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Bad Kissingen
Rettungswesen

Ausrüstung angepasst an Übergewicht

Das Rote Kreuz ist jetzt auch für Problemfälle besser ausgestattet.
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Peter Hausl (Bereichsleiter Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes) besichtigt zusammen mit dem Kissinger Rettungsdienstchef Rudolf Bayer (vorne) einen der gezeigten ganz modernen Schwerlast-Rettungswagen. Mit solchen Fahrzeugen, die inzwischen bayernweit flächendeckend stationiert sind, können auch sehr stark übergewichtige Patienten adäquat transportiert werden. Foto: Peter Rauch
Peter Hausl (Bereichsleiter Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes) besichtigt zusammen mit dem Kissinger Rettungsdienstchef Rudolf Bayer (vorne) einen der gezeigten ganz modernen Schwerlast-Rettungswagen. Mit solchen Fahrzeugen, die inzwischen bayernweit flächendeckend stationiert sind, können auch sehr stark übergewichtige Patienten adäquat transportiert werden. Foto: Peter Rauch
Bad Kissingen — Als vor wenigen Jahren ein adipöser Patient von einer inzwischen geschlossenen Bad Bockleter Spezialklinik in eine andere Klinik verlegt werden musste, rückte dazu die Berufsfeuerwehr München mit einem Spezialtransporter an. Damit solch lange Anfahrtswege nicht mehr benötigt werden, hat das Rote Kreuz reagiert und flächendeckend in Bayern Schwerlast-Rettungswagen (S-RTW) stationiert.
Auf einer speziellen Trage, die sogar mechanisch in den Rettungswagen hineingezogen werden kann, können Patienten bis 300 Kilogramm Körpergewicht transportiert werden. "Auch wenn einige dieser schwergewichtigen Patienten an ihrer Misere nicht ganz unschuldig sind, so soll doch die Würde des Menschen gewahrt bleiben" erklärt Peter Hausl (München) der zuständige Bereichsleiter Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes und erinnert daran, dass das eine oder andere Schwergewicht in früheren Zeiten schon mal in einem "normalen" LKW zur Klinik gebracht wurde, weil die Rettungsfahrzeuge zu klein, zu eng und die meisten Krankentragen einfach nicht für schwergewichte Patienten ausgelegt waren.
Im Rahmen der derzeit im Regentenbau stattfindenden Tagung der 73 BRK-Rettungsdienstchefs wurde neben dem derzeit aktuellen Rettungswagen Typ RTW Bayern 2013 auch der S-RTW vorgestellt. Stationiert ist der nächste Schwerlast-Rettungswagen nun beim Roten Kreuz in Schweinfurt.
Ein weiterer Punkt der zweitägigen Tagung war die Schaffung des neuen Berufsbildes "Notfallsanitäter". So wird die Ausbildungszeit für den Notfallsanitäter in Zukunft drei Jahre betragen, dafür darf er dann auch, unter bestimmten Voraussetzungen, eine notfallmedizinische Versorgung eigenverantwortlich vornehmen. Bereichsleiter Peter Hausl erläuterte dies an einem Beispiel: Wurde zum Beispiel der Rettungsdienst zu einem Unfallopfer mit einem offenen Beinbruch gerufen, so durfte bislang der Sanitäter die Wunde zwar versorgen, schienen oder gar die Verabreichung von Schmerzmitteln blieben aber bislang dem Arzt vorbehalten. Ein spezieller Themenkatalog soll nun die angehenden Notfallsanitätern anweisen, was sie im Einzelfall ohne Arzt machen dürfen. Noch in diesem Jahr startet das Bayerische Rote Kreuz, auch hier in Bad Kissingen, mit dem ersten Jahrgang an Auszubildenden zum Notfallsanitäter.
Verbunden war die Tagung mit einer Fachmesse von Rettungsfahrzeugen, Geräten und vor allem auch im Bereich der Telemedizin wurde den Rettungsdienstleitern, also den festangestellten technischen Betriebsleitern vor Ort, einiges gezeigt.

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