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Bad Kissingen
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Bad Kissingens Alpine steil am Seil

Gleich zwei Bauvorhaben hat der Deutsche Alpenverein Sektion Bad Kissingen, im Visier: die Seilbahn im Tannheimer Tal und die Kletterhalle zu Hause.
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Wie farbige Sterne am Nachthimmel leuchten die Klettergriffe bei Schwarzlicht: Im Bild klettert Andreas Grau, Mitorganisator einer Kletternacht in der Bad Kissinger Kletterhalle. Mit der Erweiterung der Boulder-Zone soll sie noch attraktiver werden. Foto: Archiv Peter Rauch
Wie farbige Sterne am Nachthimmel leuchten die Klettergriffe bei Schwarzlicht: Im Bild klettert Andreas Grau, Mitorganisator einer Kletternacht in der Bad Kissinger Kletterhalle. Mit der Erweiterung der Boulder-Zone soll sie noch attraktiver werden. Foto: Archiv Peter Rauch
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Die Jahresversammlung des mit 2383 Mitglieder größten Bad Kissinger Vereines, die über den Landkreis Bad Kissingen, Rhön Grabfeld und darüber hinaus verstreut sind, stand im Zeichen der Bauvorhaben der Sektion.

Es gibt viel zu tun für die Mannschaft des Vorsitzenden Bernd Eisenmann, soll doch der Bau der Werksverkehrsbahn zur "Bad Kissinger Hütte" auf 1788 Meter im Tannheimer Tal/Österreich noch in diesem Jahr abgeschlossen und eine Erweiterung des Boulderbereiches in der Kletterhalle am Geschwister-Scholl-Platz in Bad Kissingen angegangen werden.

Doch vorweg ehrten die Vorsitzenden Bernd Eisenmann und Johannes Fiedler Mitglieder für 50, 40 und 25 Jahre Vereinstreue. In seiner Laudatio hob der Vorsitzende hervor, dass in unserer heutigen leistungsorientierten Gesellschaft es leider immer weniger selbstverständlich sei, dass die Treue zum Verein aufrecht erhalten werde.


Wirtschaftlich gesund

Die wirtschaftlich gesunde Situation, bedinge auch durch das gute Ergebnis der "Bad Kissinger Hütte" und den Wachstum der Sektion, konnten der Schatzmeister und der Hüttenwart in ihrem Kassenbericht für 2016 belegen.

Gerade um das Erfolgsmodell "Bad Kissinger Hütte" (4000 Übernachtungen im Jahr, Übernachtungszahlen steigend) auch weiterhin erfolgreich fortführen zu können, bedarf es laut dem Vorsitzenden weiterhin Anstrengungen. Eines dieser Vorhaben ist der bereits 2016 beschlossene Umbau der Materialseilbahn in eine Werksverkehrsbahn, die auch einen eingeschränkten Personentransport ermöglicht.

Zugute kommt die Bahn einer höheren Flexibilität für die Personalkapazitäten des Gastronomischen- und des Übernachtungsbereiches. Die Bahn macht die Hütte attraktiver und sicherer: für eventuelle junge Pächter mit Kindern, Handwerker und Personal erreichen die Hütte schneller wie auch Mediziner, wenn es um Notfälle geht. Die Planungen für den Neubau der Seilbahn sind abgeschlossen. Mit einer Genehmigung wird Anfang Mai gerechnet, sie soll noch 2017 in Betrieb gehen - sofern das Wetter mitspielt.


Projekt finanziell abgesichert

Durch die Unterstützung des Hauptvereins, einiger Sponsoren, eigener Rücklagen und Eigenleistungen ist das Projekt finanziell abgesichert. Parallel zur Seilbahn wird auch eine neue Bergstation an der Hütte gebaut.
20 Jahre lang wirkte das Pächter-Paar sehr erfolgreich, es hat sich mit der vergangenen Saison aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen.

Die Resonanz auf die Ausschreibung der Pächterstelle war groß. Mit Corinna Melmer und Heiko Heppele ziehe, so der Vorsitzende, ein sympathisches Pächterpaar mit den entsprechenden Vorkenntnissen und Erfahrungen ein.


Damit die Jugend klettern kann

Baustelle Nummer zwei wird nicht im fernen Österreich liegen, sondern in der Kletterhalle des Vereines. Mit dem Einzug einer Zwischendecke in die Halle möchte die Sektion vor allem dem Wunsch der Jugend, den Boulderbereich zu vergrößern, nachkommen. Bouldern ist das Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt an Felsblöcken, Felswänden oder an künstlichen Kletterwänden bis zu einer Absprunghöhe von drei Metern. Das Jugendteam um Steffen Schmid stellte der Versammlung erste Entwürfe und Ideen vor, bevor die Planung und Umsetzung in Fachhände übergehen wird.

Einstimmig votierten die Mitglieder für die Umbaupläne zur Vergrößerung des Boulderbereichs auf zirka 100 Quadratmeter. Eisenmann erläuterte, dass dieser Ausbau ein paar Jahre später unweigerlich die Erweiterung der Umkleideräume, Toiletten- und Sanitäranlagen sowie Aufenthaltsbereiche, beinhalte. Ziel sei, das Vereinszentrum den Anforderungen anzupassen und für die Besucher attraktiv zu gestalten.

Gemäß dem Vorsitzenden und dessen Stellvertreters trägt zum Erfolg der Sektion auch das Veranstaltungsprogramm bei. Lange war der Rückblick auf die vielen Aktivitäten. Dazu gehörten Sektionsfahrten, Ski-, Bergtouren, Wanderungen, Vortragsabende, Kletterkurse, Ausbildungen, Geselligkeiten, Klettern bei Schwarzlicht und Übernachtungen der Kids in der Kletterhalle und vieles mehr. Über 100 Seiten stark war die Ausgabe der Vereinsbroschüre, die zugleich 50-jähriges Jubiläum feierte.

Auch die Homepage des Vereins erhielt ein neues Layout. 18 Fachübungs- und Wanderleiter stehen der Sektion derzeit zur Verfügung. Acht Ausbildungsabende mit 66 Teilnehmern wurden veranstaltet, bei 15 geführten Touren ging es in die Alpen und in verschiedene Mittelgebirge. Johannes Fiedler, stellvertretender Vorsitzender, listete 40 Veranstaltungen mit 452 Teilnehmern auf und stellte fest, dass dies weit über 1000 Stunden Ehrenamts-Arbeit alleine für die Wanderführer und Fachübungsleiter bedeutet.