Bad Kissingen
Asyl

Aus Sympathie für Flüchtlinge

Eine ehrenamtliche Betreuergruppe aus Ebenhausen ist von der Diözese mit dem Vinzenzpreis ausgezeichnet worden.
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Sprache ist die Basis für die Asylbewerber, damit sie sich in der fremden Umgebung zurecht finden. Peter Iberl (links), ehemaliger Lehrer, vermittelt Flüchtlingen aus Syrien und Südosteurpa die wichtigsten Grundkenntnisse, wie hier in einem Supermarkt. Archivfoto: Stefan Geiger
Sprache ist die Basis für die Asylbewerber, damit sie sich in der fremden Umgebung zurecht finden. Peter Iberl (links), ehemaliger Lehrer, vermittelt Flüchtlingen aus Syrien und Südosteurpa die wichtigsten Grundkenntnisse, wie hier in einem Supermarkt. Archivfoto: Stefan Geiger
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Ende des vergangenen Jahres zogen gut 40 Asylbewerber in eine Privatunterkunft in der Bahnhofstraße in Ebenhausen ein. Mancherorts hat so etwas schon Proteste ausgelöst. Aber nicht so in Ebenhausen.
Schon im Vorfeld schlossen sich Bewohner zusammen, um den Menschen, die aus fernen Ländern kommen und so Einiges mitgemacht haben, das Eingewöhnen zu erleichtern. Sie halfen bei der Bewältigung von Sprach- und Alltagsproblemen wie Behördengängen, Einkauf, Schule und Hausaufgaben. Dieser Einsatz für Menschen in Not fand jetzt in der Verleihung des Vinzenzpreises des Caritasverbands der Diözese Würzburg Anerkennung.

Festlicher Gottesdienst

"Die Wärme für Fremde darf nie erlöschen." Dazu ermutigte die Ausschreibung für den renommierten Vinzenzpreis, um den sich 20 Initiativen aus ganz Unterfranken bewarben. "Auch wenn alle preiswürdig waren, musste sich die Jury für vier entscheiden", erklärte Bernadette Schrama von der Fernsehredaktion des Bistums, die als Moderatorin durch die Verleihung führte. Drei Gruppen erhielten je 1500 Euro. Dazu kam ein Sonderpreis für intensives Einzelengagement.

Barbara Stamm dabei

Nach einem festlichen Gottesdienst mit Bischof Friedhelm Hofmann in der Kuratie Heilig Geist fand der Vinzenztag 2014 auf dem Platz neben der Kirche seinen krönenden Abschluss mit der insgesamt neunten Verleihung des Vinzenzpreises.
"Wie ein schönes Sommerfest", waren sich die Besucher, darunter Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt sowie Landtagspräsidentin und Zweite Caritasvorsitzende Barbara Stamm, einig und verfolgten bei Kaffee und kalten Getränken, was sich auf der kleinen Bühne vor ihren Augen abspielte.
Nach einer Aufführung des Katholischen Kindergartens Heilig Geist übergaben Caritasvorsitzender, Domkapitular Clemens Bieber, Bischof Friedhelm Hofmann sowie Barbara Stamm die erste Urkunde an das Betreuerteam der Asylbewerberunterkunft Ebenhausen, für das sich Ende 2013 kurzfristig Ehrenamtliche zusammenfanden, um neu eintreffende Asylbewerber zu betreuen.

Für Sitze und Werkzeug

"Hoffentlich erlischt Ihre Wärme für Fremde nie", sagte Pfarrer Johannes Messerer, als er das Projekt vorstellte. "Diese Auszeichnung ist für uns ein Ansporn, weiterzumachen", sagte Ludwig Sauer, der den Scheck stellvertretend für die gesamte Gruppe entgegennahm und sich bedankte. Das Preisgeld soll für Sitzgelegenheiten verwendet werden und für Werkzeug, um den Flüchtlingen Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen, wie er erklärte.
Mit einem künstlerischen Beitrag bedankte sich die Theatergruppe "Die Überlebenden" aus Würzburg für die besondere Auszeichnung des Caritasverbands. Das Ensemble aus Studenten der Universität Würzburg und Asylbewerbern performte eine Szene aus einem Stück auf der Bühne.
Viel Applaus gab es auch für die Vertreter des Freundeskreises Asyl Haßberge, die sich seit inzwischen schon 30 Jahren für die Belange der Asylbewerber vor Ort einsetzen. Sie organisieren jedes Jahr eine Nikolausfeier für Flüchtlingskinder und besorgen Materialien für den Deutschunterricht der Asylbewerber.
Einen Sonderpreis übergaben Bischof Friedhelm und Barbara Stamm an Helga Bardischewski aus Aschaffenburg. "In einem intensiven Einzelengagement über neun Monate haben Sie einen an Krebs erkrankten iranischen Asylbewerber hospizlich bertreut", begründete Bernadette Schrama als "Projektpatin" die Auszeichnung.

Wie ein Sommerfest

Beim gemeinsamen Mittagessen, für das die Mitarbeiter des Erthal-Sozialwerks sorgten, konnten sich Preisträger und Besucher auszutauschen.
Wie Ludwig Sauer ergänzte, würden einige Familien mit Kindern aus Syrien gerne in der Gemeinde bleiben: "Wir sind auf der Suche nach Wohnungen. Über Mietangebote würden wir uns sehr freuen."

Hintergrund Der Vinzenzpreis ist eine Würdigung außergewöhnlicher sozialer Dienste für Mitmenschen, ausgeschrieben in diesem Jahr zum 9. Mal von der Caritas der Diözese Würzburg, dotiert mit insgesamt 5000 Euro

Motto "Weit weg ist näher als du denkst" als gelingende Willkommenskultur für Menschen, die keine Lobby haben

Preisträger 2014 Je 1 500 Euro für Betreuergruppe Ebenhausen, Theatergruppe "Die Überlebenden" aus Würzburg und Freundeskreis Asyl Hassberge, dazu Sonderpreis von 500 Euro an Frau Helga Bardischeweski (Aschaffenburg) .


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