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Bad Kissingen
Saison

Die gute alte Zeit fährt in der Postkutsche immer mit

Der Auftakt der Postkutschensaison wurde in Bad Kissingen und in Bad Bocklet wieder mit vielen Gästen gefeiert.
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Jetzt fährt sie wieder: Die Postkutsche auf ihrem Weg von Bad Kissingen nach Bad Bocklet. Fotos: Werner Vogel
Jetzt fährt sie wieder: Die Postkutsche auf ihrem Weg von Bad Kissingen nach Bad Bocklet. Fotos: Werner Vogel
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Schöner kann eine Postkutschensaison kaum eröffnet werden. Schon beim Standkonzert der Postkapelle vor dem Regentenbau strahlen die prominenten Fahrgäste mit der Frühlingssonne um die Wette, die Fahrt durch das Saaletal ist ein Erlebnis, in Bad Bocklet wartet ein großer Bahnhof und es gibt Lob von allen Seiten für die letzte Postkutschenlinie Deutschlands.
Es ist schon die 77. Saison, und die doppelte Glückszahl könnte ein gutes Vorzeichen sein für erfolgreiche und unfallfreie Fahrten mit dem Vierspänner vor der gelben Kutsche mit dem Posthorn.
Denn glaubt man den Grußworten der Ehrengäste nach der Ankunft in Bad Bocklet, dann müssen Kutscherin Yvonne Körner, Postillion Stefan Matthes und ihre prominenten Gäste zu den glücklichsten Menschen der Region gehören. Am schönsten Tag seit Wochen, aus erhöhter Warte die aufbrechende Natur und die Weite des Saaletals langsam an sich vorüberziehen zu lassen, der Postillion bläst mit "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" ein Lob auf Franken, das gibt es nur zwischen dem Welt- und dem Biedermeierbad.


Festzug mit Prominenz

Am Ortseingang von Bad Bocklet ist die Fahrt für die Ehrengäste zu Ende. Die Blaskapelle, Andreas Sandwall, Bocklets amtierender Bürgermeister und historische Persönlichkeiten führen den kleinen Festzug an und begleiten die Ehrengäste, den unterfränkischen Polizeipräsident Gerhard Kallert, Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg, den stellvertretenden Landrat Emil Müller, Bezirksrätin Karin Renner und den Vorsitzenden des Vereins Freunde der Postkutsche, Postpräsident a.D. Werner Scheller zum Restaurant Laudensack. Der Polizeipräsident - erstmals Fahrgast der Postkutsche - schwärmt von der "nostalgischen Reise zwischen wunderschönen Bädern und dem Luxus der Wiederentdeckung der Langsamkeit".


Mythos Postkutsche

Handys werden gezückt und Fotoapparate klicken, wenn der Kutscher die Zügel in die Hand nimmt, der Postillion sein Horn an die Lippen setzt und sich die vier Braunen in Bewegung setzen. Verklärt in Gedichten, vielfach in Noten gefasst und gepriesen in vielen Liedern, stehen Postkutsche und Postillion für eine nostalgische Zeitreise. "Hörte man nur sein Horn ertönen, freute sich jeder hier im Ort..." jubelt die Gassenhauerarie aus Adolphe Adam"s Oper "Postillion von Lonjumeau", die selbst Weltklassetenören Schweißperlen auf die Stirn treibt. Gut eine Oktave tiefer pries einst Bundespräsident Walter Scheel "Hoch auf dem gelben Wagen" den Mann mit feschem Uniformrock in Blau, Federbusch am Hut und den zwei Armschildern auf dem Kutschbock. In Nikolaus Lenaus Gedicht lässt der Postillion die Geißel knallen ..."und von flinken Rossen vier, scholl der Hufe Schlagen, die durchs blühende Revier trabten mit Behagen".


Ehrenamtliches Engagement

Die Faszination Postkutsche erkannte 2005 der Präsident der Deutschen Post AG Werner Scheller und fand mit Stadt, Staatsbad und Landkreis Bad Kissingen, Staatsbad und Markt Bad Bocklet und dem Bezirk Unterfranken genügend Mitstreiter, um den "Verein Freunde der Postkutsche e.V." gründen zu können. Mit dem ehemaligen "Postler" Wolfgang Wimmel hat man einen überaus engagierten ehrenamtlichen Geschäftsführer, der dafür sorgt, dass die Mitglieder Sponsoren bleiben und auch in Zeiten knappen Geldes die gelben Räder rollen können. "Der Verein hat so eine Art Markenartikel geschaffen", meint Vorsitzender Werner Scheller, "denn es ist Deutschlands einzige Postkutsche, die regelmäßig und fahrplanpünktlich verkehrt", um schmunzelnd hinzuzufügen "Was wäre die Bundesbahn glücklich, wenn sie wie wir 90 Prozent Auslastung hätte." Auch Bocklets Bürgermeister Sandwall spricht vom " Alleinstellungsmerkmal Postkutsche".
Kissingens Oberbürgermeister bestätigt, dass zwei moderne Bäder, die ein traditionelles Fortbewegungsmittel verbindet, zum sorgsam gehegten Image von Bad Kissingen und Bad Bocklet gehört: "Das sind die Werte, die der Slogan der Stadt "Entdecke die Zeit" beschreibt".

Abfahrtszeiten
Die Postkutsche fährt vom Mai bis Oktober. Abfahrt 14 Uhr und Rückkehr ca. 17.30 Uhr Bad Kissingen, Bismarckstraße Hotel Wyndham Garden.
Fahrt nach Bad Bocklet: Freitags und Sonntag ; Fahrt zu den Museen Schloss Aschach: Donnerstags und Samstag. Ankunft jeweils ca. 15 Uhr, Rückfahrt 16:30 Uhr.

Tickets Karten gibt es in den Tourist-Informationen Bad Kissingen 0971/8048-444 und Bad Bocklet 09708/707030 Sonderfahrten: Postkutscher Hans Körner Mobil: 0171/ 333 6769.

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