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Bad Bocklet
Haushaltsplan

Bad Bocklet macht keine neuen Schulden

Die Finanzlage des Marktes Bad Bocklet hat sich deutlich gebessert. Aber die Bestattungskosten müssen erhöht werden.
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Der Markt Bad Bocklet muss derzeit weder Geld aus seinen Rücklagen ent- noch einen Kredit aufnehmen. In 2016 werden nur viele kleinere Investitionen zum Erhalt gemeindlicher Objekte fällig. Foto: Björn Hein
Der Markt Bad Bocklet muss derzeit weder Geld aus seinen Rücklagen ent- noch einen Kredit aufnehmen. In 2016 werden nur viele kleinere Investitionen zum Erhalt gemeindlicher Objekte fällig. Foto: Björn Hein
Haushaltssatzung und Haushaltsplan für das laufende Jahr hat Kämmerer Patrick Könen in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt. Er erklärte, dass der Verwaltungshaushalt sich gegenüber dem Vorjahresergebnis um rund drei Prozent reduziert habe. "Die Zuführung zum Vermögenshaushalt ist mit 199 000 Euro veranschlagt", erklärte er. An bereinigten ordentlichen Tilgungsausgaben werden rund 363 000 Euro erwartet, so dass sich keine bzw.
eine negative freie Finanzspanne von rund 164 000 Euro errechnet.
Die Schlüsselzuweisungen fielen mit rund einer Million Euro deutlich niedriger aus als noch im Jahr 2015. Aufgrund der Umlagekraftzahl des Marktes Bad Bocklet, in Verbindung mit dem Hebesatz des Landkreises Bad Kissingen, beträgt die Kreisumlage für 2016 demnach rund 1,8 Millionen Euro und fällt somit rund 246 000 Euro höher aus als im Vorjahr.
Die Personalkosten im Jahr 2016 betragen rund zwei Millionen Euro, was einer Kostensteigerung von rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, das sind rund 291 000 Euro mehr als noch 2015. "Ursächlich hierfür sind verschiedene Faktoren wie die Tariflohnerhöhungen, aber auch die ganzjährige Beschäftigung von Mitarbeitern, die im vergangenen Jahr unterjährig eingestellt worden sind", erklärte Könen. Der Zuschuss an die gemeindeeigene Staatsbad Bad Bocklet GmbH erhöhe sich gegenüber dem Ergebnis des Vorjahres um 75 000 Euro.


Straßen, Wald, Wohnungen

Allerdings entfielen laut Könen die größten Kostensteigerungen auf den Unterhalt der Straßen, des Waldes, der Wasserversorgung, der Mietwohnungen (zusammen rund 57 000 Euro) und auf die Bewirtschaftung der gemeindlichen Gebäude (rund 54 000 Euro).
Gleichzeitig freute sich Könen verkünden zu können, dass zum Haushaltsausgleich in 2016 weder eine Kreditaufnahme noch eine echte Rücklagenentnahme notwendig sei, dies solle auch in Zukunft so bleiben: "Für die Finanzierungsplanungsjahre sind zum Haushaltsausgleich ebenfalls keine Kreditaufnahmen notwendig."
Das Bestattungswesen bleibt weiterhin defizitär, die Kostendeckung betrug in den letzten drei Jahren nur zwischen rund 40 und 60 Prozent. "Das jährliche Defizit hat sich hierbei zwischen rund 30 000 und 51 000 Euro bewegt." "Die Bestattungskosten müssen erhöht werden", erklärte der 2. Bürgermeister Andreas Sandwall.
"Die Finanzlage des Marktes hat sich aufgrund der andauernden Haushaltskonsolidierung in den letzten Jahren bereits deutlich gebessert", fasste Könen seinen Bericht zusammen. Dennoch müsse man damit rechnen, dass erst noch zu planende Maßnahmen (vor allem Umbaumaßnahmen sowie die Erneuerung von Straßen) auch wieder Investitionen in derzeit noch unbekannter Höhe auslösten. "Das heißt, es soll auch in den kommenden Jahren nach wie vor mit Bedacht und Zurückhaltung investiert werden, um die Verschuldung weiter zu reduzieren", riet Kämmerer Könen dem Gemeinderat
Im laufenden Jahr wird wieder eine Vielzahl von kleineren Investitionen fällig, die in erster Linie dem Erhalt oder der Verbesserung gemeindlicher Objekte und der Infrastruktur dienen. "Auch 2016 werden wieder viele Projekte angegangen", versprach der 2. Bürgermeister Andreas Sandwall. Positiv sei außerdem, dass man 2016 keine neue Schulden machen werde. Einstimmig wurde die Haushaltssatzung beschlossen.

Kämmerer Patrick Könen hat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates auch das Ergebnis der Jahresrechnung 2015 bekannt gegeben. Diese schließt mit einem Überschuss von rund 1,2 Millionen Euro ab.
"Die Jahresrechnung 2015 enthält wie in den Vorjahren keinerlei Haushaltsreste", führte er aus. Vom Verwaltungshaushalt habe man eine höhere Zuführung zum Vermögenshaushalt erreichen können, diese Summe belaufe sich auf rund 423 000 Euro.
Zudem wies Könen darauf hin, dass im Haushaltsplan 2015 keine Kreditaufnahmen vorgesehen waren. "Es wurden ordentliche Tilgungen in Höhe von rund 389 000 Euro geleistet", führte der Kämmerer auf, die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt habe rund 1,3 Millionen Euro betragen. "Hierdurch ergibt sich eine freie Finanzspanne in Höhe von rund 900 000 Euro", erklärte Könen sichtlich erfreut.
Auch der Schuldenstand konnte von rund 2,9 Millionen Euro (Stichtag: 31.12.2014) auf rund 2,5 Millionen Euro (Stichtag: 31.12.2015) verringert werden, was einen Schuldenabbau von rund 13 Prozent entspricht. Bei den derzeit in der Marktgemeinde gemeldeten 4567 Einwohnern beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung derzeit 557 Euro. "Beim Schuldenstand mit rund 2,5 Millionen Euro entfallen rund 470 000 Euro (18 Prozent) auf kostenrechnende Einrichtungen", erklärte der Kämmerer.


Rücklagen

Die Allgemeine Rücklage beträgt zum 31.12.2015 inklusive Zinsen rund 254 000 Euro. Die Rücklage für die Weitergabe der Zuschüsse an förderfähige Betriebe in den Gewerbegebieten "Mangelsfeld" in Großenbrach und "Eckartspfad" beträgt zum Ende des vergangenen Jahres 503 000 Euro. Weiterhin bestehe laut Könen noch eine Rücklage aufgrund einer Spende aus dem Nachlass von Pfarrer Uhl in Höhe von rund 27 000 Euro. Diese Rücklage soll für den Ortsteil Bad Bocklet verwendet werden.
Die vom Markt Bad Bocklet übernommene Stammeinlage für die Staatsbad und Touristik Bad Bocklet GmbH beträgt 50 000 Euro.

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