Rottershausen

Bei den Spirken mischt die Jugend mit

Viele Akteure sind schon seit vielen Jahren bei den Bunten Abenden des FC dabei. Sorgen um den Nachwuchs muss sich der FC keine machen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Den Showtanz "Herkules" zeigte die Tanzgruppe als Reminiszenz an die Welt der Sagen und Mythen. Fotos: Stefan Geiger
Den Showtanz "Herkules" zeigte die Tanzgruppe als Reminiszenz an die Welt der Sagen und Mythen. Fotos: Stefan Geiger
+28 Bilder
Prächtige Tänze und lustige Sketche mit über 100 Akteuren füllten das Programm der Bunten Abende des FC Rottershausen. Vor vollem Haus lief die erste Vorstellung wie am Schnürchen, zwei weitere folgen am kommenden Wochenende. Was besonders beeindruckte: Die große Zahl der Jugendlichen, die sich auf der Bühne und hinter den Kulissen für die Traditionsveranstaltung einsetzen.

Nach dem schwungvollen Auftakt durch die Gardetanzgruppe in ihren schmucken Kostümen griff Achim Stahl mit seinen Kindern Moritz, Elias und Marie das Lied von der Vogelhochzeit auf. Seit 1987 ist er dabei, anfangs als Livesolist bei der Hitparade. In den 90er Jahren unterstrich er sein Bühnentalent beim einen oder anderen Sketch. "Mit Partnern wie Hubert Greubel oder Günther Röder waren dies ganz tolle Momente. Bei den Proben bereits ging es ganz lustig zu. Auf der Bühne klappte es bestens", erinnert er sich. Parallel wagte er sich in die Bütt als "Traum aller Frauen", "Zechbruder" und "Landfrauen".
Bei der Hitparade - immer live - trat er bis 2011 fast lückenlos auf. "Viele Jahre spielten bei den Bunten Abenden die "Boleros" aus Hergolshausen. Dorthin fuhren wir, um unsere Songs mit der Band abzustimmen. Da ging's immer lustig zu", erzählt er, für den Frohsinn und Lachen wichtige Bausteine sind. Diese Grundhaltung fand er immer beim FC, wenn es um die Bunten Abende ging. Die Vorbereitungsphase startete mit einer Sitzung aller, die wichtige Elemente beitrugen. "Da haben wir bereits einzelne Themen vorgelegt und ausgetauscht. Nach und nach folgte der Feinschliff", denkt Stahl zurück. Eingeflossen seien immer die unmittelbaren Eindrücke der Veranstaltung; denn nach dem Aufräumen zum Abschluss saß man im Sportheim zusammen, um ein erstes Resümee zu ziehen. "Im letzten Jahr hatte zu diesem Zeitpunkt mein Sohn Moritz bereits den Auftritt für 2014 fertig. Wir mussten also nur noch proben", erklärt er lachend.

Die Vogelhochzeit als Rap

Einfach war für Achim Stahl die letzte Zeit nicht: Eine Mehlallergie zwang den Bäckermeister seinen Beruf und seine Bäckerei aufzugeben. Außerdem suchte ihn das Hochwasser im Juni 2013 in seinem Wohnhaus heim. In dieser schwierigen Phase halfen ihm Mut und Zuversicht nach vorne zu blicken. Und künftig? Mit einem verschmitzten Lächeln sagt er: "Schau`n mer mal. Die Kinder machen auf jeden Fall weiter."
Zurück zur Vogelhochzeit: Das altbekannte Volkslied will der Vater für die "Reichen und Schönen" einstudieren. Die Kinder machen da nicht mit und verfassen einen eigenen Rap mit lustigen Seitenhieben auf die "Ranninger" und schließen mit "Jetzt ist das schöne Liedchen aus. Die Vögel tot, wir gehen nach Haus."

