Der Hotel-Entwickler Feuring geht davon aus, dass vermutlich die ersten Kostenschätzungen für das neue Kurhaushotel nicht zu halten sein werden. Matthias Lowin soll im nicht öffentlichen Teil der Stadtratssichtung den Aufwand mit 55 bis 60 Millionen Euro beziffert haben, sagen gut unterrichtete Kreise. Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) wollte dazu am Dienstag keinerlei Stellungnahme abgeben.
Damit läge die Investition deutlich über den zunächst ge- nannten 45 bis 50 Millionen Euro. Das ist Sache des Investors. Wichtiger aber ist die "Deckungslücke". Sie liege weiterhin bei rund acht bis zehn Millionen Euro, so angeblich Lowin hinter verschlossenen Türen.

Freistaat hat Hilfe zugesagt


Die Stadt geht davon aus, dass hier der Freistaat tätig wird. Das hat nicht nur Ministerpräsident Horst Seehofer in Aussicht signalisiert, sondern auch die Staatssekretäre Gerhard Eck und Franz Josef Pschierer (alle CSU). Sie haben versichert, Bayern werde Bad Kissingen nicht im Regen stehen lassen.
Im öffentlichen Teil der Beratungen hatte Lowin das Feuring-Konzept erörtert. Danach soll das ehemalige Hotel abgerissen werden. Es wird mit einer Tiefgarage unterkellert. Hier gibt es laut Lowin einen "Plan B": Sollten die Parkplätze nicht ausreichen, ist an ein automatisches Platzierungssystem wie in Dresden gedacht. Das würde sich auch finanziell rechnen.
Der Neubau ist fünfgeschossig mit schlankem Baukörper und soll einen Großteil der Zimmer und Suiten aufnehmen. In der obersten Etage soll ein großzügiger Konferenzbereich entstehen mit zwei Bankettsälen.

Unter Denkmalschutz


Unter Denkmalschutz steht der Balthasar-Neumann-Flügel. Nach seiner Renovierung soll er unter anderem Hotelzimmer aufnehmen. Er hat vier Etagen.
Unter Denkmalschutz steht auch das Kurhausbad. Hier ist eine Übernahme durch den Hotelbetreiber vorgesehen, da alles in einer Hand sein müsse, das sei sinnvoll. Das wurde im Stadtrat ausdrücklich begrüßt. Die historischen Keramikplatten sollen erhalten bleiben.
Geplant ist eine Nutzung als Spa-, Wellness- und Beauty-Bereich des Hotels mit einem öffentlichen Zugang. Auch Arztpraxen und ein Pool im Untergeschoss sollen hier unterkommen.
Die heutige Kurverwaltung mit Kurgastzentrum muss wohl weichen. Nur die Stellplätze im Keller sollen bleiben. Ein Neubau böte Platz für den Einzelhandel in der Arkade sowie für Eigentumswohnungen in Richtung Kurhaus- und Ludwigstraße. Der Erlös aus ihrem Verkauf ist eine wichtige Säule in der Finanzierung des Konzepts.

Betreiber bleibt ungenannt


Im komplett begehbaren Innenhof soll es eine Wasseranlage geben. Von hier aus sind alle Trakte zu erreichen. Ein Zugang zur Innenstadt ist vorgesehen.
Allgemein bedauert wurde, dass Lowin keinen Fassadenentwurf präsentieren konnte. Klaus Bollwein (CSU) hatte danach gefragt. Lowin antwortete, dass derzeit noch keine Animation vorgesehen sei. Angedacht sei ein Wettbewerb zwischen zwei oder drei Architekten. Bollwein schlug weiter vor, im Erdgeschoss etwa 200 Quadratmeter für die Tourist-Information vorzusehen. Das ist so vorgesehen, allerdings hat sich Feuring noch nicht endgültig festgelegt.
Lowin wollte sich auch im nicht öffentlichen Teil zum mutmaßlichen Betreiber nicht äußern, um die laufenden Verhandlungen nicht zu gefährden. Er nannte ihn "renommiert".

Kein Baupause in der Saison


Das Projekt ist von mehreren Faktoren abhängig: Einer davon ist die Befreiung von der Kur-zonensatzung, um hier Eigentumswohnungen schaffen zu können. Außerdem müsste das Kurhausbad vorzeitig entmietet werden, das alle Projektteile gleichzeitig realisiert werden sollen. Außerdem müsste der saisonale Baustopp entfallen. Da sehen Oberbürgermeister Blankenburg und sein Stadtrat offenbar keine Probleme. Es sei unmöglich, eine solche Baustelle mehrfach einzurichten. Es werde Befreiungen von der Immissionsschutzverordnung geben.

Das ehemalige Hotel, Kurgastzentrum und Kurverwaltung müssen weichen. Der Balthasar-Neumann-Flügel und das Kurhausbad stehen unter Denkmalschutz. Sie werden saniert und renoviert. Das Projekt hat eine Nutzfläche von insgesamt rund 30 000 Quadratmeter. Das Hotel kommt auf etwa 19 000 Quadratmeter. Davon entfallen circa 5000 auf die Tiefgarage, 10 000 auf den Neu- und 9000 Quadratmeter auf den Altbau. Zahlen Der Komplex soll 19 Standard- und 100 Deluxe-Zimmer haben, 22 Junior- und vier Luxus-Suiten. Im ersten Obergeschoss gibt es 29 Zimmer und vier Wohnungen, im zweiten sind es 41 Räume und neun Wohnungen, in der dritten Etage 41 Zimmer und elf Wohneinheiten. Darüber befinden sich elf Wohnungen und 37 Zimmer. Es gibt 172 Kfz-Stellplätze, 137 davon im Untergeschoss. Gefertigt hat die Pläne das ABH-Architekturbüro Heese, München. ed