Garitz
Skepsis

Dubiose Spendensammler in den Stadtteilen unterwegs

Kinder brauchen unsere Hilfe. Leider nutzen manche Mitmenschen dies allzu oft zum eigenen Vorteil aus.
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Symbolbild Foto: dpa
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In Garitz wurden am Montag zwei Männer und eine Frau beobachtet, die an den Haustüren klingelten und Spenden für den Verein "Behinderte Kinder in Deutschland" (BeKid) sammelten. In Albertshausen waren Sammler unterwegs, die an den Türen um Spenden für die "Deutsche Kinder und Jugend Krebshilfe" baten.

"In beiden Fällen konnte die Polizei keine Verstöße feststellen", erklärte Polizeihauptkommissar Hermann Holzinger von der Bad Kissinger Polizeidienststelle nach Überprüfung der Personalien der Sammler. Auf diese Feststellung muss sich allerdings die Polizei auch beschränken. Denn es ist nicht ihre Aufgabe und Kompetenz, die Rechtmäßigkeit solcher Organisationen und die tatsächliche Verwendung gesammelter Gelder zu überprüfen. Hier ist jeder Spender selbst gefordert, sich vor einer Spendenabgabe Gewissheit über den Empfänger zu verschaffen.

Der in Bochum ansässige Verein "Behinderte Kinder in Deutschland" wurde in der Vergangenheit bereits in anderen Teilen Deutschlands auffällig. Schon bei flüchtiger Recherche im Internet stößt man schnell auf entsprechende Hinweise. Mehrmals warnten CharityWatch und der deutsche Spendenrat ausdrücklich vor "dubiosen Sammlern" dieses Vereins. Einen offiziellen Internet-Auftritt gibt es nicht. Auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DIZ) warnt wegen fehlender Transparenz des Vereins. Er hat auch nicht den Steuerstatus der Gemeinnützigkeit.

Über die "Deutsche Kinder und Jugend Krebshilfe Bayern", deren Sammler am Montag in Albertshausen anzutreffen waren, ist im Internet kaum etwas finden. Diese Organisation ist beim Amtsgericht Nürnberg im Handelsregister eingetragen. Aber Ziel und Zweck des Vereins? Auch in diesem Fall Fehlanzeige! Nicht einmal eine offizielle Homepage gibt es. Mit der Deutschen Krebshilfe hat dieser Verein jedenfalls nichts zu tun. "Wir laufen nicht mit Spendendosen auf der Straße herum", teilte deren Pressestelle in Bonn auf Nachfrage mit.
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