Maria Bildhausen
Golf

Ein Greenkeeper muss nicht nur den Rasen mähen

Frank Czarnietzki machte sein Hobby zum Beruf. Der gelernte Bankkaufmann hat eine zweite Ausbildung absolviert und ist jetzt Head-Greenkeeper auf dem Golfplatz in Maria Bildhausen.
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Frank Czarnietzki hat seinen Job als Bankkaufmann aufgegeben und eine zweite Ausbildung zum Greenkeeper gemacht. Jetzt arbeitet er als Head-Greenkeeper auf dem Golfplatz in Maria Bildhausen. Seine Ausbildung führte ihn sogar nach Paris. Foto: Anton Then
Frank Czarnietzki hat seinen Job als Bankkaufmann aufgegeben und eine zweite Ausbildung zum Greenkeeper gemacht. Jetzt arbeitet er als Head-Greenkeeper auf dem Golfplatz in Maria Bildhausen. Seine Ausbildung führte ihn sogar nach Paris. Foto: Anton Then
Die äußeren Bedingungen müssen stimmen, egal in welcher Sportart und Liga. Besonders hohe Anforderungen werden an die Qualität eines Golfplatzes gelegt, wollen die Spielerinnen und Spieler doch stets auf gepflegten Anlagen driven, pitchen, chippen und auf den Teppich ähnlichen Greens putten. Viel Arbeit wird im Hintergrund geleistet und verantwortlich ist der Greenkeeper. Diesen Beruf übt inzwischen auch Frank Czarnietzki aus, der seit 2003 mit seiner Familie in Weichtungen im Landkreis Bad Kissingen wohnt.

Sofort Feuer gefangen

Vom Golfvirus infiziert wurde der gelernte Bankkaufmann, als ihn sein damaliger Chef einer Schweinfurter Bank zu einem Schnupperkurs nach Maria Bildhausen mitnahm. "Da habe ich sofort Feuer gefangen. Es war super und hat gleich großen Spaß gemacht", sagt Czarnietzki. Als der Golfclub Maria Bildhausen auch noch einen Clubsekretär suchte, schlug er zu und wechselte den Beruf nach dem Motto "wo ich Sport treibe, kann ich auch arbeiten." Neben seiner Schreibtischtätigkeit interessierte Czarnietzki auch die Golfplatzpflege. Der Bildhäuser Greenkeeper Reinhard Michalk nahm ihn immer wieder mit auf den Platz, wo er beispielsweise Löcher versetzen durfte. Die vielfältigen Arbeiten auf dem Golfplatz faszinierten ihn und sein neues Ziel hieß Greenkeeper.

Als Assistent in Paris

Da Czarnietzki schon Golferfahrung hatte, konnte er als Quereinsteiger in Freising eine zweijährige Ausbildung zum Fachagrarwirt für Golfplatzpflege, kurz Greenkeeper, absolvieren. Zwei Jahre war er dann als Assistent auf einem Golfplatz in Paris tätig, ehe er im Jahre 2009 verantwortlicher Greenkeeper im Golfclub Geiselwind wurde.

Hier stehen ihm vier Mitarbeiter zur Seite. Drei Jahre erfolgreiche Arbeit sind notwendig, um die nächste Stufe zu erklimmen. Wiederum an der Staatlichen Technikerschule für Agrarwirtschaft Bayern in Freising schaffte Czarnietzki vor wenigen Wochen die Prüfung zum Fachagrarwirt Head-Greenkeeper. Unterschrieben ist die Urkunde von Hartmut Brunner, Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Um dieses hohe Ziel zu erreichen, sind gehörige Anstrengungen notwendig. Besonders dankbar ist Czarnietzki seinem "Mentor" Reinhard Michalk, zu dem er noch immer sehr enge Kontakte pflegt. "Die Arbeit im Freien mit dem Rhythmus der Natur", fasziniert den gebürtigen Dresdener besonders. Das heißt aber auch, sehr früh aus den Federn. Die eher außergewöhnliche Arbeitszeit erstreckt sich vom Sonnenaufgang bis zum Nachmittag.

Zahlreiche Tätigkeiten werden erledigt, bevor die ersten Golfer ihre Schläger schwingen. Und diese Tätigkeiten sind sehr vielfältig. Pflege der Greens, der Fairways, der Bunker, düngen, mähen, umstechen der Löcher, Ausbesserungen, Vorbereitungen für Turniere, Pflege der Gehölze, aber auch das Motivieren der Mitarbeiter und das häufige Kommunizieren mit den Spielern. Urlaub im Sommer ist aber kaum möglich.

Voraussetzung für die Ausbildung zum Head-Greenkeeper ist das aktive Golf spielen. "Ich muss schließlich wissen, wie der Platz gespielt werden kann und welche Wünsche die Spielerinnen und Spieler haben", sagt Czarnietzki, der aktuell Handicap 17,8 hat. Trotz der hohen Anforderungen sei über den eher außergewöhnlichen Beruf zu wenig bekannt. "Das ist viel mehr als nur der Rasenmäher", sagt der frisch gebackene Head-Greenkeeper, denn "ohne Greenkeeper geht auf dem Golfplatz gar nichts." Das Ansehen eines Golfclubs und die Anzahl der Greenfee-Spieler hängen primär von den Anforderungen und der Qualität des Platzes ab. "Durch mein Hobby habe ich zu meinen Traumberuf gefunden", sagt der 37-Jährige. Als weitere Hobbys nennt er seine Familie und Baseball, das er früher schon spielte und mit dem er bei den Schweinfurt Giants wieder einsteigen möchte. Rund 20 Jahre spielte er erfolgreich Basketball bei der SG Oerlenbach/Ebenhausen. "Damit ist nach dieser Saison aber Schluss", meint er.
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