Frauenroth

Dachstuhl in Flammen

In der Wirtschaft "Zum Löwen" hat es gebrannt. Die Gäste einer Geburtstagsfeier konnten sich selbst in Sicherheit bringen, so dass es keine Verletzten gab.
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Mit Hilfe der Drehleiter musste das Feuer von oben bekämpft werden. Die Flammen schlugen aus dem Dach.  Foto: Peter Rauch
Mit Hilfe der Drehleiter musste das Feuer von oben bekämpft werden. Die Flammen schlugen aus dem Dach. Foto: Peter Rauch
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Noch hängt die "Einladung zur Feuerwehrübung am Montag 28. November 2016" am schwarzen Brett in Frauenroth und viele der insgesamt 27 Aktiven hatten sich sicher auch zur Übung wie gewünscht um 18.30 Uhr am Feuerwehrhaus eingefunden.
Doch schon kurz nach dem Übungsende gegen 21.15 ging in Burkardroths kleinstem Marktgemeindeteil die Sirene - in der Gastwirtschaft "Zum Löwen" brannte es. Ein gutes Dutzend Personen feierten in der Ausflugswirtschaft gerade einen Geburtstag, als sie durch Knistern und Rauchentwicklung auf den Brand im Spitzboden aufmerksam wurden. Alle konnten sich vor dem Feuer selbstständig in Sicherheit bringen, beim Einschlagen des Feuermelders holte sich einer eine leichte Schnittwunde.
Keine 80 Meter vom Feuerwehrhaus entfernt drang aus dem Dach des zum Teil dreigeschossigen Gebäudes inzwischen starker Rauch. Schnell ist den erst eintreffenden Wehren klar, dass sie hier alleine kaum noch etwas ausrichten können und so wurden außer der Frauenrother Ortswehr noch die umliegenden Wehren aus Aschach, Stralsbach, Stangenroth, Großenbrach, Lauter, Burkardroth/Zahlbach/Wollbach und Bad Kissingen alarmiert. Mit 16 Fahrzeugen rückten die umliegenden Wehren nach Frauenroth aus, das Rote Kreuz entsendete acht Fahrzeuge und 20 Kräfte und so waren insgesamt knapp 150 Einsatzkräfte innerhalb relativ kurzer Zeit vor Ort. Unter ihnen Kreisbrandrat Benno Metz die Kreisbrandinspektoren Harald Albert und Ronald Geis und leitender Notarzt Dr. Ralph Brath.


Versorgung in der alten Schule

Die Gäste des "Löwen" waren inzwischen in der alten Schule untergekommen, wo auch heißer Kaffee und Tee für die Einsatzkräfte zubereitet wurde.
Die Brandbekämpfung erfolgte von innen und über die Drehleiter der Kissinger Wehr. Im Obergeschoss der Gaststätte war in den ersten Stunden vor lauter Qualm und Rauch kaum etwas zu erkennen, so dass die DL 32 der Kissinger eine große Hilfe war. Sicher war nur, es sind keine Menschen mehr im Haus, alle sind sie in der alten Schule untergekommen.
Mit einem Reißhaken öffneten die Feuerwehrleute das Dach an einigen Stellen, damit von oben gelöscht werden konnte. Kaum bekam der Brand im Spitzboden frische Luft, schlugen die Flammen auf zehn bis zwölf Meter voll aus dem First, das rund 18 Meter lange Haus brannte auf fast voller Länge im Spitzboden. Herunterlaufendes Löschwasser, vermischt mit Leichtschaumbeigabe, gefror sofort auf dem kalten Asphalt. So mussten sich Feuerwehrmänner als "Salzstreuer" betätigen, Gullideckel wurden ausgehoben, damit das Löschwasser sofort in die Kanalisation gelangen kann und die Straße nicht in eine Eisbahn verwandelt.
Rund zwei Stunden lang wurde über die Drehleiter mit einem B-Strahlrohr gelöscht, wurden immer neue Teile der Dachhaut geöffnet, damit Löschwasser nach innen, zum eigentlichen Brandherd gelangen kann.


Innenangriff

Inzwischen konnten auch Atemschutztrupps besser einen Innenangriff starten, dennoch dauerte es noch bis Mitternacht bis die ersten Kräfte abgezogen wurden. Über 30 Männer und Frauen waren bis dahin als Atemschutzgeräteträger im Einsatz. Jeweils ca. 20-30 Minuten lang waren sie mit Gerät im Haus oder auf der Drehleiter und kamen dann total verschwitzt zurück. Bei minus fünf Grad waren sie alle froh, dass das Frauenrother Feuerwehrhaus eigentlich gleich gegenüber liegt, dass man hier die inzwischen total beschlagene Maske ablegen konnte und es Heißgetränke gab.


Lange Nacht

Für viele der Atemschutzgeräteträger war aber auch um Mitternacht der Einsatz noch nicht zu Ende: Als Reserve blieben sie vorerst hier, manche gingen sogar mit neuen Preßluftflaschen nochmals am Morgen zum Einsatz und etliche fuhren die leeren Preßluftflaschen zur Feuerwache nach Bad Kissingen, wo sie noch in der Nacht gefüllt und zum Teil sogar wieder in die noch in Frauenroth stehenden Fahrzeuge gebracht wurden.
Ebenfalls noch in der Nacht hat die Kriminalpolizei Schweinfurt die Ermittlungen aufgenommen. Zur Ursache und zur Schadenshöhe konnten noch keine Angaben gemacht werden, sicher ist jedoch, dass sich die Schadenssumme im sechsstelligen Bereich bewegt.
Die Bürgerversammlung, die am Dienstagabend in der Gaststätte stattfinden sollte, wurde abgesagt.
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