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Bischofsheim
Geologie

Die Rhön von unten

Das Mittelgebirge gilt als das "Feuerland Bayerns". Jetzt zeigt eine geologische Karte, wie die Rhön zusammengesetzt ist.
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Glückliche Gesichter bei der Vorstellung der Geologischen Karte für den Bereich Bischofsheim und Oberelsbach. Das Bild zeigt von links den Leiter des Geologischen Dienstes am Landesamt für Umwelt, Roland Eichhorn, Bürgermeister Georg Seiffert, Bürgermeisterin Birgit Erb, Dr. Tobias Gerlach und Dr. Volker Friedlein (Regionalgeologe).  Foto: Marion Eckert
Glückliche Gesichter bei der Vorstellung der Geologischen Karte für den Bereich Bischofsheim und Oberelsbach. Das Bild zeigt von links den Leiter des Geologischen Dienstes am Landesamt für Umwelt, Roland Eichhorn, Bürgermeister Georg Seiffert, Bürgermeisterin Birgit Erb, Dr. Tobias Gerlach und Dr. Volker Friedlein (Regionalgeologe). Foto: Marion Eckert
Die Rhön ist eine geologische Kostbarkeit. Als "Feuerland Bayerns" gilt sie in Fachkreisen. Welche erdgeschichtlichen Besonderheiten in der Rhön auch heute noch erlebbar sind und wie diese die Landschaft prägen, wurde anlässlich der Übergabe der geologischen Karte für den Bereich Bischofsheim und Oberelsbach erläutert. Im Bischofsheimer Rathaus trafen deshalb Bürgermeister Georg Seiffert und Bürgermeisterin Birgit Erb mit Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am Landesamt für Umwelt, und Regionalgeologe Volker Friedlein zusammen. "Wer nicht nach Patagonien reisen kann, der kann die Rhön besuchen", sagte Eichhorn.

Der Geologische Dienst Bayern habe die Aufgabe, den Untergrund Bayerns flächendeckend zu erfassen. Dazu sei Bayern in 600 Quadrate, 12 mal 12 Kilometer aufgeteilt worden. Zwei bis drei Jahre dauere die Erfassung des Untergrundes im Gelände in einem dieser Quadrate. Im Bereich Bischofsheim und Oberelsbach war Volker Friedlein unterwegs.

Teilweise kroch er durch das Unterholz, um die Gesteine zu erkunden und eine möglichst genaue Kartierung vorzunehmen. Neben Oberflächenuntersuchungen wurden auch Bohrungen vorgenommen, um übereinander gelagerte Erdschichten zu erkennen. Bis 202 soll Bayerns Untergrund flächendeckend erfasst sein.


Bodenatlas Bayern

Die Daten sollen im Internet für Jedermann abrufbar sein. Der Bodenatlas Bayern werde ein Grundlagenwerk für wirtschaftliche Aspekte. Sei es für die Gewinnung von Erdwärme, die Positionierung von Bauprojekten, die Erschließung von Trinkwasser sowie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten oder im Bereich Land- und Forstwirtschaft für Boden- und Standortanalysen. "Gerade für Kommunen sind die Daten von großem Interesse", fasste Eichhorn zusammen. Tobias Gerlach von der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservat Rhön sprach von einem wichtigen Mehrwert, den der Bodenatlas auch für die Planungen im Naturschutz mit sich bringe.

Volker Friedlein war anderthalb Jahre im Bereich Bischofsheim und Oberelsbach unterwegs. Das Datenblatt Bischofsheim/Oberelsbach sei nun das Erste, das gedruckt wurde.

Anhand der kartografischen Darstellung zeigt Friedlein die geologischen Besonderheiten. Die Rhön sei nicht immer das Hochgebiet gewesen, das sie heute ausmache. "Die Gegend war früher flach, sie hat sich erst später gehoben und in Richtung Bad Neustadt gesenkt." Eindrucksvoll zeigte Friedlein die Bewegungen, Verschiebungen, Erhebungen und Entwicklungen im Laufe der Erdgeschichte auf. 250 Millionen Jahre alter Buntsandstein, 25 Millionen Jahre alter Muschelkalk. In solchen zeitlichen Dimensionen spannte er einen weiten Bogen. Der Vulkanismus vor 20 Millionen Jahre habe die Basalte zu Tage gefördert. "Die ist den Berg hinunter geflossen."
Vor 780 000 Jahren habe sich das Gelände gebildet und vor rund 100 000 Jahren habe die Rhön die Form angenommen, wie sie sich heute zeige. "Das Tal von Oberelsbach entstand vor 100 000 Jahren durch einen Bach, der mit großer Energie floss und Ablagerungen ins Tal schwemmte." Die Braunkohle bei Bischofsheim sei durch den Vulkanismus entstanden. "Keine andere Region in Bayern wurde so von Vulkanen geprägt wie die Rhön", sagte Eichhorn. "Das ist wirklich einzigartig in Bayern."

Bis zu 500 kleine Vulkanschlote haben die Rhön geprägt, von manchen seien heute noch Relikte vorhanden. Ein Schwerpunkt sei zwischen der Wasserkuppe und dem Heidelstein gelegen. "Alle waren aber sehr kurzlebig, manche sind nur ein oder zweimal aktiv gewesen", erklärte Eichhorn.

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