Probleme bereiten unter anderem die Beckenköpfe aus Keramikfliesen. Abhilfe könnten solche aus Edelstahl schaffen. Denn die Schäden an den Fließen können laut Bauer auch durch handwerklich mängelfreie Arbeit dauerhaft nicht beseitigt werden. Ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro hat deshalb Kostenschätzungen für beide denkbare Varianten vorgelegt.l.
Würden alle Becken einen Edelstahlrand erhalten, würde das mit geschätzten 2,292 Millionen Euro zu Buche schlagen. Eine Sanierung nach herkömmlicher Bauweise käme auf 1,169 Millionen Euro. In diesen beträgen sind je 156 000 Euro für die Erneuerung der Filtertechnik enthalten.
Allerdings fallen für die Edelstahlbeckenköpfe laut Bauer in der Regel auch über längere Zeiträume keine Kosten für Reparaturen, Sanierungen und zusätzlichen Unterhalt an. Wobei bei beiden Ausführungen die Unterhaltskosten für die verbleibenden Beckenwände und den Beckenboden die selben wären. Deshalb hat das Ingenieurbüro auch den Bau kompletter Edelstahlbecken zur Diskussion gestellt.

Große Preisunterschiede


Den dringendsten Sanierungsbedarf haben das Plansch- und das Nichtschwimmerbecken. So liegt zumindest für das Planschbecken schon eine Schätzung vor, was eine kompletter Neubau in Edelstahl kosten würde. Es wären dies 630 000 Euro. Eine Sanierung nur mit Edelstahlbeckenkopf käme auf 367 200 Euro, eine Sanierung mit herkömmlichem Beckenkopf auf 138 600 Euro.

Beginn im Herbst


All diese Zahlen machen deutlich, dass auf die Stadt auf jeden Fall hohe Kosten zukommen. So soll die Sanierung - in welcher Form auch immer - abschnittsweise geschehen. Der 1. Bauabschnitt soll im Herbst dieses Jahres beginnen und das Nichtschwimmer- und das Planschbecken umfassen. Die anderen Becken sollen in den darauf folgenden Haushaltsjahren eine Sanierung erfahren.
Einen Beschluss, welche Art der Sanierung den Vorzug erhält, fällte der Bauausschuss gestern noch nicht. Das Thema wird erst einmal in den Fraktionen beraten.
Außerdem steht noch nicht fest, inwieweit der Hang Druck auf das Aktionsbecken ausübt. Hier läuft derzeit eine Untersuchung. Parallel dazu läuft eine statische Untersuchung der Beckenwände und der Böden, um festzustellen, in welchem Umfang Betonsanierungen erforderlich sind.
Während der gestrigen Sitzung zeichnete sich ab, dass sich der Bauausschuss wohl mit den Edelstahlbeckenköpfen anfreunden könnte, eher weniger mit kompletten Edelstahlbecken. Obwohl das Landesamt für Denkmalpflege - das Freibad steht unter Denkmalschutz - keine Einwände gegen Stahlbecken erheben würde, warnte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) davor: "Wir hätten dann optisch eine völlig andere Anlage." Als Beispiel nannte er das Schwimmbad in der österreichischen Partnerstadt Eisenstadt.

Gegen Zusammenlegung


Gegen Ende der Debatte regte Stadtrat Klaus Bollwein (CSU) noch an, darüber nachzudenken, Hallen- und Freibad zusammenzulegen, "wenn wir eh schon generalsanieren." Dem erteilte OB Blankenburg eine deutliche Absage. Die Idee sei nicht neu, so der Oberbürgermeister, doch wenn schon Hallenbad-Neubau, dann an der KissSalis-Therme. Dafür sprächen unter anderem die dort vorhandenen Flächen und die günstigere Topografie.