Bad Bocklet
Flüchtlinge

Die Kinder lernen die neue Sprache am schnellsten

Die Asylbewerber haben sich in Bad Bocklet einigermaßen eingelebt. Dennoch ist noch viel ehrenamtliches Engagement notwendig, um ihre Lage zu verbessern. Besonders die deutsche Sprache müssen sie lernen, damit sie im täglichen Leben zurecht kommen.
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Die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten fühlen sich in Bad Bovklet gut angenommen. Foto: Björn Hein
Die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten fühlen sich in Bad Bovklet gut angenommen. Foto: Björn Hein
Der Markt Bad Bocklet ist dabei auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Aus diesem Grund fand im Rathaus ein Infotreffen für interessierte ehrenamtliche Helfer statt. 20 Bockleter waren gekommen, tauschten ihre Erfahrungen aus und schlossen sich zu Gruppen zusammen, um die Hilfe für die Asylbewerber noch besser zu organisieren.

Thomas Beck, der sich im Rathaus um die Thematik "Asyl" kümmert, klärte über den derzeitigen Sachstand auf.
Im Moment sind in zwei Häusern 40 Asylbewerber untergebracht. "Ein drittes Gebäude ist im Moment in Planung." Das Haus in der Frankenstraße wird als Zentrale Unterkunft von der Regierung Unterfranken angemietet, allerdings sei hier noch nicht alles in trockenen Tüchern. "Die Zentralen Unterkünfte werden längerfristig angelegt, so etwa auf fünf bis zehn Jahre", so Beck. In das Haus in der Frankenstraße sollen, wenn dies tatsächlich eine zentrale Unterkunft wird, rund 40 Asylbewerber unterkommen.

Lernbereite Asylbewerber

"Viele Familien mit Kindern sind inzwischen angekommen. Die Kinder müssen in die Schule oder den Kindergarten", sagte Bürgermeister Wolfgang Back (CSU). So kämen die Kinder der Asylbewerber auch mit der deutschen Sprache in Kontakt. "Hier zeigen sich die Asylbewerber sehr lernbereit." Er sei sich bewusst, dass es immer noch kritische Meinungen in Bezug auf die Asylanten gebe. Aber: "Wir sind ein freundlicher Markt, der die Asylbewerber gern integriert. Außerdem darf man folgendes nicht vergessen: Auch die Deutschen mussten in der Vergangenheit unter Kriegen leiden und auch uns wurde geholfen."

Drei Monate Arbeitsverbot

Ruth Hartmann vom Caritas-Verband kümmert sich im Landkreis um 150 Asylbewerber. "Dabei ist man natürlich auf ehrenamtliche Helfer angewiesen, allein kann man die Arbeit gar nicht schaffen." Ihr Eindruck ist, dass die Asylbewerber sich in Bad Bocklet recht wohl fühlen und auch mit den Unterkünften sehr zufrieden sind. Wichtig sei aber auch die Möglichkeit der Freizeitgestaltung, auch aus Therapiegründen. Dürften die Asylbewerber doch die ersten drei Monate in Deutschland nicht arbeiten. "Das Prozedere ist kompliziert. Nach drei Monaten dürfen sie arbeiten, aber nur dann, wenn für den Arbeitsplatz kein Deutscher zur Verfügung steht" äußerte Hartmann. Auch Praktika seien oft aufgrund gesetzlicher Restriktionen nicht möglich.

Die Freizeit sinnvoll zu verbringen sei deshalb ganz wichtig. Hierzu tragen die Vereine Bad Bocklets bei.
Hauptsächlich ging es beim Treffen darum, dass die ehrenamtlichen Helfer sich untereinander absprechen konnten und sich für verschiedene Aufgaben einteilten. "Wir sind heute einen guten Schritt weitergekommen" freute sich Beck am Ende des Treffens. Nach dem Austausch der Adressen könnten die einzelnen Gruppenmitglieder untereinander in Kontakt treten. Doch natürlich sind weitere ehrenamtliche Helfer gerne gesehen. Wer sich hier einbringen will, der kann sich im Rathaus in Bad Bocklet unter Telefonnummer 09708/ 9122-0 melden. Mitte März findet dann das nächste Treffen statt.
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