Nüdlingen
Lebenshilfe

Dank Benefizkonzert nach China

"Living Contrasts" spielte und 350 kamen in die Nüdlinger Werkstatt zum Konzert.
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"Living contrasts" spielten zugunsten der Nüdlinger Werkstatt. Mit dem Erlös fließt Geld in den Topf der Werkstatt für eine ganz besondere Reise nach China zum Festival für Veeh-Harfen. Fotos: Klaus Werner
"Living contrasts" spielten zugunsten der Nüdlinger Werkstatt. Mit dem Erlös fließt Geld in den Topf der Werkstatt für eine ganz besondere Reise nach China zum Festival für Veeh-Harfen. Fotos: Klaus Werner
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"Inklusion, aber einmal anders herum!" - das war schon immer der Traum von Martin Denninger, dem Leiter der Nüdlinger Werkstatt des Vereins "Lebenshilfe für Behinderte Schweinfurt". Gemeint hat er damit, dass die "Menschen ohne Handicap" in der Nüdlinger Werkstatt zu Gast sind und gemeinsam gefeiert wird.

Und diesen Traum hat er mit einem Benefizkonzert in die Tat umgesetzt. 350 Gäste feierten mit der Cover-Band "Living Contrasts" eine stimmungsvolle Party, deren Reinerlös für eine ganz besondere Reise verwendet werden soll. Im Oktober 2014 findet in Peking (China) ein Festival für die sogenannten "Veeh-Harfen" statt, die als besondere Instrumente den Menschen mit Handicap in Rahmen der musikalischen Förderung eingesetzt wird. "Insgesamt 200 Teilnehmer aus Europa werden zu diesem Festival reisen und mit dabei ist eine zehnköpfige Delegation der Nüdlinger Werkstatt", so Denninger.

Zwei Wochen seien für diesen Aufenthalt eingeplant und in den ersten Tagen stehen mehrere Auftritte täglich auf dem Programm. Der Aufenthalt wird mit einem touristischen Kulturprogramm abgerundet. Für Denninger war es ein Glückstreffer, dass über Klaus Eckhard und den Verein "Live Music Now - Franken e. V." der Kontakt zu Stefanie Keller entstand, die "Rotaract" als Jugendgruppe des Rotary-Clubs vertritt. Der "Rotaract" -Club ist auf Benefiz- und Hilfsaktionen spezialisiert, erzählt Stefanie Keller und verweist auf Veranstaltungen für den Wildpark bis zur Hilfe für Chile. Auf dieser Ebene entstand vor einem halben Jahr auch der Kontakt zur der jungen Schweinfurter Cover-Band "Living Contrasts", die sich zu einem kostenlosen Auftritt bereit erklärte, um damit die Kasse für die Reise nach Peking zu füllen.

Für Martin Denninger und seinen Mitarbeitern war es die erste Veranstaltung in dieser Art, die sie routiniert mit Cocktail-Bar und einem reichhaltigen Snack- und Getränkeauswahl ausschmückten. Kein Wunder, denn Sommerfest und Weihnachtsbasar sind mittlerweile organisatorische Selbstläufer. Doch in diesem Jahr wollte man einen Schritt weitergehen. Mit den vier Jungs aus Schweinfurt ging es los, mit einem Benefiz-Auftritt von Franken-Komödiant Fredi Breunig im September 2014 geht es weiter.

Andere Seite der Inklusion

Für Denninger ist dies die andere Seite der Inklusion, wenn viele Gäste das Lebensumfeld der Behinderten kennenlernen. Vor allem bei der Gruppe "Living Contrasts" hatte er als Ziel, "möglichst viele junge Menschen ins Haus zu holen". Und dies ist ihm mit 350 Gästen gelungen - und für mehr hätte der Platz aus Brandschutz- und Sicherheitsgründen nicht ausgereicht.

Und die vier Musiker auf der kleinen Bühne im großen Saal hatten ebenso ihren Spaß wie die Gäste. In zwei Etappen begeisterten sie fast zweieinhalb Stunden mit einer guten Mischung aus Oldies und neuen Hits, aus Rock, Blues und Soul. War es in der ersten Hälfte noch eine bunte Pop-Mischung, die das Publikum zum Mitklatschen und Mitsingen und - anfangs zögerlichen - Mittanzen bewegte. Die Scheu vor der Tanzfläche fiel jedoch im Laufe des Abends und im gleichen Maße wie sich die hinteren Stuhlreihen lichteten, füllte sich der Platz vor der Bühne immer mehr.

In der zweiten Etappe präsentierten sich die vier mit schwarzen Anzüge und Sonnenbrillen, und im Stil der "Blues Brothers" ging es mit einem groovigeren Sound weiter. So wurde die zweite Hälfte zu einem tollen Live-Act der 2010 gegründete Band mit Christopher Tate, Alexander Pfriem, Julian Stoike und Uli Niklaus. Dabei zeigten die vier jungen Männer ihr musikalisches und gesangliches Können mit facettenreichen Interpretationen sowie einer intensiven Bühnenpräsenz. Vier Zugaben forderten die Gäste ein und spendeten überschäumenden Applaus bei einem Happy-End mit "Angel" von Robbie Williams und "What a wonderful world" von Louis Armstrong.
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