Aschach bei Bad Kissingen
Museumsfest

Als der Rohrstock noch für Disziplin sorgte

Das Museumsfest auf Schloss Aschach war auch heuer wieder ein Erlebnis für alle Sinne.
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Historischer Schulunterricht: So richtig lustig war es damals nicht, vermittelt "Dorfschullehrerin" Renate Kiesel. Fotos: Werner Vogel
Historischer Schulunterricht: So richtig lustig war es damals nicht, vermittelt "Dorfschullehrerin" Renate Kiesel. Fotos: Werner Vogel
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Am Vormittag ist sie Carola Gräfin von Luxburg, führt die Besucher im feinen Kostüm und Dauerwelle im Silberhaar durch die hochherrschaftlichen Räume im Schloss. Da gibt sie die Diplomatengattin, die zu repräsentieren hat und gesellschaftliche Verpflichtungen wahrnimmt. Jetzt zeigt Renate Kiesel mit Blümchenbluse, strengem Haarknoten und noch strengerem Blick im Klassenzimmer von anno dazumal mit dem Rohrstock auf die Wandtafel, lässt die kleine Maria das ABC
aufsagen und schulmeistert den vorlauten Hans so, wie es die älteren Besucher noch selbst erlebt haben.
So vielseitig, wie die Museumspädagogin, ihre Kollegin Susanne Bocklet und Museumsleiterin Anette Späth die Führungen im Museum zum Erlebnis werden lassen, so vielfältig ist das Angebot von Geschichte, Erlebnis und Spaß beim Museumsfest im Schlosspark von Aschach. Auch in diesem Jahr strömen die Besucher, lockt der Park, lässt man sich schon vom Ambiente des Ensembles inspirieren, um danach zu staunen, wie es sich in der mondänen Welt des 19. Jahrhundert im Schloss so lebte, was es im Tante-Emma-Laden in den 1960er Jahren zu kaufen gab, um sich dann im Schulmuseum in Erinnerung an die eigene Kindheit nochmal in die Schulbänke zu zwängen.
Die kleinen Museumsbesucher haben derweil Riesenspaß bei den Spielen auf grünem Rasen. Eine lange Murmelbahn wird immer wieder neu verlegt, ungläubige Kinderaugen können es nicht erwarten, bis die Kugel auf Rinnen, durch Röhren, in Kurven, bergauf, bergab und endlich viele Meter weiter hinten langsam ausrollt.


Taschen und Puppen

Julia freut sich weiter oben im Park über den großen Fisch, den sie beim Angelspiel am Haken hat, und in der Museumsscheune zeigt Mila Gerlach stolz ihre Baumwolltasche, die sie mit Blumen und einem roten Herz bedruckt hat. "Es war so schön im vorigen Jahr, da wollte ich auf jeden Fall wieder hin", verrät die kleine Künstlerin die mit ihrem Papa aus Hammelburg gekommen ist. Aber schon lockt im kleinen Schloss das Puppenspiel mit dem Lari-Fari Puppentheater. Auch hier ist jeder Platz besetzt, da warten die Eltern doch lieber draußen im Café.
Der Sommertag im Schlosspark verwöhnt alle Besucher mit Maiengrün und duftendem Flieder. Alle Bänke im Park sind besetzt, und die Rast nach dem Museumsbesuch untermalt die Big Band der Musikschule Schweinfurt.
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