Bad Bocklet
Sanierung

Bezirk hofft auf hohe Förderung Für Schloss Aschach

Das Museum Schloss Aschach soll in den kommenden Jahren für 3,1 Millionen Euro saniert und neu konzipiert werden.
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Museumsleiterin Annette Späth (links) hat sich gemeinsam mit den Bezirksräten, darunter Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (rechts), vor kurzem im Graf-Luxburg-Museum über die Schäden an der Raumhülle des Aschacher Schlosses informiert. Foto: Ralf Ruppert
Museumsleiterin Annette Späth (links) hat sich gemeinsam mit den Bezirksräten, darunter Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (rechts), vor kurzem im Graf-Luxburg-Museum über die Schäden an der Raumhülle des Aschacher Schlosses informiert. Foto: Ralf Ruppert
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12,57 Millionen Euro hat der Bezirk Unterfranken seit dem Jahr 2000 in die Museen Schloss Aschach gesteckt, also im Durchschnitt 740 000 Euro pro Jahr. Und das wird auch in den kommenden Jahren so weitergehen: Investitionen von insgesamt 3,1 Millionen Euro sind bereits beschlossen, rund zwei Millionen Euro davon muss der Bezirk selbst stemmen. Zudem hofft er aber auch auf 1,17 Millionen Euro an Zuschüssen.


Schenkung aus dem Jahr 1955

Im Jahr 1955 schenkte die Familie des früheren Regierungspräsidenten von Luxburg dem Bezirk das Aschacher Schloss samt Ausstattung und wertvollen Sammlungen. Mit dem Geschenk war die Auflage verbunden, Schloss und Kunstsammlung für die Nachwelt zu erhalten. Ein teures Geschenk, wie die Bezirksräte erst in ihrer jüngsten Sondersitzung direkt in Aschach feststellten. Trotzdem brachten sie weitere Maßnahmen zur Erhaltung des Gebäudes auf den Weg. Vorgabe im Beschluss war jedoch, dass die Verwaltung alle Förder-Möglichkeiten ausschöpft.
Zwei Bescheide liegen bereits vor: Zum einen erhält der Bezirk Unterfranken Mittel aus dem Kommunal-Investitionsprogramm (KIP) des Freistaates: Für rund 500 000 Euro sollen zwei Aufzüge ins Schloss eingebaut werden, um das Hauptgebäude barrierefrei zu gestalten. 315 000 Euro sind dafür bereits über das KIP zugesagt.


Erst Umbau, dann neues Konzept

Doch es gibt viele weitere Investitionen: Zunächst hatte der Bezirkstag 1,25 Millionen Euro für die museale Neugestaltung beschlossen, um mehr Besucher ins Schloss zu locken. In der Sondersitzung wurden dann zusätzlich 1,3 Millionen Euro für bauliche Maßnahmen frei gegeben: Die Räte waren sich einig, dass zunächst die Raumhülle saniert werden muss, bevor die Ausstattung neu aufgebaut wird. Zudem wurden 52 400 Euro für ein Raumbuch und ein verformungsgerechtes Aufmaß gebilligt. Macht unterm Strich 3,1 Millionen Euro, die in den kommenden Jahren in das Aschacher Schloss gesteckt werden.
Für die "bauliche Ertüchtigung und umfassende Neugestaltung der Dauerausstellung im Graf-Luxburg-Museum in Aschach" hat die Bayerischen Landesstiftung vor kurzem 105 000 Euro zugesagt.


Ortsbildprägendes Baudenkmal

"Gerade bei der Sanierung und Restaurierung der ortsbildprägenden Baudenkmäler ist die Unterstützung der Bayerischen Landesstiftung sehr wichtig", kommentierte CSU-Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner die Entscheidung, und: "Das Graf-Luxburg-Museum in Aschach hat große Bedeutung für die unterfränkische Museumslandschaft. Es wird erstmals seit seiner Ersteinrichtung 1957 neu gestaltet."
Laut Pressesprecher Markus Mauritz hat der Bezirk als oberste kommunale Ebene zudem Mittel über die Landesstelle für nicht-staatliche Museen beantragt: "30 000 Euro sind von dort bereits zugesagt, wir erhoffen uns insgesamt aber sogar 225 000 Euro", berichtet Mauritz. Die größte Einzelsumme, nämlich 405 000 Euro, hat der Bezirk beim Kulturfonds Bayern beantragt. Der Kulturfonds entstand 1996 aus Erlösen der Privatisierung der Bayerischen Versicherungskammer. Zudem seien über Leaderplus weitere 120 000 Euro beantragt worden. Macht zusammen 1,17 Millionen Euro erhoffte Förderung.
Auch die restliche 1,93 Millionen Euro belasten nicht den Kameral-Haushalt des Bezirks, werden also nicht über die Bezirksumlage von den Landkreisen bezahlt. Stattdessen werden Sanierung und Neugestaltung des Museums über die Unterfränkische Kulturstiftung finanziert.

Mehr zur Kulturstiftung:

Gründung Die Unterfränkische Kulturstiftung entstand im Jahr 1998. Das Grundstockvermögen beträgt aktuell 208 Millionen Euro, ein Teil stammt ursprünglich aus dem Verkauf von Anteilen an der Bayernwerk AG. Sämtliche freiwillige Leistungen zur Förderung der Kulturarbeit, der Bildung, des Sports und der Jugendhilfe im Bezirk Unterfranken wurden seit Gründung der Stiftung nach und nach in den Stiftungshaushalt umgeschichtet. Das Kapital ist in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Auf Grund niedriger Zinsen sind die jährlichen Erträge aktuell rückläufig.
Haushalt Die Kulturstiftung nimmt heuer 9,16 Millionen Euro ein. Die Kapitalerträge aus dem Grundstock macht mit 7,66 Millionen Euro 83,6 Prozent den größten Teil aus, hinzu kommen Zweckeinnahmen, Interne Verrechnung und Rücklagen. Ausgegeben wurden heuer unter anderem 3,59 Millionen Euro für Museen (39 Prozent), 1,36 Millionen Euro für die Denkmalpflege (15 Prozent), 1,53 Millionen Euro für Theater, Konzerte und Musikpflege (17 Prozent), 1,11 Millionen Euro für Schulen (12 Prozent) sowie 310 000 Euro für Heimat- und Kulturpflege (drei Prozent).

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