Fuchsstadt
Waldbegang

Ein Friedwald an der Kapelle?

Der Gemeindewald ist nicht nur als Wirtschaftsfaktor ein Thema. An der Kohlenbergkapelle könnte auch ein Ruheforst entstehen.
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Einen Ruheforst an der Kohlenbergkapelle hat Fuchsstadts Bürgermeister Peter Hart (CSU) im Sinn. Gemeinderat und Bürgerschaft sollen über diese Idee entscheiden. Foto: Winfried Ehling
Einen Ruheforst an der Kohlenbergkapelle hat Fuchsstadts Bürgermeister Peter Hart (CSU) im Sinn. Gemeinderat und Bürgerschaft sollen über diese Idee entscheiden. Foto: Winfried Ehling
Finden auch unter Fuchsstadts Wipfeln künftig Menschen eine letzte Ruhestätte? Beim Waldbegang favorisierte Bürgermeister Peter Hart (CSU) die Idee eines Friedwaldes an der Kohlenbergkapelle, einem der schönsten Punkte der Gemeinde. Hier könnte im Umfeld des Gotteshauses und des Kreuzwegs ein kleines Urnengräberfeld entstehen. "Wir sollten darüber nachdenken", meinte der Ortschef. Er will den Gemeinderat und die Bürgerschaft auffordern, sich mit dem Thema zu beschäftigen und ihre Meinung kundzutun.
Der Bürgermeister sprach sich auch für den Erhalt des Mittelwaldes auf dem Plateau am Lehrpfad im Revier Kohlenberg aus, wobei die Hanglage zum Ort bearbeitet werden könnte. Eine Förderung käme hier allerdings nur bei Bewirtschaftung in Frage, stellte Forstoberrat Klaus Wilm klar. "Wenn die Gemeinde es will, belassen wir die Fläche".

Vor Wildverbiss schützen

Beim Eichenbestand im "Pfützental" soll die Naturverjüngung eine Chance haben. Zäune schützen bereits einen Teil der Verjüngungsflächen vor Wildverbiss. Wie Wilm informierte, findet regelmäßig eine Schadensermittlung auf ausgewählten Flächen statt. Da vor drei Jahren der Verbiss zu hoch lag, wurden für vier Jagdreviere neue Aussagen erstellt. Insbesondere im "Reitgrund" und im Pfützental stellten die Förster einen starken Verbiss bei Eichen fest, der jedoch inzwischen eingedämmt werden konnte. Im August ließ Revierförster Wolfgang Kuhlmann ein Fichtenbestand im "Dörnig" durchforsten, was Industrieholz und etwas Brennholz erbrachte. Hier soll auch eine Wegetrasse entstehen.

30 000 Euro für Beförsterung

Eine Entscheidung muss der Gemeinderat zur Waldbewirtschaftung treffen, da alle zwei Jahre eine Gebührenerhöhung erfolgt. "Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ist dazu verpflichtet, bis das Endziel erreicht ist, die 60-prozentige Abdeckung der Personalkosten im Jahr 2016", informierte Wilm. Derzeit bezahlt die Gemeinde rund 30 000 Euro für die Beförsterung. Im nächsten Jahr und 2015 soll diese Summe um jeweils zehn Prozent steigen.
Als "ungerecht" empfindet Klaus Wilm, dass in das Beförsterungskontingent auch Gemeinden fallen, die der Gesetzgeber von Zahlungen ausnimmt, wie beispielsweise Hochgebirgsgemeinden. Derzeit bilden sich zunehmend Alternativen zur staatlichen Beförsterung, wie zum Beispiel die Forstbetriebsgemeinschaften (FBG).

Alles in einer Hand

In der staatlichen Beförsterung sieht der Forstoberrat besonders für Fuchsstadt Vorteile. Förster Kuhlmann hat im Ort nicht nur sein Büro, sondern auch seinen Wohnsitz. Als ideal bezeichnete Wilm auch die Situation bei Vertretungen, die im nahen Elfershausen der neue Revierförster Julian Grundhuber übernehmen kann. Abschließend stellte er fest: "Der Wald in Fuchsstadt ist das, was er heute darstellt - und zwar im positiven Sinne". Vorteile der staatlichen Beförsterung sieht auch Gemeinderat Roland Kippes (CSU-UWG) durch das "duale System", das Betriebsleitung und Ausführung in einer Hand belässt.


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