Nach den Aufwärmübungen stehen Jacqueline (8), Moritz (9), Laura (10) und Sabine (10) im Kreis. Alle Augen sind gespannt auf Theaterpädagogin Mahela Wiedner gerichtet. "Und jetzt schauen wir alle, als ob wir in eine Zitrone gebissen hätten", sagt sie und verzieht das Gesicht. Die Kinder sind mit Spaß dabei und versuchen nun ihrerseits, möglichst "saure" Grimassen zu schneiden. Mahela Wiedner ist schon einen Schritt weiter: "Und jetzt schauen wir alle ganz erstaunt!" Jetzt stehen alle mit weit aufgerissenen Mündern und großen Augen da. "Übt das ruhig übertrieben", rät die Theaterpädagogin vom Theater Maßbach.
Die vier Kinder nehmen an einem Theaterworkshop der Kinder- und Jugendakademie Saaletal teil, der im Rahmen der Zelttheaterwoche angeboten wird. Sie treffen sich mit Mahela Wiedner drei Tage für drei Stunden, um etwas über Theaterspielen zu lernen. Dabei erarbeiteten sie auch ein kleines Stück, das am Sonntag auf der Äktschnwiese im Luitpoldpark aufgeführt wurde. Das Besondere dabei: "Ich entwickle die Szenen und Figuren zusammen mit den Kindern", erläutert sie. "Die Kinder erhalten die Möglichkeit sich Figuren auszusuchen, die sie gern spielen möchten."
Das Thema Mut steht im Mittelpunkt. Wie Wiedner schildert, überlegt die Gruppe , wann eine Figur sich mutig verhalten muss. Wovor hat sie Angst? Erst wenn jemand Angst hat, kann er tapfer sein. Aus ihren Ideen erarbeiten die Kinder gemeinsam Situationen für das Theaterstück. Es entstehen Szenen, vor denen sich die Figuren zunächst fürchten, um dann die eigene Angst zu besiegen. "Beim Theater geht es immer auch um Mut", meint Wiedner. Immerhin müssen die Kinder sich überwinden und vor fremden Leuten auftreten.
Für Jacqueline, Moritz, Laura und Sabine scheint das kein Problem zu sein. Nach actionreichen und lustigen Übungen ist das Eis gebrochen und die Kinder verlieren ihre Hemmungen: Es wird gehüpft, gestampft, geklatscht und gelacht. "Mir macht's hier Spaß", freut sich Jacqueline, die Jüngste der Gruppe.