Bad Kissingen
Vortrag

Die Kur und die große Opernwelt

Gerhard Wulz referierte über die Geschichte der Kurmusik. Dabei erklang auch eine historische Aufnahme des Garitzer Opernsängers Baptist Hoffmann.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Vorsitzende des Fördervereins, Kurt Rieder, und Referent Gerhard Wulz.  Foto: Klaus Stebani
Der Vorsitzende des Fördervereins, Kurt Rieder, und Referent Gerhard Wulz. Foto: Klaus Stebani
+1 Bild
Mit Informationen rund um das Kurorchester eröffnete Kurt Rieder, der Vorsitzende des Fördervereins, den 16. Stammtisch, zu dem er als besonderen Gast Gerhard Wulz eingeladen hatte.
Gerhard Wulz fasziniert sein Publikum immer wieder mit Biografien und Geschichten aus Kissingens großer Zeit als Weltbad. Als wahre Fundgrube solcher Überlieferungen erweist sich das von Wulz privat aufgelegte Buch "Bad Kissinger Geschichtssplitter", aus dem der Autor dann zitierte.

Berichtet wird dort zum Beispiel über ein Solistenkonzert vom 16. Juli 1853. Beteiligt waren danach eine Kammersängerin aus Coburg, Hofsänger aus Darmstadt, ein Tenor vom Theater Würzburg, Tiroler Sänger, die Prima Donna Assoluta dell'opera italiana di Firenze, ein Kammermusikus aus Meiningen und etliche mehr. Offensichtlich bemühten sich damals viele musikalisch gebildete Gäste während ihrer Kuraufenthalte um gemeinsame Auftritte mit dem Kurorchester.
Wolfgang Melchior Hoffmann, Inhaber eines Materialhandels in Garitz und nebenberuflich Posaunist im Kurorchester, hat sicher auch seinem Sohn Baptist vom bunten Leben im Kurgarten und im Conversationssaal berichtet. Als dieser dann selbst Solosänger werden wollte, war dies absolut nicht im Sinne seines Vaters. Aber Baptist Hoffmann verfolgte unbeirrt seinen Weg bis zum gefeierten Opernstar mit Engagements in Hamburg, Köln und Berlin, sowie Gastspielen in ganz Deutschland, Österreich und Holland.


Aufnahme von 1910

Eine Kostprobe seiner Sangeskunst aus der Oper Othello ließ Wulz mittels Audio-Kassette erklingen, die er von einer einseitig bespielten Schellack-Schallplatte aus der Zeit um 1910 überspielt hatte.
Weitere Berichte über den Arzt Dr. Friedrich Daniel Erhard, sowie über ein amüsant menschliches Ereignis im Kurgarten am Tag der dortigen Schlacht des Jahres 1866 rundeten seine Erzählungen ab.
Aus dem Publikum kam die Anregung, Wulz solle sein inzwischen vergriffenes Buch "Bad Kissinger Geschichtssplitter" doch noch einmal auflegen. Interessenten können sich in eine Subskriptionsliste beim Förderverein eintragen lassen.
Das nächste Highlight für das Kurorchester, so der Vorsitzende, ist das festliche Konzert am Ostersonntag um 19.30 mit beliebten Opernarien und der Sopranistin Iva Ionova, sowie dem Tenor Carlos Petruzziello.
Durch Vermittlung des Fördervereins wird das Kurorchester am 1. Oktober dieses Jahres in der Festhalle in Ilmenau einen Opernball gestalten, um einmal mehr für Bad Kissingen zu werben. Weitere externe Konzerte sind angedacht.
Der Flügel des Kurorchesters ist dringend sanierungsbedürftig. Fachleute raten zu einem neuen Instrument, dessen Anschaffung laut Kurdirektor Frank Oette bestenfalls bei wesentlicher Beteiligung des Fördervereins zu stemmen ist. red

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren