Rottershausen

Bürger besuchten die Windrad-Baustelle

An die 150 Bewohner nutzten die Gelegenheit, die Baustelle der Windräder in der Gemarkung Rottershausen aufzusuchen.
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Groß war das Interesse an der Baustellenbesichtigung der drei Windräder in der Gemarkung Rottershausen. Foto: Stefan Geiger
Groß war das Interesse an der Baustellenbesichtigung der drei Windräder in der Gemarkung Rottershausen. Foto: Stefan Geiger
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Während dieser Bereich ansonsten streng überwacht wird, durften die Interessenten nahe zur Anlage am Beilberg, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Bis Jahresende sollen die drei Kraftwerke am Netz sein.

Auf Betreiben von Bürgermeister Franz Kuhn ermöglichte die Energieallianz Bayern als Bauherr die Erkundung. Extra aus München angereist war Geschäftsführer Joachim Martini, der die Anlagen vorstellte und den Teilnehmern Rede und Antwort stand.

Zunächst schilderte Martini den Werdegang: "2012 liefen die Gespräche mit der Gemeinde unter dem damaligen Bürgermeister Siegfried Erhard an. Erste Vorstellungen entstanden und wurden in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Die Anlagen hier sind die ersten ihrer Art, die wir selbst bauen."

Martini verwies darauf, dass das Projekt in einen Nord- und einen Südteil getrennt wurde, nachdem auf Eltingshäuser Seite vor allem ein Rotmilanpaar berücksichtigt werden muss: "Dort würden wir gerne noch zwei Windräder aufstellen. Dazu aber müssen wir noch naturschutzrechtliche Fragen abklären." Alle Standorte lägen auf Gemeindegrund, so dass die kommunalen Vergütungen allen Bürgern zu Gute kämen.


Technische Details

An einem der drei Standorte, an dem der Bau am weitesten fortgeschritten ist, erklärte Martini bauliche und technische Details: Die spätere Gesamthöhe wird 200 Meter betragen, ein Rotorblatt ist 63 Meter lang. Die Turmhöhe bis zur Kanzel wird 137 Meter messen, das Fundament einen Durchmesser von 25 Metern haben. Der Stromertrag je Anlage wild pro Jahr um 18 Millionen Kilowattstunden betragen, die etwa 6000 Haushalte versorgen können. Geplant ist der Anschluss per Erdverkabelung an das Stromnetz Bad Kissingen. Fertigstellungstermin für die drei Windräder ist Ende 2016.


Danach wird aufgeräumt

Bei der Erkundung wurden die Eingriffe in Flur und Wald deutlich. "Zugangswege und Aufstellungsbereich mussten für die Errichtung entsprechend hergerichtet werden. Nach Abschluss erfüllen wir die festgelegten Rückbaumaßnahmen beziehungsweise die Wiederaufforstungen sowie die Instandsetzung der Feld- und Waldwege und Auflagen zu Ausgleichsflächen", ergänzte Martini.

Zum aktuellen Stand fügte er an: "Einer der Türme ist einschließlich Gondel fertig, die beiden anderen fast. Dann folgt die Montage der Rotorblätter per 150 Meter hohem Kran, ehe der Innenausbau startet. Den Abschluss bildet die Verbindung zur bereits fertigen Erdverbabelung."

Zu den Finanzen ergänzte Martini, dass die drei Anlagen auf 18 Millionen Euro kommen. Über das Gesetz zur erneuerbaren Energie EEG fließen 8,4 Cent je Kilowattstunde zurück. Dazu kommt auf der Einnahmeseite der Verkaufserlös des Stroms. Die Anlage sei auf 20 Jahre hin konzipiert. "Wir hoffen, dass die Stromausbeute so ist, dass wir schwarze Zahlen schreiben. Am Ende der Laufzeit muss über Verlängerung oder Rückbau entschieden werden."


Umstrittene Regelung

Das gesamte Projekt fiel in die Zeit der sog. "10-h-Regelung" in Bayern, nach der die Windräder mindesten den zehnfachen Abstand zur Wohnbebauung haben müssen. Ausnahmen gibt es nur über ein eigenes Planungsverfahren, das die Gemeinde nutzte. "Das 10-h-Gebot hat in Bayern den Bau von Windkraftanlagen fast zum Erliegen gebracht", sagte Martini.

"Wir bilden mit Oerlenbach eine Win-win-Gemeinschaft zum Nutzen beider Partner", fuhr Martini fort. "Wir bauen nicht nur die Anlage, sondern betreiben sie technisch und kaufmännisch in der vereinbarten Laufzeit einschließlich Wartung, Versicherungen und sonstiger Leistungen."

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