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Elfershausen
Grosstauschtag

Beliebt sind auch skurrile Scheine

Rund 200 Sammler von Briefmarken, Münzen, Banknoten, Ansichtskarten und alten Zeitschriften trafen sich in der Schwedenberghalle.
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Skurrile Banknoten hatte Artur Bömmel parat.  Der Garitzer Münzsammler kennt sich bestens mit Geld aus. Foto: Gerd Schaar
Skurrile Banknoten hatte Artur Bömmel parat. Der Garitzer Münzsammler kennt sich bestens mit Geld aus. Foto: Gerd Schaar
60 Jahre alt ist der Hammelburger Briefmarkenverein heuer geworden. Und so verwundert es nicht, dass der Landesverbands-Vorsitzende Ludwig Gambert höchstpersönnlich nach Elfershausen kam. "Hier in der Schwedenberghalle ist ein guter Standort für einen Großtauschtag", lobt er die Veranstalter. Für Gambert war der Besuch auch eine Herzensangelegenheit, traf er hier doch viele langjährige Freunde wieder.
Noch älter als der Verein sind die meisten der Sammler, in der Regel Männer, die schon ein paar Jahr in Rente sind. Spöttisch ist auch schon mal von "70 plus" die Rede. Dafür können die Älteren bisweilen aber auch Dinge, bei denen die Jungen überfordert sind. Zum Beispiel Sütterlinschrift lesen. So wissen sie, was das Bischöfliche Ordinariat Würzburg an den Guardian des Klosters Altstadt im Jahre 1913 schrieb. Nicht zu entziffern für die Generationen "70 minus". Bewundert wurde auch eine historische Postkarte mit einem Foto von dem Kindererholungsheim Sippachsmühle bei Schwärzelbach.
Egal ob Briefe, Münzen oder Ansichtskarten - nur was selten ist, hat mittlerweile wieder einen finanziellen Wert. Der Rest rutscht auf bis zu fünf Prozent seines ursprünglichen Wertes ab, wie bei manchen Briefmarken.
Ein einleuchtendes Beispiel gibt der Garitzer Münzsammler Artur Bömmel anhand der alten Fünfmarkstücke: "Vor 1979 waren diese Münzen aus echtem Silber und später lediglich aus Kupfer und Nickel." So sind die alten Stücke gefragt, während die jüngeren liegen bleiben.
Silber und Gold steigen generell im Kurs, weil viele Menschen den Wert des Geldes für unsicher halten. "Dabei ist es dem Käufer egal, ob das Silber eine tolle Münze ist oder ein bloßer Barren", weist Bömmel auf den Materialwert hin, der allein zur Geldanlage diene.
Schon ab zwei Euro sind die historischen Münzen aus der Zeit des römischen Kaisers Konstantin (324 n. Chr.) zu haben. Diese wurden massenhaft in Äckern beim Umgraben gefunden. "Gut erhaltene Stücke dieser daumennagelgroßen Münzen kosten immerhin zehn Euro", unterstreicht Bömmel.
Der Garitzer hat aber auch skurrile Geldscheine in seinem Angebot, deren Wert vor allem humoristischer Natur ist. Zum Beispiel den 300-Euro-Schein, herausgegeben von der Deutschen Parkbank. So beweisen die Sammler, dass ihr Hobby nicht staubtrocken ist und sie durchaus für einen Spaß zu haben sind.
In der Philatelie kennt sich Roland Full bestens aus, Vorsitzender des Briefmarkenvereins. Er berichtete von einem Preisanstieg für Briefmarken aus Litauen. "Chinesische Marken haben ihren finanziellen Höhepunkt schon überschritten", führte Full weiter aus. Einen Aufwärtststrend verzeichnen indes die "Gezahnten" aus dem übrigen Asien und Indien.
Diese Sammelgebiete hat auch Rolf Grabig für sich entdeckt. Er hatte mit rund 300 Kilometern die weiteste Anreise, nämlich aus Bad Salzuflen. Seit Jahren hält er dem Großtauschtag in der Schwedenberghalle die Treue. Die meisten Sammler kommen indes aus Franken, aber auch aus Thüringen und Hessen sind viele mit von der Partie.

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