Wilfried Weinberg lässt es sich gut gehen. Der 57-Jährige aus Friesland sitzt in seinem gemütlichen Wohnmobil, isst Eierravioli und freut sich auf mehrere Radtouren ab und bis Bad Kissingen. Etwa eine Woche will er auf dem Stellplatz an der "KissSalis"-Therme bleiben. Denn der sei toll. Alles, was er brauche, sei vorhanden.
Nach Bad Kissingen ist der Zahntechniker erneut gekommen, weil er hier einmal zur Kur war ("hat mir sehr gut gefallen). Und dieser Aufenthalt dürfte auch nicht der letzte sein.

Bushaltestelle nebenan


Gleich nebenan steht das gepflegte fahrende Heim von Adeltraud und Horst Neumann aus Hattingen an der Ruhr. Auch der 74-Jährige ist angetan von dem Platz, den er zum ersten Mal angesteuert hat. An dem sei nichts auszusetzen. Allerdings sei der etwas weit weg vom Stadtzentrum - gerade wenn man nicht gut zu Fuß sei. Aber die Bushaltestelle sei nicht weit, "eine tolle Sache". Die Neumanns sind am Samstag angekommen und wollen eine Woche bleiben. Sie parken hier, weil das nahe bei der Therme und weil es preiswerter ist als auf einem Campingplatz. Begeistert sind sie von Bad Kissingen und den Anlagen. Die Kurtaxe ärgert sie daher nicht wirklich: "Jetzt wissen wir, wofür wir sie bezahlen".
Beatrice und Anton Küng aus Luzern in der Schweiz sind ein Sonderfall: Sie parken zu einem Besuch der Therme, hatten aber Station gemacht auf dem Camping-Park an der Südbrücke. Sie unternehmen eine Tour durch Deutschland. Bad Kissingen, die Menschen, deren Offenheit und das Weinfest hat sie so begeistert, "dass wir eine 'Fränkische Schweiz' gegründet haben". Küng bemängelt an dem Platz an der Therme nur, dass das Gelände überall Gefälle hat. Dafür, so seine Frau, sei die Nähe zur Therme das "Non plus ultra".

Mund-zu-Mund-Propaganda


Andrea Meurer ist als Betriebsleiterin der Therme "Chefin" des Stellplatzes, der den Stadtwerken gehört. Sie habe nicht gedacht, "dass es so einschlägt". Dabei mache man keine große Werbung. Die Qualität des Plätzes spreche sich herum. Es gebe außerdem einen Thermen-Tourismus. Es laufe prima, denn die Gäste "haben hier alles". Die Infrastruktur mit Geschäften und Restaurants in der Nähe sei gut. Der Platz rechnet sich auch für "KissSalis". 2008 gab es 1209 Übernachtungen, 2010 waren es dann fast 4011. Und heuer hat man alleine im Juli 167 Ankünfte gezählt. Andrea Meurer geht von weiteren Steigerungen aus.

"Goldener" Oktober


Die besten Monate seien nicht die Urlaubszeiten, sondern neben dem Oktober der April und der Mai. Bei schönem Wetter gehen die Gäste - "die meisten müssen sich nicht nach den Ferien richten" - in der Rhön wandern und bei Regen in die Therme direkt vor ihrer Autotüre.
An eine Ausweitung wird nicht gedacht. Das wäre auch nicht nicht einfach.Wenn Therme und Stellplätze extrem voll sind, gebe es manchmal Probleme. Von den Parkplätzen aber will man keine weiteren abzwacken, die werden gebraucht für Besucher der Therme. ed