Facebook und Angeln

Dass die Rottershäuser Spirken aber nicht tot zu kriegen sind, belegten die weiteren Beiträge. Mit Facebook setzten sich Bastian Werner, Nathalie Emmer, Michaela Stahl-Emmer, Erich Werner und Matthias Wetterich auseinander. Für die einen ist das Medium super toll, für die anderen Chaos, so dass selbst die optimal eingefädelte Partnervermittlung scheitert.
Mit Nico und Luca Wilm überzeugten zwei weitere Youngsters im Sketch "Angeln": Der eine ist total begeistert von diesem Hobby an ruhigem Platz, der andere ist voll und ganz mit seinem i-Phone beschäftigt. Kein Wunder, dass die sich ständig in den Haaren liegen. Seit Jahren heizen Melanie Stefan und Axel Greubel - diesmal als Apothekerin Fräulein Zäpfchen und als Stammkunde Bröckel - die Stimmung an. Da geht es um Aspirin und Arsen oder darum, dass der ältere Herr den jungen Mädchen ständig hinterherläuft, ohne zu wissen warum.
"Wir berichten, bevor wir recherchieren" - unter dieser Devise brachten die Jungstars Jannik Göller, Moritz Stahl, Luca Wilm die "Spirkennews" einschließlich Börse zu den Rottershäuser Aktien, des Spirkenwetters vom Löhlein und der Sonderreportage von Florian Silbereisen in Rottershausen.
Überhaupt flossen immer wieder Geschichten aus Rottershausen und deren "Liebe zu den Rannunger Gücker" ein. Manches Insiderwissen brachten das "Asbach-Dreieck" und "Calli" an den Tag. Bei ihrem Stammtischtreff beleuchteten sie das Neueste vom "schönsten Dürf der Welt": Skandal, dass die FC-Spitze nicht in Rottershausen wohnt, dass die Ortsumgehung von Eltingshausen per Bußgeldern finanziert werde und dass sich im Dorf die neue Sekte "Thermomix" eingenistet habe. Mit eigens getexteten Liedern bereicherte das Quartett sein Insiderwissen.

Akteure im Hintergrund

Seit Jahren ist die "Lutzi" das Jahreshighlight. Fabian Schmitt als "Scurity-Chief" und Pascal Hemberger als "Ossi-Azubi" praktizierten ihre Einlasskontrollen, mal eisern hart, dann wieder großzügig, wenn die Söhne des Bürgermeisters oder gar die "Lutzi" alias Margarete Müller kamen.
Neben vielen Akteuren auf der Bühne bei Tänzen und der Hitparade engagieren sich viele Helfer im Hintergrund. "Sie alle verdienen großes Lob", würdigte Vorsitzender Hergen Vollert, der durch das Programm führte.
Zu den wichtigen Stützen im Hintergrund zählt René Rudolph, der hauptverantwortlich für Licht und Ton zeichnet. "Ich selbst war nur einmal 1984 auf der Bühne beim Kindertanz Mexikaner. Viel lieber betreue ich die Technik", sagt er. Zunächst bediente er den "Verfolgerscheinwerfer", ehe er ab 1999 die gesamte Technik leitet. Seit 2003 zeichnet er die Bunten Abende auf DVD auf. "Einmal im Jahr drei Abende für den FC und das Dorf zu opfern, mache ich gerne", sagt er. "Mit eingespieltem Team, früher Frank Herbst, Martin Greubel und Tino Suckfüll, heute mit Pascal Hemberger ist das kein Problem. Vor allem die Mikrofone müssen immer gut eingestellt und richtig bedient werden. Kleinere Pannen gibt es immer, die gehören dazu. Für uns heißt es, die Probleme möglichst rasch abzustellen."

Weitere Mitwirkende
Kindertanzgruppe, 17 Mädchen und Jungen mit "Der wilde Westen"
Teenietanzgruppe mit acht Mädchen und 4 Jungs als "Kids 2014"
Showtanz "Urlaub" mit 13 Mädchen und drei Jungs
Männerballet zum Thema "Typisch Mann - typisch Frau"
Hitparade: Kathrin Stefan als Helene Fischer mit "Phönomen"
Gerald Stefan als Roger Cicero mit "Zieh die Schuhe aus"
Jannik Göller und Luca Wilm als Sportfreunde Stiller mit "Applaus, Applaus"
Volker Stahl als Steppenwolf mit "Born to be wild"
Annika Werner als Four Non Blondes mit "What`s up?”
Texte und Musik:
Sketche von Elli Stahl bzw. von den Interpreten selbst
Umrahmung von Alleinunterhalter Alexander Walter
Gesamtregie:
Christoph Stürmer, Leiter der Bunten Abende

Weitere Vorstellungen
Freitag, 14., und Samstag, 15. Februar, jeweils um 19.15 Uhr in der Turnhalle, Samstag ausverkauft, Karten nur noch für Freitag an der Abendkasse oder bei Christoph Stürmer unter Tel. 0174/ 324 42 83

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren