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Aschach bei Bad Kissingen

Durch die Sanierung ausgesperrt

Der Dachstuhl von Schloss Aschach bot einen Unterschlupf für Fledermäuse. Das sollte auch nach der Sanierung so sein, aber der Zugang ist versperrt.
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Fledermäuse gibt es auf dem Dachboden von Schloss Aschach kaum mehr.  Foto: Holger Kollemann/dpa
Fledermäuse gibt es auf dem Dachboden von Schloss Aschach kaum mehr. Foto: Holger Kollemann/dpa
Es ist bereits einige Jahre her, dass Dachstuhl und Dachfläche des Schlosses Aschach saniert wurden, und gerade dieser Bauabschnitt gehörte zu den aufwendigeren. Der Grund dafür waren geflügelte Gäste: Fledermäuse! In den Sommermonaten hatten die geschützten Tiere ihre Wochenstube im Dachgebälk des Schlosses bezogen.
Zunächst war es das Große Mausohr und später die Breitflügelfledermaus, die Kolonien von teils über 50 Tieren bildeten.

Durch die Anwesenheit der geschützten Tiere im Sommer blieben zur Restaurierung des Dachs nur die feuchten Herbst- und Wintermonate. Um bei der feuchten Witterung Wasserschäden am Schlossgebäude zu vermeiden, wurde mit großem Aufwand ein Schutzdach konstruiert, unter dem die Arbeiten dann stattfinden konnten.


Einflug durch Belüftungsziegel

Da der Zugang für die Fledermäuse auch nach der Sanierung noch gewährleistet sein sollte, wurden extra mehrere Belüftungsziegel verbaut. Eigentlich sollten die Tiere durch diese problemlos in ihr gewohntes Quartier einschlüpfen können. Doch in den vergangenen Jahren konnte Dieter Fünfstück, der Fledermausexperte des Bund Naturschutz im Landkreis Bad Kissingen, nur an Hinterlassenschaften auf dem Boden feststellen, dass zumindest vereinzelt Fledermäuse anwesend waren. Bei seinem diesjährigen Kontrollgang fand er zumindest ein einzelnes Männchen, das sein Tagquartier unter dem Dach bezogen hatte.

Die im Schloss ansässigen Museen wären auch gerne bereit ihren Dachboden wieder mit mehr Besuchern zu teilen. "Die Voraussetzungen sind ja da!" betont Museumsleiterin Anette Späth. Sie vermutet, dass die Fledermäuse "den Umzug nicht mitgemacht haben".


Irrtum beim Dachdecken

Viel pragmatischere Gründe für das Ausbleiben der geflügelten Gäste führt Dieter Fünfstück an. Zwar wurden mit den Lüftungsziegeln extra Öffnungen geschaffen, um den Fledermäusen den Zugang zu gewähren, allerdings wurden diese genau so verbaut, dass hinter den Öffnungen eine Dachlatte liegt. Beim Versuch in den Dachstuhl zu kommen haben die Tiere nun sprichwörtlich ein Brett vor dem Kopf. Vermutlich einfach eine Unachtsamkeit bei der Umsetzung.


Ein Fenster würde schon genügen

Der Fledermausexperte sieht aber auch eine mögliche Lösung für das Zugangsproblem:"Man müsste das noch vorhandene Fenster zugänglich, also fledermausfreundlich machen" und somit einen neuen Zugang schaffen. Solche Maßnahmen müssten allerdings zwischen dem Bezirk Unterfranken und der unteren Naturschutzbehörde geklärt werden. Was die Finanzierung betrifft, ist Fünfstück allerdings eher pessimistisch, auch wenn der finanzielle Aufwand durchaus überschaubar wäre. "Es ist einfacher, finanzielle Mittel für große Millionenprojekte aufzutreiben, als für so etwas Kleines" resümiert der Fledermausexperte.

Vermutlich bleibt der Dachboden von Schloss Aschach also bis auf Weiteres ziejmlich dünn besiedelt - zumindest mit geflügelten Mäusen.

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