Bad Bocklet
Konzert

Die jodelnde Stimme aus dem Sauerland

Heidi Hedtmann trat im Kursaal von Bad Bocklet auf.
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Heidi Hedtmann weiß, wie sie ihre Zuhörer begeistern kann. Mit 732 Liedern hat sie ein breit gefächertes Repertoire.  Foto: Peter Klopf
Heidi Hedtmann weiß, wie sie ihre Zuhörer begeistern kann. Mit 732 Liedern hat sie ein breit gefächertes Repertoire. Foto: Peter Klopf
Heidi Hedtmann ist schwer einzuordnen. Als Volksmusiksängerin berühmt hat sie 732 deutschsprachige Lieder im Repertoire. Vom "Erzherzog-Johann-Jodler" über den Ohrwurm "Wo der Wildbach rauscht" bis hin zu Udo Jürgens "Griechischem Wein", von "Amazing Grace" mit dem deutschen Liedtext "Ein schöner Tag" über "die Fischerin vom Bodensee" bis zu "Eviva España".
Mit einer kleinen Auswahl ihres Spektrums deutschsprachiger Lieder präsentierte sie sich
jetzt im Bad Bockleter Kursaal. Auch wenn sie hier ihren ersten Auftritt hatte und in der Region Main-Rhön eine Unbekannte ist, so ist die Sauerländerin in Norddeutschland und auch in Österreich eine bekannte Größe. Im März 2014 wurde Heidi Hedtmann Monatssiegerin beim großen Deutschen Volksmusik Wettbewerb des Deutschen Musik Fernsehens und zählt mit über 130 Auftritten pro Jahr zu einer der erfolgreichsten Entertainerinnen der Republik.
Heidi Hedtmann ist bekannt als die jodelnde Stimme des Sauerlandes, denn ihr Titel "Tief im schönen Sauerland" ist längst zum Evergreen geworden und weit über die Grenzen des Sauerlandes hinaus bekannt. Selbst in großen Fernsehshows, wie den "Lustigen Musikanten" vom ZDF, war Heidi Hedtmann damit vertreten.
Im grünen Dirndl stand die Sängerin mit Gesangsstudium auf der Bühne, moderierte und bediente über ihren Laptop die Begleitmusik aus der "Dose".
Mit einer beindruckenden warmen "Altstimme" begeisterte sie das überwiegend ältere Publikum auf Anhieb. "Ein Programm habe ich eigentlich nicht, ich habe aber ein gutes Gespür, was das Publikum hören will. Ich merke gleich, welche Musik die Zuhörer berührt", erklärte sie vor dem Konzert. Dass ihr das auch gelang, merkte man im Verlauf des Konzertes. Dabei begab sie sich auch auf Glatteis. Bei ihren Moderationen sprach sie zu viel - das ist gefährlich. Die Intonation war dadurch manchmal nicht punktgenau und man hatte das Gefühl, als spräche sie am Anfang die Lieder, statt zu singen.
Trotzdem war das Konzert eine kurzweilige Unterhaltung. "Mein Anliegen ist: Ich will mit meinen Liedern dem englischen Allerweltsbrei Paroli bieten. Ich finde es schade, dass viele Rundfunksender Volksmusik aus ihrem Programm gestrichen haben. Dabei gibt es viele schöne Lieder in der deutschen Sprache. Man muss sich nur darauf einlassen", erläutert Heidi Hedtmann. Die 49-Jährige sprach vielen Zuhörern aus dem Herzen. Musik, die der legendäre Fred Rauch jeweils am Mittwoch in der beliebten BR-Rundfunksendung "Sie wünschen" spielte, war nach vielen Jahren wieder einmal zu hören.

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