Poppenroth
Strasse des Anstosses

Das Kreuz mit den Straßen

Die Bürgerversammlung in Poppenroth verdeutlicht die Investitionsrückstände der Stadt im Straßenbau. Oberbürgermeister Blankenburg wirbt um Verständnis.
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Die Straße von Poppenroth nach Albertshausen ist in marodem Zustand. Aber Oberbürgermeister Kay Blankenburg macht den Poppenrothern keine Hoffnung, dass sich das in absehbarer Zeit ändert. Foto: Werner Vorgel
Die Straße von Poppenroth nach Albertshausen ist in marodem Zustand. Aber Oberbürgermeister Kay Blankenburg macht den Poppenrothern keine Hoffnung, dass sich das in absehbarer Zeit ändert. Foto: Werner Vorgel
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Die Poppenrother haben es nicht leicht. Da wohnen sie schon am weitesten von der Kernstadt weg, und dann fühlen sie sich auch noch bei den Straßen abgehängt. Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) formuliert es eindeutig: "Für die Straße nach Albertshausen ist kein Geld da." Nicht für den Ausbau, nicht für eine Reparatur, nicht für eine Ertüchtigung. "Jetzt nicht und in absehbarer Zeit nicht", fügt er noch an.
Warum das so ist, das hatte er ausführlich begründet.

Basta!, hatte einst Bundeskanzler Gerhard Schröder gesagt und so versucht, Diskussionen zu beenden. Das würde der Kissinger Oberbürgermeister so nie formulieren, und so erlebten die 60 Zuhörer bei der Bürgerversammlung, wie schwierig Kommunalpolitik sein kann. Es wurde heiß diskutiert. Jedem wurde Gelegenheit gegeben, sich ausführlich zu äußern.


Langsam fahren oder gar nicht

Da beklagte man einerseits "Wegelagerei", wenn die Stadt die Geschwindigkeit der Straße auf 40 km/h begrenzt und dann auch noch kontrolliert. Dann wird argumentiert, dass es die zu schnell fahrenden schweren Fahrzeuge sind, die die Schäden verursachen.

Blankenburg stellt nüchtern in den Raum: "40 km/h ist besser als Schließung." Auch weitergehende Vorschläge, die in der Diskussion gemacht wurden, beleuchteten nur einzelne Aspekte, wie: "Es gibt noch einen anderen Weg, den könnte man doch wenigstens so herrichten, dass man fahren kann, vielleicht als Einbahnstraße". Stadtoberhaupt und Bauamtsleiter Jan Voll hörten die Argumente an, gingen auf die Argumente ein und konnten den Bürgern doch keine Hoffnung in absehbarer Zeit machen: "Bei mehr als 100 Kilometern Straßenunterhalt der Stadt ist der Ortsverbindungsweg in der Prioritätenliste nicht weit vorne."

Zu Beginn der Versammlung hatte der Oberbürgermeister festgestellt, dass Poppenroth 816 Einwohner zählt, 10 weniger als im letzten Jahr. Lob hatte er für die Jagdgenossen, die 5000 Euro für die Sanierung der Kreuzigungsgruppe bereitgestellt hatten. Auch zwei neue Buswartehäuschen konnte Pressesprecher Thomas Hack auf der Leinwand präsentieren.

Dass die Stadt derzeit vor allem in die Zukunft der jungen Generation investiert, wurde deutlich, als die Fotos des Kita-Gebäudes projiziert wurden. Durch die Aufnahme des Kindergartens in das kommunale Investitionsprogramm konnte die energetische Sanierung in Angriff genommen werden. 154 000 Euro steuert die Stadt als Zuschuss für den Bauherrn, den St.-Johannis-Verein, bei. Nach dem Spielplatzkonzept für die Große Kreisstadt werden auch die Spielplätze Heideneller und Männerholz mit Spielhaus und Klettergeräten aufgewertet.


Fahrzeug für die Feuerwehr

Das Fahrzeug aus dem Jahr 1987 soll erneuert werden. In den Haushalt für 2017 sind dafür 180 000 Euro eingestellt. Blankenburg befürwortet eine enge Abstimmung der Feuerwehren, bekräftigt aber eigenständige Wehren in den einzelnen Stadtteilen. "Was wir auf der einen Seite einsparen, verlieren wir durch den Wegfall großer Teile des ehrenamtlichen Engagements", begründet er die Notwendigkeit der Anschaffung und hofft auf die Bewilligung durch den Stadtrat. Auch der Breitbandausbau auf 30 MB pro Anschluss steht für 2017 auf dem Programm; der Förderantrag an die Regierung ist gestellt.


Zukunft der Schulgebäude

Die Henneberg-Grundschule hat drei Schulhäuser für die fünf Bad Kissinger Stadtteile. Das bedeutet einen regen Schulbusverkehr. Langfristiges Ziel ist ein einziges Gebäude. Ob die Erweiterung der Schule am Sinnberg oder ein Neubau in Garitz sinnvoll ist, wird den Stadtrat beschäftigen. Bis die Grundsatzentscheidung gefallen ist, wird in den bestehenden Gebäuden nur in die Sicherheit investiert. Blankenburg versprach auch, die Fahrtroute des Schulbusses überprüfen zu lassen. Es wurde bemängelt, dass die Poppenrother Kinder morgens als Erste in den Bus einsteigen und mittags als Letzte aussteigen. Und weil es an dem Abend um Straßen ging: Die KG 43 ist auch reparaturbedürftig. Die ist zwar Kreisstraße, aber die Stadt könne doch im Kreistag Druck machen. Der OB nahm es zur Kenntnis.

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