Zur besseren Konzentration für die Zuhörer ist die Aula total abgedunkelt. Denn nur der Hörsinn soll gezielt angesprochen werden. Dann flammt ein Scheinwerferspot auf. Die Moderatoren David Krampert, Laura Herth und Luis Nakchbandi betreten die Bühne im Scheinwerferlicht und künden die Titel der neuen Hörbuch-CD an. "Bis dass der Tod uns scheidet", "Das Treffen", "Die Liga der rothaarigen Männer", "Tote Schwestern erben nicht" oder "Wohin schießen die denn?" lauten diese Titel der zwischen knapp drei und rund 14 Minuten langen Geschichten. Alsbald sind die Zuhörer in deren Bann gezogen.
"Das Projekt hat uns Kursteilnehmer wie ein Virus gepackt und faszinierte uns immer mehr", bestätigt Laura Hereth unumwunden. Nur die besten der aus diesem Kreis vorgeschlagenen Geschichten wurden am Ende für die Produktion ausgewählt. "Dann haben wir diese Stories bearbeitet und in Dialogform umgeschrieben", beschreibt die Gymnasiastin den weiteren Arbeitsprozess.

Viel Detailarbeit


Unnötige Sätze seien gestrichen worden und verbale Geräuschbeschreibungen durch echte Geräusche, wie zum Beispiel Schüsse, Schreie oder Gewitterdonner, bei der Produktion der Tonaufnahmen ersetzt. "Dieser zusätzlicheAufwand kostete uns viel Zeit", bestätigt ihr Seminarkollege David Krampert. "Aber ohne diesen Aufwand wäre unsere CD nicht so lebendig und hörenswert", meint er.
"Die Geschichten haben wir also nicht eins zu eins wiedergegeben, sondern erst einmal in häppchengerechte Hörform gebracht", schwärmt Luis Nakchbandi von dem CD-Endergebnis nach umfangreichen Vorarbeiten. Was zunächst als Pflichterfüllung im Rahmen eines frei wählbaren P-Seminars vor einem Jahr begann, begeisterte die 14 beteiligten Schüler im Laufe der Zeit immer mehr. Pro Woche war eine Doppelstunde für das Seminar eingeplant. Die betreuenden Lehrerinnen Jana Melzer und Eva-Maria Lemmerich stellen mit Freude fest, wie selbstständig die Gymnasiasten aus den zwölften Klassen schon arbeiten. "Die Schüler schauten auch über den Tellerrand des Frobenius-Gymnasiums und holten sich draußen Ratschläge bei Grafikern für die optische Gestaltung der CD-Hülle. Sie kontaktierten auch einen regionalen Radiosender", bestätigt Lemmerich.

An alles war gedacht


So hatten die Schüler nicht nur ihre Stimmen für die Tonaufnahmen begeistert eingesetzt, sondern auch die Technik für Licht und Mikrofon bei der Präsentation ihrer Hörbuch-CD in den Griff bekommen. Der Service für die Zuhörer beinhaltete am Dienstagabend nicht nur die Versorgung mit Hörhäppchen. Die Gymnasiasten boten darüber hinaus essbare Häppchen zur Pausenzeit, die Präsentation von Plakaten und sogar einen CD-Verkauf. Die finanziellen Erlöse sollen als Spende an das Frobenius-Gymnasium dem guten Zweck für weitere Seminare dienen, erklärte Melzer.
Die erfolgreiche Präsentation dieses Seminars ist für die Beteiligten zugleich auch der zeitliche Auftakt für die Endphase ihrer Abiturvorbereitungen. Werden doch schon im Mai die Prüfungsarbeiten geschrieben. "Unser öffentlicher Auftritt in der Aula hat unser Selbstbewusstsein gestärkt und die gesamte Seminararbeit hat unsere Teamfähigkeit unter Beweis gestellt", sind sich die Teilnehmer über den Erfolg einig.