Riedenberg
Umweltbildung

Ein Herz für Wildbienen

Auftakt für ein Projekt des Bundes Naturschutz. Viele Informationen für Obst- und Gartenbauvereine, Imker, Kindertagesstätten und Schulen.
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Klaus Mandery zeigt Interessierten, auf was es bei einem naturnahen Garten und bei einem wildbienenfreundlichen Insektenhaus ankommt. Foto: Elisabeth Assmann
Klaus Mandery zeigt Interessierten, auf was es bei einem naturnahen Garten und bei einem wildbienenfreundlichen Insektenhaus ankommt. Foto: Elisabeth Assmann
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Rund 70 Interessierte kamen zu der Auftaktveranstaltung des BUND-Umweltbildungsprojektes "Oasen der Artenvielfalt" nach Riedenberg ins Gemeindezentrum. Der Obst- und Gartenbauverein um Vorsitzende Dagmar Wengel und Joachim Hartling hatte Raum und Bastelmöglichkeiten vorbereitet.
Referent Klaus Mandery aus Ebern ist ausgewiesener Wildbienenexperte, hat in Ebern das Institut für Biodiversitätsinformation (IfBI) gegründet, auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz beim Geoartentag 2014 mehrere Hundert Artenspezialisten zum Kartiern versammelt und soeben einen Teil des Landkreises Bad Kissingen kartiert.


Begeisterung wecken

Jetzt galt es, seine Begeisterung für Insekten und deren Lebensräume an Naturliebhaber mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen zu vermitteln. "Wir haben vor allem Schulen, Kindertagesstätten, Obst- und Gartenbauvereine und Imker angeschrieben. Aber jeder kann als Pate mitmachen und ein Stück Erde mit den richtigen Pflanzen für Wildbienen interessanter machen", erklärte Projektleiterin Simone Hepp.
Mandery führte in seinem Vortrag in die Welt der Bienen ein. Von 20 000 Bienenarten leben etwa 564 in Deutschland, die Honigbiene ist nur eine von vielen, aber die einzige, die als "Haustier" gehalten wird. Mandery wusste Erstaunliches von den einzelnen Arten zu erzählen. Trauer-, Holz-, Sägehorn-, Masken-, Furchen- und Mauerbienen sind nur einige der vielen Arten, die es vor Ort gibt. Am stärksten gingen die Hummelarten von acht auf drei zurück, Grund ist die Intensivierung in Landwirtschaft und Gartenbau. Sie dienen auch als Indikatoren.
Die Kreisgruppe plant - ähnlich wie der Dachverband - Infomaterial zu Wildbienen herauszugeben, das dann an den Insektenhäusern aufgestellt werden kann. "Wir gehen auch mit einem Vortrag zu den Obst- und Gartenbauvereinen oder anderen interessierten Gruppen und schauen vor Ort, ob das Insektenhaus gut ist oder noch optimiert werden sollte," erklärte Simona Hepp.


Aus Lehm und Schilf

Im praktischen Teil bauten die Kinder Insektenbehausungen. Gerhard Röthlein von der BUND Ortsgruppe Werneck hatte viel Material mit den entsprechenden Informationen parat, zum Bispiel glatt abgesägte Schilf- und Holzröhren, Lehm und Sand. Da waren der Fantasie und dem Basteltrieb keine Grenze gesetzt, wenn einige Grundprinzipien beachtet wurden, wie zum Beispiel die Nisthilfe immer nach Süden auszurichten. Kleine Schneckenhäuser bringen nur etwas, wenn sie am Boden liegen, Holunder- und Brombeerstengel sollten am besten einzeln aufgehängt werden.
Am Insektenhaus der Grundschule Riedenberg erklärte Mandery, auf was zu achten ist. "Ein artenreicher Garten mit verschiedenen, einheimischen Blühpflanzen, die übers ganze Jahr verteilt blühen, braucht eigentlich keine Nisthilfe. Aber ein Insektenhaus eignet sich wunderbar zur Naturbeobachtung. Daher auch der Aufruf des Bundes Naturschutz an alle Schulen und Kitas, mitzumachen. Alte Bäume oder Vögelnisthilfen helfen Vögeln, die dann Schädlinge im Nutzgarten in Schach halten. "Wer einmal eine männliche Hummel (denn die sticht nicht) in der Hand gehalten hat, wird dieses Vibrieren und Summen nie wieder vergessen," sagte Mandery begeistert, und jeder Zuhörer bekam Lust, das mal auszuprobieren.


Umweltpaten gesucht

Die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz hat sich mit dem vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderten Umweltbildungsprojekt "Oasen der Artenvielfalt" vorgenommen, möglichst viele Umweltpaten zu gewinnen, um vor Ort Blühflächen und artenreiche Lebensräume zu schaffen.
Neben den richtigen Saatmischungen gibt es Anleitungen zu Nisthilfen Marke Eigenbau mit einfachen Mitteln (Schilf, Holzstämme). Auch Unterstützung beim Anbringen von Schwalbennestern und Kotbrettern bietet der BN an. Die Eier vom Kleinen Nachtpfauenauge können ab sofort wieder von der BN-Kreisgruppe bestellt werden. Interessenten können sich bei Projektkoordinatorin Simone Hepp (simone.hepp@yahoo.de, 09737 / 655 90 27) oder bei der BUND-Geschäftsstelle in Bad Brückenau (bn-badkissingen@gmx.de) melden. Wer sich über die Grenzen des Landkreises hinaus über die aktuelle Umwelbildung informieren möchte, hat hierzu am Samstag, 16. April, in Würzburg, Bahnhofstr. 4-6, von 10 bis 17 Uhr Gelegenheit. Die BN-Kreisgruppe Bad Kissingen und Klaus Mandery werden ebenfalls dort vertreten sein. http://www.umweltbildung-unterfranken.de
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