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Naturschutz

Die Lupine ist eine Bedrohung

Rhönklub-Mitglieder säubern rund drei Hektar Wiesen in der Hohen Rhön von einer Blume, die andere geschützte und bedrohte Pflanzenarten in ihrem Bestand gefährden würde.
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Erstmals in der Vereinsgeschichte des Rhönklub-Zweigvereins Walddörfer wurde eine Lupinenmahd am Feuerberg durchgeführt.  Foto: Marion Eckert
Erstmals in der Vereinsgeschichte des Rhönklub-Zweigvereins Walddörfer wurde eine Lupinenmahd am Feuerberg durchgeführt. Foto: Marion Eckert
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Erstmals in der Vereinsgeschichte des Rhönklub-Zweigvereins der Walddörfer wurde eine Lupinenmahd am Feuerberg durchgeführt. Da die Pflanze im Allgemeinen sehr beliebt ist, wissen viele nicht um die Sinnhaftigkeit einer solchen Aktion.

Pflanze mit Gefahrenpotenzial

Notwendig sei die Lupinenmahd deshalb, erklärte Claus Kleinhenz, der Vorsitzende des Rhönklub-Zweigvereins Walddörfer, um die biologische
Vielfalt auf den Bergwiesen zu erhalten. Denn: Lupinen sind keine heimische Pflanzen. Ursprünglich kommt die Lupine aus dem Nordwesten Nordamerikas. In der "Langen Rhön" wurde die Lupine 1942 durch den Reichsarbeitsdienst im Rahmen des Dr.-Hellmuth-Plans eingeführt und als Untersaat in Fichten-Aufforstungen verwendet, um ihre bodenverbessernden Eigenschaften zu nutzen.

Boden mit Stickstoff angereichert

Lupinen verbreiten sich sehr schnell und verändern den Boden, indem sie ihn mit Stickstoff anreichern. Damit bedrohen sie die vom Aussterben bedrohten und geschützten Pflanzen, sie überwuchern diese förmlich.
Da die Lupine Luftstickstoff binden kann, werden die Standorte auf den Bergwiesen mit Nährstoffen angereichert und dadurch für immer verändert, mit der Folge, dass Stickstoff liebende Pflanzen wie Brennnessel, Kletten-Labkraut und andere folgen. Das bedeutet, dass die in der Rhön typischen Pflanzengesellschaften drohen, der Übermacht der Lupinen zum Opfer zu fallen. Um die Vermehrung der Lupinen zu stoppen, muss die Lupinenmahd vor der Samenreife durchgeführt werden. Notwendig ist der Arbeitseinsatz über drei bis fünf Jahre, denn nach sieben Jahren stirbt die Pflanze.

Unterstützung gefunden

Claus Kleinhenz hatte bereits bei der Rhönklub-Regionalversammlung der Saale-Sinn-Region in Oberleichtersbach die Zweigvereine über diese Aktion informiert und um Beteiligung gebeten.
Er freute sich darüber, dass einige Helfer gekommen waren. Mit dabei waren Thomas Hammelmann, der Regionalvorsitzende und Vorsitzende des Zweigvereins Bad Kissingen, und seine Frau Gudrun, Ludwig Euring, der Regional-Wegewart aus Bad Neustadt, und einige Mitglieder aus dem Zweigverein Walddörfer. Kleinhenz wurde unterstützt durch Naturwart Georg Rüttiger, Kulturwart Herbert Holzheimer sowie Michael und Julian Voll.
Bei schwüler Hitze und nach reichlich vergossenem Schweiß war nach rund drei Stunden die Arbeit getan. Ungefähr drei Hektar Wiesen wurden von den Lupinen gesäubert. Die Arbeiten wurden in Abstimmung mit Rhönklub-Hauptnaturschutzwart Torsten Kirchner vorgenommen. Belohnt wurden die Arbeiter mit einer deftigen Brotzeit in der Kissinger Hütte.

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