Laden...
Fuchsstadt
Einweihung

Dreifaltigkeitskapelle in Fuchsstadt wurde geweiht

"Am Heinig" in Fuchsstadt ist die Dreifaltigkeitskapelle in Anwesenheit von rund 250 Bürgerinnen und Bürgern unter den Segen Gottes gestellt worden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Dreifaltigkeitskapelle am Heinig in Fuchsstadt.Fotos: Karlheinz Franz/privat
Die Dreifaltigkeitskapelle am Heinig in Fuchsstadt.Fotos: Karlheinz Franz/privat
+9 Bilder
Es gibt nicht viele Stellen, von denen aus sich dem Betrachter der Blick auf die 2000-Seelen-Gemeinde und auf das herrliche Saaletal erschließt. Einer dieser Flecken war immer schon der Heinig, wo sich bereits vor Jahrzehnten die Juroren des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden" einen Überblick über das fränkische Dorf verschafften. Gegenwärtig und künftig rückt dieses Flecken Erde auf besondere Weise in den Blickpunkt: Auf private Initiative hin ist dort die Dreifaltigkeitskapelle errichtet worden.

Den Anstoß für dieses einmalige Projekt hatten vor über einem Jahr Manfred Öftring, Joachim Schaupp und Roland Kippes gegeben. Um das Trio herum entwickelte sich ganz schnell ein gut zehn Personen zählender Initiativkreis, der den Bau der vierten Fuchsstädter Flurkapelle ideell und finanziell zielstrebig vorantrieb. Der Kreis derer, der sich fortan aktiv an der Realisierung des Projektes beteiligten, ist indes weitaus größer und umfasst auch zahlreiche ungenannte Förderer, die mit insgesamt rund 37.000 Euro Spendengeldern die gesamte Finanzierung sicherstellten.

"Ende August 2012 haben wir mit den Arbeiten begonnen", blickt Öftring, der den Vorsitz im eigens gegründeten Förderverein "Dreifaltigkeitskapelle Am Heinig" übernahm, heute hoch zufrieden auf den bisherigen Verlauf zurück. "35 freiwillige Helferinnen und Helfer sowie örtliche Unternehmen haben bis heute mehr als 1400 freiwillige Arbeitsstunden geleistet", zeigt sich auch der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Joachim Schaupp, froh und dankbar für die großartige Unterstützung.

Durch Eigenleistung gespart

"Hätten wir die Arbeiten alle vergeben müssen, wäre das Projekt rund 65.000 Euro teuer gekommen", überschlägt Schatzmeister Roland Kippes vom inzwischen auf über 20 Mitglieder angewachsenen Förderverein. Dank der Tatkraft vieler Bürger und Firmen werde der Kostenrahmen letztlich bei unter 40.000 Euro liegen. Das Vorstandstrio ist voll des Lobes, wie reibungslos das Vorhaben über die Bühne gegangen ist und am Ende trotz einiger unterschiedlicher Auffassungen immer einvernehmliche Entscheidungen getroffen werden konnten.

Die verite Kapelle

"Wir waren und sind bis heute tief beeindruckt, was in den vergangenen Jahrhunderten an Zeugnissen christlichen Glaubens geschaffen worden ist", sagt die Vorstandsriege zu ihren Beweggründen, dieses Monument zu schaffen. Gemeint sind die Franzosen-, Lauerbach- und Kohlenbergkapelle, deren Inschriften belegen, dass es schon immer Menschen gegeben hat, die in großer Dankbarkeit und Frömmigkeit Werke geschaffen haben.
So lautet die Inschrift an der Franzosenkapelle: "Im Jahre 1797 den 12. October ist dieses Bildnis zu Ehren der H. H. 14 Nothelfer wegen dem Einfalle und Durchzuge der Franzosen so 1796 im Julius et Septembris geschehen von der ganzen Gemeinde Fuchsstadt deootest errichtet worden."

An der Lauerbachkapelle weist die Inschrift am Gnadenaltar auf zwei andere Vorgänge hin: "Zu Ehren Maria Hilf ist dieses Gnadenbild zur Danksagung für die Rettung aus einer an diesem Orte überfallenen Krankheit hierher gebracht worden. Den 10. 7. 1864" - "Zur Danksagung für die Schonung des Dorfes beim Überfall der Preußen den 10. 7. 1866 ist die Kapelle von Guttähtern in Fuchsstadt erbaut worden 1867."

Schließlich die Kohlenbergkapelle: Ihr Standort an exponierter Aussichtsstelle mag der Überlieferung zufolge wohl anno 1935 für den damaligen Ortspfarrer Josef Wiesen Ausschlag gebend dafür gewesen sein, dort den Bau der Kapelle zu realisieren. Das Geld war bereits zwei Jahre zuvor von einer unbekannten Spenderin gegeben worden. Die Kapelle sollte an die "Erlösung der Menschheit" vor 1900 Jahren erinnern und wohl auch gleichzeitig ein Zeichen setzen in einer Zeit, die den christlichen Glauben immer mehr aus dem öffentlichen Leben verdrängen wollte.

Zurück zur Dreifaltigkeitskapelle: "Unsere Intension war es, damit ein Zeichen zu setzen und an Werte zu erinnern, die langsam in Vergessenheit geraten: Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Achtung des Mitmenschen, der Glaube an Gott", betonen die Schöpfer. "Auch gegen Egoismus und gegen die Schere zwischen Arm und Reich soll die Kapelle mahnen", fügt das Trio hinzu. "Wir selbst brauchen kein Denkmal", stellen die Ideengeber klar.

Rundum gelungen

Mit den Planungen durch Mario Hugo, die künstlerische Arbeit von Ralf Hartan sowie die Bauleitung durch Hugo, Joachim Schaupp und Polier Alfred Heid zeigt sich der Vorstand ebenso hochzufrieden wie mit dem Engagement und der Begeisterungsfähigkeit der großen Helferschar während der gesamten Bauphase.

Nunmehr erfolgte unter großer Teilnahme die Einweihung der Dreifaltigkeitskapelle durch Pater Joseph Maliekel und Gemeindereferent Markus Schlereth. Die Fuschter Musikanten umrahmten musikalisch. Noch einmal ließen die Verantwortlichen das Projekt Revue passieren, während Bürgermeister Peter Hart den Dank der Bürgerschaft übermittelte. Sein Wunsch wäre es, nunmehr einen die vier Fuchsstädter Kapellen verbindenden Rundweg auszuweisen.

Die rund 250 Besucher inspizierten im Anschluss die Kapelle ausgiebig. Sie zeigten sich angetan von dem in gerade einmal neun Monaten Geschaffenen. Das ebenfalls von der Initiativgruppe überarbeitete Areal rund um das Flurkreuz am Heinig, die drei Stelen und die neue Kapelle hinterlassen inzwischen auch bei immer mehr Gsten einen nachhaltig positiven Eindruck.
Verwandte Artikel