Bad Bocklet

Bockleter Bürgermeister Back hofft auf Rückkehr

Der Bad Bockleter Bürgermeister ist mittlerweile seit einem Jahr im Krankenstand. Noch mindestens bis Jahresende stehen Untersuchungen an.
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Einer der letzten öffentlichen Auftritte: Im August bewarb sich die Gemeinde Bad Bocklet um das Bayern-3-Dorffest. Ganz vorne engagierte sich Bürgermeister Wolfgang Back, kurz danach begann die Krankheitsphase, die mittlerweile rund ein Jahr dauert. Foto: Archiv/Sigismund von Dobschütz
Einer der letzten öffentlichen Auftritte: Im August bewarb sich die Gemeinde Bad Bocklet um das Bayern-3-Dorffest. Ganz vorne engagierte sich Bürgermeister Wolfgang Back, kurz danach begann die Krankheitsphase, die mittlerweile rund ein Jahr dauert. Foto: Archiv/Sigismund von Dobschütz
Vor sechs Wochen wurde der Bad Bockleter Bürgermeister Wolfgang Back 65 Jahre alt, seit einem Jahr befindet er sich wegen einer schweren Krebs-Erkrankung im Krankenstand, aber ans Aufhören denkt er nicht: "Mein Ziel ist, auf alle Fälle zurückzukommen", betonte der CSU-Kommunalpolitiker auf Nachfrage. Vertreten wird er vom 2. Bürgermeister Andreas Sandwall, ebenfalls CSU.
Laut Back wissen der Gemeinderat und die Bürger seiner Gemeinde Bescheid über seinen Gesundheitszustand: "Alle ermutigen mich, da durchzuhalten", freut er sich über viele gute Wünsche.


Reise nach Indien geplant

"Zum Glück war bin ich rechtzeitig ins Krankenhaus gegangen", blickt Wolfgang Back auf die schwere Bauch-Operation im vergangenen Jahr zurück. "Die Chemo ist auch durch", fasst der 65-Jährige den aktuellen Stand zusammen, und: "Alles weitere müssen die Untersuchungen und die Beratungen mit den Ärzten ergeben." Auf alle Fälle sei er noch mindestens bis zum Jahresende im Krankenstand. Ende des Monats plane er eine Reise nach Indien. Über die Bad Bockleter Ayurveda-Therapeuten habe er dort eine ganzheitliche Behandlung gebucht. Er sei aber in regelmäßigem Austausch mit der Verwaltung und seinem Stellvertreter.
"Für mich ist es am wichtigsten, dass Wolfgang Back wieder gesund wird", sagt der amtierende Bürgermeister Andreas Sandwall. Die politische Zukunft des Bürgermeisters sei zweitrangig, aber sei natürlich Thema in der Gemeinde: "Wir werden die dreieinhalb Jahre sicher nicht aussitzen", blickt Sandwall auf die restliche Amtszeit bis zur nächsten Kommunalwahl. Der Gemeinderat habe bislang nichts unternommen, weil sie auf einen Impuls Backs warten: "Ich bin mir sicher, dass der Bürgermeister das anstoßen wird", betont Sandwall, und: "Er hat ja in seiner bisherigen Amtszeit immer wieder gezeigt, dass er Verantwortung übernimmt."


Spagat zwischen Job und Amt

Zur Länge der Vertretung sagt Andreas Sandwall: "Ich habe selbst nicht gedacht, dass das so lange dauert." Das zurückliegende Jahr sei ein Spagat zwischen dem Beruf beim Kommunalunternehmen des Landkreises und den Verpflichtungen als Bürgermeister gewesen. "Auch die Familie spielt mit", freut sich Sandwall über die Unterstützung im privaten Umfeld.
"Es ist nichts liegen geblieben", ist er sicher. Sowohl auf der Arbeit, als auch in der Gemeindeverwaltung habe er ein gutes Umfeld und Mitarbeiter, auf die er sich zu hundert Prozent verlassen könne: "Ich denke, es hat alles funktioniert, ohne dass die Bürger etwas gemerkt haben." Auch größere Projekte wie die Henneberg-Halle oder der Aschacher Kreisel seien angegangen worden. Trotzdem: "Das kann natürlich kein Dauerzustand sein, auch für mich nicht", weiß auch Sandwall. "Irgendwann muss man natürlich sehen, wo die Reise hingeht." Deshalb habe er sich bereits über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert.
"Dienstherr des Ersten Bürgermeisters ist der Markt Bad Bocklet", teilt das Landratsamt auf Nachfrage mit. Der Marktgemeinderat nehme laut Gemeindeordnung die Befugnisse des Dienstherrn wahr. Bei der Kommunalaufsicht des Kreises lägen "keinerlei Anhaltspunkte beziehungsweise Beschwerden bezüglich etwaiger Versäumnisse im Dienstbetrieb des Marktes Bad Bocklet vor". Zudem sei die Vertretung sichergestellt. Deshalb sei auch kein Einschreiten erforderlich, meldet das Landratsamt. Wegen der kommunalen Selbstverwaltung gebe es sowieso keine Dienstaufsicht im eigentlichen Sinne, lediglich eine Rechtsaufsicht, die die Kommunen bei strittigen Fragen berät.
"Die Vertretung ist weder zeitlich noch sachlich begrenzt", teilt das Landratsamt weiter mit. Der Vertreter habe die gleichen Rechte und Pflichten wie der Vertretene, dieser wiederum habe keinerlei Weisungsrechte. "Die Frage etwaiger Neuwahlen stellt sich nicht, solange der Erste Bürgermeister im Amt ist", lautet die Rechtsauskunft. Zunächst müsse also geklärt werden, ob eine Ruhestandsversetzung nach dem Gesetz für kommunale Wahlbeamte in Frage kommt: "Eine maßgebliche Voraussetzung wäre die Feststellung der Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn." Sprich: Der Gemeinderat müsste den Amtsarzt einschalten und ein entsprechendes Gutachten erstellen lassen. Der einzelne Bürger hat keine Einfluss-Möglichkeiten: "Diese Zuständigkeit liegt ausschließlich beim Marktgemeinderat Bad Bocklet; eine unmittelbare Zuständigkeit beziehungsweise Einwirkung der Bürger ist nicht gegeben", teilt das Landratsamt mit.
Der Gemeinderat habe bisher verständnisvoll reagiert, berichtet auch Sandwall. Beratungen zu dem Thema seien vorerst keine vorgesehen. Auch nicht für die nächste Sitzung am kommenden Dienstag, die mit einem nicht-öffentlichen Teil beginnt.

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