Bad Bocklet
Nominierung

Bundestagswahl 2017: CSU nominiert Dorothee Bär als Direktkandidatin

Die CSU-Delegierten des Bundeswahlkreises 248 votieren fast einstimmig für die 38-jährige Staatssekretärin zur Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2017.
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Die CSU im Bundeswahlkreis 248 ist sich einig: Dorothee Bär ist ihre Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2017. Fotos: Paul Ziegler
Die CSU im Bundeswahlkreis 248 ist sich einig: Dorothee Bär ist ihre Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2017. Fotos: Paul Ziegler
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Die CSU-Kreisverbände Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge haben beinahe einstimmig Dorothee Bär (38) als Direktkandidatin der CSU im Wahlkreis 248 für die Bundestagswahl im nächsten Jahr nominiert. Bei einer Delegiertenversammlung im Kursaal in Bad Bocklet stimmten 135 von 138 der Delegierten für die Ebelsbacherin. Sie hatte bei der Wahl keinen Gegenkandidaten/in. "Das ist ein starker Rückenwind, den mir die Basis mitgegeben hat", kommentierte Dorothee Bär das Ergebnis.

An ihrer Nominierung hatte es nie Zweifel gegeben. Bereits seit 14 Jahren ist Dorothee Bär im Deutschen Bundestag. Zunächst über die Landesliste wurde sie ins Parlament gewählt, wo sie gemeinsam mit Eduard Lintner (Münnerstadt) bis 2009 den Wahlkreis vertreten konnte. Nach dem Ausscheiden Lintners bekam sie das Direktmandat, das sie für die Bundestagswahl im Sommer 2017 erneut angestrebt und bekommen hat.


Schwerpunkt ist die Infrastruktur

Ihre Rede vor den Delegierten sollte zwar auch ein Rechenschaftsbericht der vergangenen Jahre sein, einen solchen abzugeben, war allerdings gar nicht nötig. Sie sprach frei und offen zur Versammlung, ließ viele persönliche Erlebnisse von ihren Besuchen im Wahlkreis einfließen. Sie schlug nicht die laute CSU-Trommel, sondern verlegte sich eher darauf, die Notwendigkeiten einer CSU- und ihrer Politik darzulegen. Dabei ging sie im Besonderen auf die Infrastruktur des Wahlkreises ein, im Speziellen auf die Digitale Infrastruktur und den Verkehrswegeausbau. Bereiche, für die sie auch als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium zuständig ist. Der Wahlkreis 248 mit drei Landkreisen sei ein großer Flächenlandkreis - ein Drittel größer als das Saarland - und hier müsse man die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen.


Straßen und Internet

Zum einen nannte sie in diesem Zusammenhang den Bundesverkehrswegeplan, in den für die Bundesstraße B 286n Bewegung gekommen sei, die Bundesstraßen und Autobahnen würden gerade in Bayern stark berücksichtigt. Es wurden von Mdl Sandro Kirchner die Ortsumgehungen Wegfurt und Saal im Landkreis Rhön-Grabfeld angesprochen, wo den Bürgern schnell geholfen werden müsse, er verwies auf die Planungen für die Ortsumgehung Nüdlingen, wo die Gemeinde noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen habe. "Wir brauchen Mobilität", sagte Dorothee Bär zu diesen Planungen und dafür müsse man die Voraussetzungen für die Umsetzung schaffen. Das werde gelingen und sie gab dem Vertreter der Straßenbauamtes Schweinfurt, Manfred Rott, der bei der Versammlung anwesend war, schon mal den Hinweis, dass "auf die (dem Verkehrministerium) nachgeordneten Behörden" Mehrarbeit zukomme.


Ausbau auf 100 Prozent Fläche

Bei der digitalen Infrastruktur ist bereits seit gut einem Jahr die Offensive des Bundes und der Länder spürbar. Es sind nur ganz wenige Gemeinden, deren Bürgermeisterinnen oder Bürgermeister keinen Förderbescheid für den Breitbandausbau aus den Händen von Dorothee Bär oder dem bayerischen Finanz- und Heimatminister Markus Söder erhalten haben. "Internet und Digitalisierung ist Daseinsvorsorge", sagte Dorothee Bär. Bei der Vorstellung ihres Konzeptes in Berlin (100 Prozent Ausbau) habe Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel gesagt, sie zitierte ihn, seien 95 Prozent auch genug. Aber, so ihr Einwand: 5,0 bedeuten ein Drittel in der Fläche. Damit wären von den 89 Gemeinden im Wahlkreis 248 wohl etliche nicht in den Genuss einer Förderung gekommen. "Wenn es uns wirklich ernst damit ist mit dieser Infrastruktur, dann müssen wir auch eine Gleichstellung des ländlichen Raumes mit den Ballungszentren haben", sagte sie. Tatsache sei, dass bereits heute die 14- bis 19-Jährigen zu 100 Prozent digitale Medien nutzen. Bei den 30- bis 35-Jährigen seien es 95 Prozent. Die Wirtschaft braucht diese Infrastruktur, die Telemedizin beispielsweise in den fünf Bädern der Bäderregion Bayerische Rhön ... "Die Medizin spielt bei uns eine große Rolle".


