — Wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag ist Marina Dehnhardt gestorben. Geboren wurde sie als Marina von Ditmar am 30. Oktober 1914 in Petrograd, das heute wieder St. Petersburg heißt, und entstammte einem baltischen Adelsgeschlecht. Unter ihrem Mädchennamen machte sie in den 30er und 40er Jahren Karriere als Schauspielerin.

Glanzrolle in "Münchhausen"

Laut Wikipedia begann sie am Theater und spielte unter anderem an der Volksbühne Berlin (1937 bis 1939). Schnell wurde sie auch für Filme engagiert wie "Die Czardasfürstin" (1934) mit Hans Söhnker, "Der eingebildete Kranke" (1935) an der Seite von Fritz Odemar und "Stadt Anatol" (1936) mit Brigitte Horney. In der Bremer Zeitung war im August 1934 nach der Premiere des Films "Die Czardasfürstin" über sie zu lesen: "Sie trug den Löwenanteil des Szenenbeifalls. Marina von Ditmar, voller Kinoromantik mit einem gesegneten Mundwerk, anständig und offen."
Besonders als Sophie von Riedesel in dem Ufa-Film "Münchhausen" (1943) an der Seite von Hans Albers wurde sie zu einem beliebten Filmstar des Deutschen Reichs.
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Ditmar bis etwa 1952 nur noch in wenigen Filmen, beendete ihre Karriere, zog sich völlig ins Privatleben zurück.
Sie heiratete den Bad Kissinger Arzt und Sanatoriumsbesitzer Hans-Georg Dehnhardt (1913-2001). Dessen Sohn ist der Dokumentarfilmer Sebastian Dehnhardt.
Dank persönlicher Kontakte zur Politik, zum Adel und zur Welt von Film und Theater konnte das Ehepaar in den folgenden Jahrzehnten viele prominente Gäste in seinem Bad Kissinger Sanatorium empfangen. Darunter war 1960 auch das thailändische Königspaar Bhumibol Adulyadej und Sirikit. Sie besuchten Bundespräsident Heinrich Lübke, der damals zur Kur in Dehnhardts Sanatorium war, und dessen Ehefrau Wilhelmine. red


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