"Natürlich war ich aufgeregt, man ist bei der Prüfung hippelig", erzählt der 18-Jährige. "Von klein auf habe ich bei meinem Nachbar in der Landwirtschaft mitgeholfen. Mir hat das immer sehr viel Freude gemacht". Hofmann erinnert sich, dass er schon als kleines Kind so lange bei seinen Eltern bettelte, bis sie zum Nachbar gingen, wo er dann im Kuhstall mithalf. "Man muss den Beruf lieben und sich dafür interessieren. Dann ist die Ausbildung zu schaffen."

Nach dem qualifizierenden Hauptschulabschluss absolvierte er das Berufsgrundschuljahr. In den folgenden zwei Lehrjahren im Ökozentrum Werratal/ Thüringen in Vachsdorf und auf dem Birkenhof Pickelmann in Fridritt erlernte er die praktischen Grundlagen. Dazu zählen Milchviehhaltung, Schweinemast und Legehennenhaltung. In Fri dritt arbeitete er im Milchviehbetrieb, auch Ackerbau stand an.

Künftig will sich Hofmann eher dem Pflanzenbau widmen, aber auch der Umgang mit den Tieren gehört zu seinen Aufgaben. Im September beginnt er auf dem Gut Seligenstadt zu arbeiten. Zudem will er auf die Landwirtschaftsschule Schweinfurt, um sich weiterzubilden. Doch zunächst geht er - in seinem Urlaub - von Dezember bis Januar auf ein Auslandspraktikum in Neuseeland. "Ich will etwas von der Welt sehen und schauen, wie die Landwirtschaft in anderen Ländern aussieht."

Dass die Ausbildung zum Landwirt anspruchsvoll ist, sagt Reinhard Bischoff vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der Hofmann mitgeprüft hat: "Neben technischen Sachverhalten müssen der Pflanzenbau und die Tierhaltung erlernt werden. Die Ausbildung ist sehr universell und deckt einen breiten Bereich ab." Auch gesetzliche Bestimmungen zur Düngung und über Pflanzenschutzmittel müssen die Schüler erlernen. Es gehe darum, Theorie, Praxis und Fachwissen zusammenzuführen. "Viele der Auszubildenden arbeiten zu Hause schon im elterlichen Betrieb mit und wachsen mit der Landwirtschaft auf", sagt Bischoff. Liebe zu den Tieren müsse man mitbringen, dazu technisches Verständnis. Handwerkliche Begabung sei von Nutzen.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung sind vielfältig: Nach der bestandenen Gesellenprüfung kann man auf der Landwirtschaftsschule in Schweinfurt weitermachen und dort die Meisterprüfung ablegen. Auch ein Studium im landwirtschaftlichen Bereich ist zum Beispiel in Triesdorf möglich.