"Vertragsverlängerung"

Dorothee Bär kann mit einem gewissen Stolz auf ihre bisherige Karriere zurückblicken. Sie tut dies mit einem guten Stück an Dankbarkeit für ihre Basis. "Ich hätte nicht diese Politik machen können, wenn man nicht diese (CSU-) Familie hinter sich hat. Ich würde mich freuen, eine Vertragsverlängerung für die nächsten vier Jahre zu bekommen", sagte sie zum Abschluss ihrer Rede. Diese wurde von den Delegierten mit anhaltendem Applaus honoriert.


Ein starkes CSU-Netzwerk

Sowohl Staatssekretär a.D. Eduard Lintner (Münnerstadt) wie auch Landtagsabgeordneter und CSU-Kreisvorsitzender Sandro Kirchner (Premich) würdigten Bärs Arbeit im Wahlkreis und in Berlin. Kirchner zeigte das Netzwerk auf, das die CSU von den Gemeinden und den CSU-Bürgermeistern, über die Abgeordneten im Bezirkstag, wo er insbesondere das Engagement von Karin Renner (Bad Kissingen) herausstrich, über den Landtag bis hin zum Bundestag und die Bundesregierung aufgebaut habe. "Wir sind gut aufgestellt", rief er den Delegierten zu. In diesem Netzwerk sei eine immense Wissensbasis vorhanden, ein Erfahrungsschatz für die Politik. Und Dorothee Bär könne mit dieser Basis an Helfern, Parteifreunden und Wissen bestens arbeiten, sie setze mit ihrem Engagement für Digitalisierung und Verkehr Anker in diesem Netzwerk, der Rückenwind ihrer Partei im Wahlkreis mache auch andere auf sie aufmerksam: "Wir sind sehr stolz, dich zu haben".


Alle gratulierten

Nachdem Dorothee Bär ihre Nomierung als Direktkandidatin der CSU für den Wahlkreis 248 für die nächste Bundestagswahl angenommen hatte, bildete sich im Saal eine lange Schlange. Alle wollten ihr persönlich gratulieren, sie beglückwünschten und umarmten sie, es lag tatsächlich etwas von Familienfeier über dieser Nominierungsversammlung. Ihr Ehemann Oliver Bär (39), seit 1. Mai 2014 Landrat von Hof, musste lange warten, bis er seine Frau zur Wahl gratulieren konnte. Tatsachlich wartete er, bis alle anderen gegangen waren. Das Ehepaar ist am Samstag in Bad Kissingen geblieben, hat am Abend den Rakoczy-Ball besucht und sicherlich ein wenig gefeiert.


Zur Person: Dorothee Bär

Vita Dorothee Bär wurde am 19. April 1978 in Bamberg geboren, aufgewachsen ist sie in Ebelsbach. Mit 14 Jahren trat sie in die Junge Union und 1994 in die CSU. Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung und Studium der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München und am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Abschluss: Diplom-Politologin.

Bundestag Seit 2001 Mitglied im CSU-Parteivorstand, seit 2002 Bundestagsabgeordnete (über die Landesliste), 2009 erstmals als Direktwahlkandidatin im Wahlkreis 248. Dieser Wahlkreis umfasst die Landkreise Haßberge, Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen. Der Wahlkreis ist übrigens um ein Drittel größer als das Saarland.

Ämter 2009 bis 2013 stellvertretende Generalsekretärin und für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion Sprecherin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit 17. Dezember 2013 Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Privat Seit 2006 ist sie mit Oliver Bär verheiratet und Mutter zweier Töchter (geboren 2006 und 2011 ) und eines Sohnes (geboren 2012). Ihr Mann ist Landrat im Landkreis Hof.

Wahl Als Delegierte für die Landesversammlung der CSU wurden in Bad Bocklet gewählt: Dorothee Bär (MdB, Ebelsbach), Thomas Bold (Landrat Bad Kissingen), Birgit Erb (Bürgermeisterin Oberelsbach und CSU-Kreisvorsitzende Rhön-Grabfeld), Thomas Habermann (Landrat Rhön-Grabfeld), Sandro Kirchner (MdL, Premich) und Steffen Vogel (MdL, Haßfurt). pz


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