Bad Kissingen

Der Geldregen half nichts

Mit dem traditionellen Faschingstreiben im Tattersall beendeten die Narren in Bad Kissingen die Session. Die beim Rathaussturm im November entwendete Stadtkasse brachten sie so leer wieder zurück wie sie vorher war.
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Enttäuscht nimmt Oberbürgermeister Kay Blankenburg (Mitte) die leere Stadtkasse von den Reiterswiesener und Garitzer Narren zurück.  Foto: Foto: Sigismund von Dobschütz
Enttäuscht nimmt Oberbürgermeister Kay Blankenburg (Mitte) die leere Stadtkasse von den Reiterswiesener und Garitzer Narren zurück. Foto: Foto: Sigismund von Dobschütz
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Mit Pauken und Trompeten, viel Gesang und Tanz, fand am Faschingsdienstag die Session mit dem traditionellen Faschingstreiben im Tattersall wieder ihren stimmungsvollen Abschluss. Mancher Narr mag es bedauert haben, andere Kissinger werden sich gefreut haben, sich endlich wieder "normal" benehmen zu dürfen.
Besonders enttäuscht dürfte im Tattersall wohl Oberbürgermeister Kay Blankenburg gewesen sein. Am 11.
November hatten die Narren der Fidelia Reiterswiesen und des BTC Garitz sein Rathaus gestürmt und ihm die Stadtkasse entwendet. Am Dienstag gab man sie ihm wieder zurück.

Nur Spielgeld

Wollte sich Blankenburg mit seinem schwarzen Anzug etwa bei dem traditionell im schwarzen Frack gekleideten Garitzer Elferrat anbiedern? Genützt hat es ihm jedenfalls nichts: Die Kasse kam genau so leer zu ihm zurück, wie er sie im November aus den Händen geben musste.
Die Narren hatten sie nicht einmal öffnen können, wie Moderator Alexander Pusch (Reiterswiesen) eingestand. Bürgermeister Anton Schick und Kämmerer Gerhard Schneider hätten vorher die Schlüssel gestohlen. Statt dem Bürgermeister mit dringend benötigtem Geld auszuhelfen, ließen die Narren nun "aus Rache" 44 444 Euro auf die Kissinger Menschenmassen regnen, die sich zu diesem bunten Spektakel im Tattersall eingefunden hatten. Mit diesem Betrag wollten die Reiterswiesener ein letztes Mal an das 44-jährige Bestehen ihrer Faschingsgesellschaft Fidelia erinnern.

Abwechslungsreiches Programm

Nachdem die Kissinger die herabgefallenen Geldscheine eingesammelt hatten, die sich leider schnell als Spielgeld entpuppten, genossen sie ausgiebig das abwechslungsreiche Programm. Die Tänze der Reiterswiesener Prinzengarde und der BTC-Garde, der Blauen Husaren der Fidelia und der BTC-Jugendgarde sowie Darbietungen der Tanzmäuse und der Linsenspitzergarde, um nur einige zu nennen, brachten auch den letzten Faschingsmuffel richtig in Schwung. Sehenswert waren auch die "Crazy Birds", der Showtanz der Fidelia-Prinzengarde aus dem Musical "König der Löwen" und der Tanz des Reiterswiesener Tanzmariechens.
Die Moderatoren Alexander Pusch und Christian Rüth präsentierten routiniert im Wechsel die Tanznummern auf der Bühne. War es ihnen zuvor zwar nicht gelungen, den Oberbürgermeister mit frischem Geld für die Stadtkasse aufzuheitern, hatten beide jedenfalls im Laufe des mehrstündigen Programms beim teilweise bunt verkleideten Publikum weitaus mehr Glück.

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