Oerlenbach
Wald

Brennholz wird teurer

Es wird immer wärmer und es regnet weniger. Das haben Aufzeichnungen seit 1936 ergeben. Fachleute sagen deshalb für die Zukunft Zuwachs-Verluste voraus, auch im Wald auf der Gemarkung der Großgemeinde Oerlenbach.
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Nachhaltige Wirtschaft: Die Forstwirte Thomas Morawietz (links) und Stefan Kuhn (rechts) bringen Walnüsse als Unterbau in Buchenbestände am Rannunger Berg in Rottershausen ein. Foto: Stefan Geiger
Nachhaltige Wirtschaft: Die Forstwirte Thomas Morawietz (links) und Stefan Kuhn (rechts) bringen Walnüsse als Unterbau in Buchenbestände am Rannunger Berg in Rottershausen ein. Foto: Stefan Geiger
Einstimmig billigte der Gemeinderat Nachweis 2014 und Planung 2015 für den Gemeindewald und würdigte damit die nachhaltige Forstwirtschaft, die seit letztem Jahr Benjamin Winter im Revier leitet. Angehoben wird der Preis für Brennholz auf 55 Euro je Festmeter.
Mit vielen Zahlen belegte Revierförster Winter die Maßnahmen. "2014 war ein Jahr ohne große Besonderheiten mit ausreichenden Niederschlägen", erklärte Winter.
Der vorgesehene Bau eines Weges im Aspenschlag in Eltingshausen werde auf Anfang 2015 verschoben. "Sorgen macht, dass Eschentriebe absterben", berichtete er.

70 Kilogramm Walnüsse

In Holzernte, Alt- und Jungdurchforstung sowie Jugend- und Bestandspflege seien die Planungen zu 100 Prozent umgesetzt worden.
In der Abteilung Wagental (Rottershausen) seien 3 300 Rotbuchenwildlinge aus eigenem Bestand unter Buchen gepflanzt worden. Aktuell säen die Forstwirte Stefan Kuhn und Thomas Morawietz am Rannunger Berg (Rottershausen) 70 Kilogramm Walnüsse aus. Den Holzeinschlag führten zum Großteil die eigenen Forstwirte aus. 267 Festmeter ergaben sich bei Harvestereinsatz und Abraum.
"Im kommenden Jahr halten wir uns weiter an die Vorgaben des Forstbetriebsplans einschließlich Hiebsatz. Endnutzungen erfolgen in Wagental (Rottershausen), Winterleite (Eltingshausen) und Rothschlag (Ebenhausen), Altdurchforstungen in Hinteres Gereuth (Ebenhausen) und Heimiche Lohe (Rottershausen), Jungdurchforstungen in Alte Haard (Rottershausen) und Birkes (Eltingshausen) sowie Bestandspflege auf acht Hektar in Wagental, Tanzel ( beide Rottershausen) und Hinteres Gereuth (Ebenhausen)," blickte Winter voraus.

Für Windkraftnutzung

Gepflanzt werden sollen 10 600 Buchenwildlinge, 500 Douglasien und 200 Bergahorn. Auf 1,5 Hektar gilt es, Misch- und Konkurrenzbestände zu regulieren. Außerdem sei eingeplant, Flächen für die anvisierten Standorte zur Windkraftnutzung westlich der Schwarzen Pfütze frei zu räumen.
Die Finanzen fügte Bürgermeister Franz Kuhn an. Aktuell stünden sich 110 000 Euro an Einnahmen und 114 000 Euro an Ausgaben gegenüber. Dazu kämen bis Jahresende noch 40 000 Euro, so dass am Ende ein Minus von 45 000 Euro zusammen komme. "Diese Bilanz sind wir gewohnt. Wald ist mehr als nur Wirtschaftsfaktor. Wir investieren in die Zukunft", machte Kuhn klar.
Forstdirektor Wilhelm Schmalen ergänzte, dass vor allem die Bodenverhältnisse die Forstwirtschaft erschwerten. Zudem sei in früheren Generationen die Nachhaltigkeit vernachlässigt worden.
"Die Preise für die Eiche sind stabil und gut, für Buche mehr auf niedrigerem Niveau. Gut liegt die Fichte, die aber im Gemeindewald keine große Rolle spielt", erklärte Wilhelm Schmalen. Das Stammholz werde über die Forstbetriebsgemeinschaft FBG veräußert. Brennholz bietet die Gemeinde in Langform an.
Nach Abwägung entschied der Gemeinderat, den Preis je Festmeter Hartholz moderat von 50 auf 55 Euro anzuheben. Unverändert bleiben Weichholz mit 35 Euro je Festmeter und Mindestgebot von 10 Euro je Festmeter bei Abraum. Brennholz wird weiterhin nach Bedarf eingeschlagen. Vorgesehen sind im Jahr 700 Festmeter, wobei je Haushalt maximal 15 Festmeter beantragt werden können.
Schmalen hob hervor, dass die Daten des Waldwirtschaftsplans eingehalten würden. Schmalen fügte Daten zum Klima an: "Angestiegen ist die Lufttemperatur in diesem Jahr bei gleichzeitig weniger Niederschlägen in den Sommermonaten. Diese Trends deuteten sich in den letzten Jahrzenten gemäß Aufzeichnungen seit 1936 an. Der Wasservorrat wird weniger, Zuwachsverluste sind zu befürchten. Es gilt nicht Panikmache, sondern überlegte Waldbewirtschaftung mit Auswahl der richtigen Baumarten. Die Fichte als Flachwurzler ist bei uns ungeeignet."
Reinhard Landgraf bat, eine Erhebung zum Zustand der Waldwege zu erstellen, um künftige Maßnahmen festzulegen. Im Schulwaldgarten seien Sanierungen nötig.

Die Waldwirtschaft der Gemeinde Oerlenbach in Zahlen:
Gesamtfäche: 470 Hektar
Betriebsnachweis 2014:
Holzernte: 1 904 Festmeter (fm), davon 764 fm in End- und 1 140 fm in Vornutzung, aufgeschlüsselt in 730 fm in Alt- und 410 fm in Jungdurchforstung sowie 10 fm bei Jugendpflege auf insgesamt 5,4 Hektar
Holzverwertung: 825 fm als Stammholz, 830 fm als Brennholz und 249 fm als Abraum bzw. Naturholz, das im Wald liegen bleibt
Holzeinschlag: 1637 fm durch eigene Forstwirte, 267 fm durch Selbstwerber (Abraum) und Harvester (Maschineneinsatz)

Betriebsplanung 2015:
Holzernte: 2 100 fm, davon 1 350 fm in End- und 750 fm in Vornutzung, wobei 500 fm bei Altdurchforstung auf 8 Hektar und 250 fm bei Jungdurchforstung auf 5,4 Hektar anfallen;
Bestandspflege: 8 Hektar
Bestandsgründung: 10 600 Buchen, 200 Bergahorn, 500 Douglasien
Wegebau: Aspenschlag (Eltingshausen), weitere Sanierungen

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