Die Aufgaben gestalteten sich schwieriger als die anstehende Gesellenprüfung. So musste ein Vier-Gänge-Menü realitätsnah unter Zeitbeschränkung zubereitet werden. Unter den ursprünglich 16 Bewerbern fand zudem eine Vorauswahl statt, so dass letztendlich nur sieben Köche und eine Köchin in die Endausscheidung kamen.
Ähnlich war es bei den Auszubildenden zur/zum Restaurant- oder Hotelfachmann. So hat Bad Kissingen mit der angehenden Restaurant- und Hotelfachfrau Stephanie Schmitt (Ausbildungsbetrieb Hotel Frankenland) eine Stadtmeisterin und dem zukünftigen Koch Marcel Berckner einen Stadtmeister der Köche. Dabei will Marcel Berckner eigentlich gar nicht Koch bleiben. "Nur noch bis zur Meisterprüfung, dann will ich in die Lebensmittelkontrolle einsteigen", sagt der Bad Brückenauer.

Elisabeth Spath vom Gasthof Nöth in Morlesau hatte aus Würzburg die Idee zur Stadtmeisterschaft mitgebracht und versuchte, diesen Gedanken an heimische Kollegen in Gastronomie und Hotellerie weiterzureichen. Mit der Staatlichen Berufsschule, dem Verein der Kissinger Köche sowie dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) fand sie Unterstützer und in den eigenen Reihen auch Sponsoren. Heinz Stempfle, Vorsitzender des DeHoGa-Kreisverbandes, sagte, dass die Stadtmeisterschaft den Startschuss zu einer vernachlässigten Facette des kulturellen Lebens in Bad Kissingen gegeben habe. So werde immer von der Erholung von Körper, Seele und Geist gesprochen. Gemeint gewesen seien damit aber das medizinische Angebot, das historische Ambiente und das kulturelle Angebot an Musik, Theater und Bildender Kunst. "Aber die Großeltern wussten noch, dass da auch der leibliche Genuss dazu gehört und sagten immer: Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen", ergänzte Heinz Stempfle.

Während bei den Köchen nach einem genauen Punktsystem bewertet wurde, zählte bei den Restaurantfachkräften nicht nur die reine Theorie. Jeder der acht Angetretenen hatte einen klassischen Cocktail und einen "Fantasy Cocktail" zuzubereiten. Stephanie Schmitts "Red Flash" bestand aus je zwei Zentilitern Wodka, Melonenlikör, Grenadinlikör, drei Zentilitern Orangensaft und einem Zentiliter Zitronensaft. Diese Mischung brachte ihr letztendlich den erstmals vergebenen Titel "Stadtmeister der Auszubildenden im Gastgewerbe (Restaurantfachfrau)" ein.