Bad Kissingen
Kurhaushotel

Bad Kissinger Hotel-Projekt: Finanzministerium will "noch heuer" entscheiden

Das Finanzministerium will bis Weihnachten festlegen, wie es mit dem geplanten Hotel am Kurgarten weitergehen soll. Davon hängen auch andere wichtige Projekte ab.
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Diese Luftbild zeigt die Liegenschaft des Freistaates neben dem Kurgarten kurz vor dem Abriss des Kurhaushotels (links) und des Kurgastzentrums (dahinter). In der Mitte steht der Neumann-Flügel, rechts schließt sich das Kurhausbad an. Die Zukunft des gesamten Areals ist aktuell noch offen. Foto: Saale-Zeitung/Archiv
Diese Luftbild zeigt die Liegenschaft des Freistaates neben dem Kurgarten kurz vor dem Abriss des Kurhaushotels (links) und des Kurgastzentrums (dahinter). In der Mitte steht der Neumann-Flügel, rechts schließt sich das Kurhausbad an. Die Zukunft des gesamten Areals ist aktuell noch offen. Foto: Saale-Zeitung/Archiv
Zurückhaltend bis gereizt reagiert das bayerische Finanzministerium mittlerweile auf Nachfragen aus Bad Kissingen zur Zukunft der staatseigenen Liegenschaften östlich des Kurgartens. "Der Entscheidungsprozess in Sachen Kurhaushotel ist noch nicht abgeschlossen", lautet die knappe Reaktion auf die jüngste Anfrage der Saale-Zeitung. Auf Nachhaken gab es zumindest eine Aussage zum Zeitplan, die Hoffnung macht: "Das wird sich alles noch heuer klären", versprach eine Sprecherin, und: "Heuer heißt, noch vor Weihnachten."


Erste Frist endete im Herbst 2014

Im September 2014 endete die ursprüngliche Ausschreibungsfrist des Freistaates für das neue Kurhaushotel. Seitdem wurde die Frist mehrfach verlängert, um mit dem letzten verbliebenen Investor nachzuverhandeln. Der Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Günther Felbinger spricht mittlerweile von einem "Scheitern der Bemühungen des Freistaats Bayern mit Hilfe eines Investors die Situation um den beabsichtigen Neubau des Kurhaushotels in Bad Kissingen darzustellen". In einer Anfrage ans Finanzminsterium fragte er vor kurzem nach Alternativplänen für das Kurhaushotel und die Wiederbelebung des Kurhaus-bades. "Freistaat und kommunale Verantwortungsträger stehen unverändert in intensivem und konstruktivem Dialog", erhielt Felbinger als Antwort.


"Alle denkbaren Anstrengungen"

Ziel sei weiterhin, "dass Freistaat und kommunale Akteure gemeinsam alle denkbaren Anstrengungen unternehmen, damit die der öffentlichen Hand vorgegebenen Rahmenbedingungen es einem privatwirtschaftlichem Investor ermöglichen, ein marktfähiges und rentables Hotel der gehobenen Kategorie in Bad Kissingen zu etablieren und auch langfristig erfolgreich zu betreiben", heißt es aus München. Die Revitalisierung des Kurhausbades werde dabei berücksichtigt.
Wer konkretere Aussagen will, beißt in München aktuell auf Granit. Auch unsere Nachfragen zu den Kosten des Abrisses, zu den im Haushalt veranschlagten 35 Millionen Euro für Kurhaushotel und -bad zusammen sowie zu den Vorschlägen des Stadtrates für das Nutzungskonzept des Kurhausbades gingen ins Leere: "Manche Dinge brauchen einfach Entscheidungszeit", heißt es nur, und: "Der Abriss ist noch nicht schlussgerechnet."
Immerhin gibt es Bekundungen, wie wichtig eine Lösung sei: "Wir wissen, welche Bedeutung das Projekt für die Region hat", sagte die Sprecherin. Das bestätigt auch der Bad Kissinger Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD): "Ich stehe in laufendem Austausch, mein letztes Gespräch mit dem Ministerium ist keine Woche her", berichtete er gestern, und: "Ich spüre großes Bemühen." Aber natürlich reiche am Ende nicht nur Bemühen, sondern: "Irgendwann muss da ein Hotel stehen", stellt Blankenburg klar.
"Das Ministerium ist sehr engagiert", sagt auch CSU-Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner. Er selbst habe Kontakte mit einem Interessenten vermittelt, "der sich sehr intensiv mit dem Projekt befasst hat". Bei den konkreten Verhandlungen halte er sich allerdings zurück: "Da bin ich auch nur Parlamentarier und kein Teil der Staatsregierung", stellt Kirchner klar. Deshalb könne er wenig über den aktuellen Stand sagen und ist selbst gespannt auf das Ergebnis.
Das Kurhaushotel ist auch wichtig für das benachbarte Kurhausbad: "Das eine ist vom anderen abhängig", betont Sandro Kirchner. Zum einen hat ein Investor die Freiheit, den Neumann-Flügel dazu zu nehmen. Falls diese Option nicht gezogen wird, könnte in das Gebäude vielleicht das geplante "Haus für Gesundheitsmanagement" einziehen. Offen ist auch, ob das Konzept für das Kurhausbad auf das benachbarte Hotel abgestimmt wird. Gesetzt scheint dort bislang nur das Zentrum für Telemedizin, aber: "Wir haben noch nichts gehört", weiß auch Geschäftsführer Sebastian Dresbach bislang noch nicht, für wann ein Umzug vorgesehen sein könnte.
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