Bad Kissingen

Am Altenberg fielen die ersten Preußen

Beim Vormarsch der Preußen von Garitz nach Kissingen am 10. Juli 1866 hatten diese am Altenberg ihre ersten Kriegstoten.
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Um 1930 hat der Major der Landwehr Gustav Fischer dieses Foto von den intakten Gräbern aufgenommen. Fotos: Archiv/Eberth
Um 1930 hat der Major der Landwehr Gustav Fischer dieses Foto von den intakten Gräbern aufgenommen. Fotos: Archiv/Eberth
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Deren Originalgrabmäler wurden 1945/46 von einem betrunkenen GI mit einem Jeep schwer beschädigt und dann beseitigt. Damals traute sich niemand, von der Besatzungsmacht Wiederherstellung der beiden Grabmäler zu fordern. Die Grabstätten befanden sich westlich der früheren Gaststätte "Bellevue", später Firma Hammelmann, wobei die eigentlichen Gräber unversehrt liegen, aber nicht mehr zu erkennen sind (nach Volkmar Csallner).

Erst Jahrzehnte
später wurde ein Gedenkstein in Kreuzform von der Kurverwaltung aufgestellt, allerdings etwa 30 m weiter bergauf. Er trägt in Majuskeln folgende Inschrift: "HIER RUHEN FRIEDR. WILH. V. NOTZ + GROTE + MATHOLDUS UND DREI WEITERE PREUSS. SOLDATEN + SIE FIELEN IN DER SCHLACHT BEI KISSINGEN, DEN 10. Juli 1866".


Fotomappe im Archiv

Das Stadtarchiv Bad Kissingen besitzt eine Fotomappe aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg (um 1930), die der Major der Landwehr Gustav Fischer über die Gräber und Gedenksteine der am 10. Juli 1866 bei Kissingen gefallenen Krieger in und um Bad Kissingen angelegt hat. Er hatte die Grabinschriften festgehalten: "Hier ruht in Gott - Friedrich Wilhelm v. Notz - Fähnrich bei der II. Comp. des XV. Reg., geb. den 8. Jan. 1840 - gefallen für König und Vaterland in der Schlacht bei Kissingen, 10. July 1866". Und der Text auf der Rückseite: "Hier ruhen noch in demselben Grabe - Grote, Tambour und Matoldus, Musketier III. Comp. Inf. Reg. Nr. 15 Prinz Friedrich der Niederlande".

Das Grabmal rechts hatte folgende Aufschrift: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe Joh. K 11, 25 V. Hier ruhen 3 Preußen, gefallen am 10. July 1866."
Gustav Fischer hat die beiden aufwendigen Gräber mit Eisengittern leider im Gegenlicht aufgenommen. Im linken Grab waren der Fähnrich Friedrich Wilhelm von Notz und zwei weitere preußische Soldaten begraben.


Die Mutter bestellte ein Grabmal

Die Mutter des 26-jährigen Fähnrich von Notz ist sofort nach der Todesnachricht nach Kissingen gereist, konnte jedoch dort wegen der Überfüllung mit Militär kein Quartier bekommen. Bei einem zweiten Anlauf ist ihr der Besuch des Grabes gelungen, wobei sie bei einem nicht bekannten Bildhauer, - es müsste Michael Arnold gewesen sein -, das aufwendige Grabmal in Auftrag gab. Bei einem späteren Besuch hat sie sich von dem Kissinger Starfotografen Wilhelm Cronenberg neben dem mit Kränzen geschmückten Grabmal fotografieren lassen. Man sieht, dass der Altenberg damals noch nicht bewaldet war. Bei der Aufnahme von Fischer um 1930 sind dagegen schon die ersten Bäume zu erkennen.
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