Gegen die aktuellen Minusgrade hilft entweder ein heißes Getränk oder viel Bewegung. Die Kinder in der Region zieht es täglich auf die von den Gemeinden angelegten Eisflächen. Nachdem sie ihre Hausaufgaben erledigt haben, treffen sie sich zum Schlittschuhlaufen und spielen zusammen Eishockey. Dagegen haben Heizungsbauer alle Hände voll zu tun: Aufgefrorene Wasserleitungen und defekte Heizungen machen manchem Haus-Eigentümer Ärger.
Jeden Tag schnappen sich die Kinder in Schondra ihre Schlittschuhe und Hockey-Schläger und verbringen den ganzen Nachmittag auf dem Eis. "Meistens bleiben wir bis halb fünf oder fünf. Dann gibt es Abendessen", erzählt Lea Schneider, die die 5. Klasse der Schondratalschule besucht. Vorher ist an ein Aufhören keinesfalls zu denken. Ganz im Gegenteil: Immer wieder bringen Eltern ihre Kinder zu der künstlichen Eisbahn auf dem Festplatz. Dort haben sich mittlerweile zwei Mannschaften gebildet, auf die die Neuankömmlinge verteilt werden. "Wie stark wollt ihr denn noch sein, ihr habt nur Gute in der Mannschaft", beschwert sich Lea. Dann geht es endlich weiter.
Regeln gibt es keine, es kommt mehr darauf an, wer alles da ist und mitspielt. Der Zuschauer sieht einen bunt gemischten Haufen, der sich auf dem Eis austobt. Von der 4. bis zur 7. Klasse sind alle Jahrgänge vertreten. Eishockey im Verein spielt niemand, das Schlittschuhfahren haben die Kinder durch Inlineskating gelernt.
Lea wurde vor dem Tor zu Fall gebracht und fordert lautstark einen Penalty. Sie bekommt ihn, scheitert aber an Tim, der wie sie in die 5. Klasse geht. Die Kinder freuen sich über die Abwechslung, haben Spaß und sind mit vollem Einsatz bei der Sache.
Die Verantwortlichen haben Ende der 1980er Jahre eine Entscheidung mit echtem Mehrwert für die Kommune getroffen. Bereits beim Bau des Festplatzes war eine Möglichkeit zum Eislaufen fest eingeplant, gibt der Schondraer-Bürgermeister Bernold Martin (CSU) Auskunft. Die vorgesehene Fläche wurde asphaltiert und mit Randsteinen eingefasst. Bei jeder längeren Frostperiode fluten Mitarbeiter des nebenan gelegenen Bauhofs den Platz. "Bei den momentanen Tiefsttemperaturen ist es kein großer Aufwand, eine größere Eisfläche herzustellen", meint Bernold Martin. Das mache man eigentlich jedes Jahr.
"Das Angebot wird sehr gut benutzt", sagt er weiter. Deshalb sorge die Gemeinde auch dafür, dass die Bahn immer Schneefrei bleibe. Insbesondere vergangenen Winter habe man viel räumen müssen. Ein Vorteil dabei: Der Schnee wird an den Rand der Eisbahn geschoben und dient als zusätzliche Begrenzung.
Fast schon rund um die Uhr im Einsatz sind die Mitarbeiter von Ernst Brust. "Wir haben Gebäude, die von oben bis unten unbewohnbar sind", berichtet der Sanitär- und Heizungsbau-Meister aus Bad Brückenau: Weil im Dachgeschoss eine Leitung geplatzt ist, haben drei Wohnungen kein Wasser oder bleiben kalt. "Kalte Ecken vermeiden", lautet einer der Ratschläge von Ernst Brust. Jetzt auf Heizkosten zu achten, könne teuer werden. Und auch beim Wasser ist es besser, mal einen Hahn leicht aufzudrehen und damit Wasser zu vergeuden, als die Gefahr einzugehen, dass die Leitung auffriert.

Region In Schondra auf dem Festplatz, in Wildflecken auf dem Rathausplatz und in Bad Brückenau hinter dem Feuerwehr-Haus am Kirkham-Weg sind größere Natureisbahnen zu finden. Zusätzlicher Service der Gemeinde Wildflecken: Auf www.wildflecken.de werden mehrmals täglich Webcam Bilder hochgeladen. bb