Schwarze Pfütze
Feuer

Brand in der Schwarzen Pfütze fordert ein Opfer

Einen tragischen Ausgang nahm das Feuer im ehemaligen Gasthof "Schwarze Pfütze" bei Rottershausen. Ein Mann konnte sich nicht mehr rechtzeitig vor den Flammen retten. Er wurde am Samstag tot aus dem ausgebrannten Gebäude geborgen.
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Löscharbeiten an der Schwarzen Pfütze. Fotos: Heike Beudert
Löscharbeiten an der Schwarzen Pfütze. Fotos: Heike Beudert
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Gegen 21. 50 Uhr hatte am Freitag ein Bewohner des an der B 19 gelegenen Gasthauses das Feuer bemerkt. Der 49-Jährige wollte das Feuer noch mit einem Feuerlöscher bekämpfen, doch dies gelang ihm nicht und er musste sich ins Freie retten.

Zum Zeitpunkt des Brandes hielt sich noch eine weitere Person im Obergeschoss des Gebäudes auf, die seitdem als vermisst galt. Am Samstagmorgen wurde sie tot in dem Haus aufgefunden.Die Polizei geht davon aus, dass es sich beim Opfer um den Vater des 49-jährigen handelt. Eine Obduktion soll Sicherheit geben. Vater und Sohn haben gemeinsam in der ausgebrannten Wohnung gelebt.

Beim Eintreffen der Rettungskräfte stand das ältere Gebäude bereits lichterloh in Flammen. Die örtlichen Feuerwehren kamen mit einem Großaufgebot an den Brandort. Schon während der Löscharbeiten hatten die Feuerwehrleute keine Hoffnung mehr, den Vermissten noch lebend retten zu können.

Weil das Haus schon in Flammen stand, als die Wehren anrückten, war es nicht mehr möglich, das Gebäude zu betreten. Dem Mann sei vermutlich der Fluchtweg abgeschnitten gewesen, erklärte der Kommandant der Rottershausener Feuerwehr, Alexander Herrlein. Für die Dauer der Löscharbeiten und wegen starker Rauchentwicklung mussten die angrenzenden Straßen für den Verkehr gesperrt werden. Der 49-Jährige Hausbewohner wurde mit Verdacht auf Rauchgasinhalation in ein Krankenhaus gebracht. Im Einsatz waren rund 70 Feuerwehrleute aus der Region. Das Rote Kreuz war mit rund 30 Einsatzkräften vor Ort. Erst am Samstagmorgen war es möglich, das Opfer zu bergen. Diese schwere Aufgabe übernahmen Wehrleute der Bad Kissinger Feuerwehr. Der Mann hatte sich im brennenden Dachgeschoss des Hauses befunden.



Am Samstagnachmittag wurden die Feuerwehrleute erneut zum Brandort gerufen, weil es wieder zu Rauchentwicklung kam. Schuld daran waren schwer erreichbare Glutnester. Mithilfe der Drehleiter aus Bad Kissingen versuchten Wehrleute, die Glutnester zu finden und einzudämmen. Wie hoch der entstandene Schaden ist, lässt sich noch nicht sagen. Viele Wehrleute gehen aber davon aus, dass das historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert völlig zerstört ist und nicht mehr erhalten werden kann. Damit würde unter Umständen auch eine offentsichtlich in den kommenden Wochen angesetzte Zwangsversteigerung des Gebäudes hinfällig.

Über die Brandursache gibt es nach Angaben der Polizei noch keine Erkenntnisse. Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizei aufgenommen. Die Immobilie "Schwarze Pfütze 1" hat in den vergangenen Jahren vor allem durch negative Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht. Dabei war die Schwarze Pfütze einst ein Traditionsgasthaus. Das Denkmal geschützte Gebäude war Poststation an der Straße zwischen Würzburg und Meiningen.

1819 wurde die Poststation eingerichtet. In den 1950er Jahren wurde darin sogar ein Film gedreht.Als die Bedeutung als Gasthaus für Fernfahrer nachließ, wechselten Besitzer und Pächter immer häufiger. Vor knapp zehn Jahren wurde aus dem Gasthaus sogar für einige Zeit ein Swingerclub. Auch rein äußerlich war nicht mehr zu übersehen, dass sich das Haus im Niedergang befand.


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