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Sinntal
Regionalplan

Breite Front im Sinntal gegen Windkraft

Die Gemeinde Sinntal fordert in der Stellungnahme, dass alle Vorrangflächen für Windkraftanlagen in Sinntal gestrichen werden sollen.
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Die Windräder auf der Breiten First sind auch von der Burg Schwarzenfels aus zu sehen. Wenn es nach der Gemeinde geht, sollen das die einzigen Anlagen bleiben.  Foto: Julia Kreß
Die Windräder auf der Breiten First sind auch von der Burg Schwarzenfels aus zu sehen. Wenn es nach der Gemeinde geht, sollen das die einzigen Anlagen bleiben. Foto: Julia Kreß
Wie brisant das Thema Windkraft und damit verbunden der dritte Tagesordnungspunkt der Gemeindevertretersitzung in Sinntal ist, zeigte das Interesse der Bürger.

"Unsere Ausgangsposition ist viel besser als noch vor zwei Jahren", ist sich Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) sicher. Denn nun liegen der Gemeinde alle beantragten Gutachten vor. "Diesmal können wir in unserer Stellungnahme nicht nur eine politische Aussage treffen, sondern auch eine fachliche. Jetzt haben wir die besseren Argumente", meint Ullrich.

In der Stellungnahme zum Regionalplan fordert die Gemeinde die Streichung aller geplanten Vorrangflächen - bei Neuengronau, Altengronau, Jossa, Weiperz, zwischen Schwarzenfels und Züntersbach, Weichersbach und Oberzell.

Mike Richter, Fraktionsvorsitzender der BWG Sinntal, nannte die Stellungnahme "sehr ausführlich und sachlich". Aus seiner Sicht blieben nach Änderung und Anpassung an fachliche Gegebenheiten, nach Untersuchung der FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitate) nur zwei Potentialflächen übrig. "Diese sind aber auch unzureichend", bewertet Richter. Er warnt davor, dass die Stellungnahme keine abschließende Meinung sei und durch das Regierungspräsidium geprüft werde. Dennoch ist sein Fazit: "Sinntal scheint für weitere Windkraftanlagen nicht geeignet."


Flächen reduziert

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Günter Frenz: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Flächen reduziert", so Frenz. Die CDU blicke optimistisch in die Zukunft, aber: "Unsere Stellungnahme ist lediglich eine Basis für die Regionalversammlung. Wir haben es jedoch landesweit mit Überraschungen zu tun, wenn es dann um die Umsetzungen geht", warnt Frenz. "Es kann nicht sein, dass da etwas verhindert wird, wo die größten Lobbyisten sind", so Sinntals CDU-Fraktionsvorsitzender.

Er sprach eine Aussage von zwei Kreispolitikern an, die eine Umgehung der Ronneburg fordern. Für beide sollte die "touristische Attraktion im Main-Kinzig-Kreis" frei von Windkraftanlagen bleiben. "Für diese beiden ist die Ronneburg das Schloss Neuschwanstein des Kreises", so Frenz. Genau das gleiche könnten die Bergwinkler jedoch über die Burg Schwarzenfels, Schloss Ramholz oder die Burg Brandenstein sagen. Es müsse mit allen Standorten gleich fair umgegangen werden. "Für uns ist es vorstellbar, dass wir verschont werden, wir müssen aber auch die Gefahr sehen. Schließlich sind schon zuvor Entscheidungen getroffen worden, ohne dass die Gemeinde ihre kommunale Selbstbestimmung ausüben konnte", gab Frenz zu bedenken.

Dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Eugen Schüßler blieb nur noch, seinen Vorrednern zuzustimmen.

Julia Kress