Bad Kissingen
Sicherheit

Allen die Regeln klar machen

Die Diskussion um sexuelle Übergriffe durch männliche Asylbewerber hat auch die Schwimmbäder in der Region erreicht.
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Unter der Überschrift "Sicherheit im Schwimmbad" wird in einem Infoblatt des Hallenbads auf Grundregeln eingegangen. Sexuelle Übergriffe hat es dort nicht gegeben. Foto: Benedikt Borst
Unter der Überschrift "Sicherheit im Schwimmbad" wird in einem Infoblatt des Hallenbads auf Grundregeln eingegangen. Sexuelle Übergriffe hat es dort nicht gegeben. Foto: Benedikt Borst
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In den Schwimmbädern hat es in den vergangenen Jahren keinen Anstieg sexueller Übergriffe gegeben. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Wie gehen die Betriebe im Landkreis mit der Diskussion um sexuelle Übergriffe von männlichen Asylbewerbern und Flüchtlingen um?

Sexuelle Übergriffe hat es im Bad Kissinger Hallenbad nicht gegeben, sagt Roland Bühner, Betriebsleiter des Bads.
Die Badeordnung ist vor ein paar Wochen auch in arabischer Sprache ausgelegt worden. In der Notunterkunft in der Röntgenstraße gibt es ein Informationsblatt. Unter der Überschrift "Sicherheit im Schwimmbad" wird auf Grundregeln eingegangen. Wie: Auf andere Badegäste soll Rücksicht genommen werden, das Personal im Schwimmbad kann angesprochen werden und auf Kinder sei besonders zu achten, was ist erlaubt, was verboten.


Regeln muss man kennen

Die Sicherheitsinfo ist bebildert, das sei univerell zu verstehen. "Wenn jemand die Regeln nicht kennt, kann er sich auch nicht daran halten", sagt Roland Bühner. Einmal sei es vorgekommen, dass sich ein Gast über das Benehmen eines Asylbewerbers beschwert hat, "aber das kommt mit Deutschen genauso vor", sagt er. Sei erst einmal die Sprachbarriere behoben, gebe es keine Probleme.

Genauso setzt auch Jürgen Ankenbrand auf Vorbeugung. Er ist Betriebsleiter der Sinnflut Therme in Bad Kissingen. Am Empfang werden dort seit einem Vierteljahr Sicherheitsregeln in fünf verschiedenen Sprachen herausgegeben. "Menschen aus anderen Regionen kennen nicht, wie wir hier miteinander umgehen", sagt Jürgen Ankenbrand. Das Datenblatt gibt Hinweise zur Gleichberechtigung von Frau und Mann, fordert Rücksichtnahme und die Würde der Persönlichkeitsrechte. "Wir wollen die Leute im Vorfeld informieren und so versuchen, Probleme zu vermeiden. Es weiß nicht jeder, wie Bäder hier in Deutschland funktionieren." Sexuellen Übergriffe habe es keine gegeben, sagt Jürgen Ankenbrand. Sein Personal sei generell darauf geschult, wie sie in so einer Situation reagieren sollen. Eine Fortbildung sollte sie zusätzlich sensibilisieren, noch aufmerksamer damit umzugehen und noch genauer hinzuschauen.


Mehr Aufsichtspersonal in Bädern

In München hat sich die Zahl der Übergriffe in den vergangenen drei Jahren kaum verändert. Nach Angaben der Stadtwerke registrierte die Polizei im Jahr 2013 dort 19 Sexualdelikte, 2014 waren es zwölf. Im vergangenen Jahr wurden 19 Fälle zur Anzeige gebracht. In allen drei Jahren wurde die Hälfte der Übergriffe von Ausländern, die andere Hälfte von Deutschen begangen.

In vielen anderen Städten ist die Zahl dagegen noch niedriger. Im vergangenen Jahr gab es in Nürnberg, Regensburg, Ingolstadt und Passau keine registrierten sexuellen Übergriffe.

Dennoch reagieren die Bäder auf die aktuellen Medienberichte mit Vorsichtsmaßnahmen. "Wir haben zu gewissen Stoßzeiten mehr Aufsichtspersonal", sagte Gerhard Albert von der Stadt Nürnberg auf Anfrage. Ansonsten habe man nichts verändert. Dennoch habe es besonders seit den Taten von Köln vermehrt Sorgen gegeben, so Albert. Vor allem weibliche Besucher fühlen offenbar ein gewisses Unbehagen. Sie hätten sich über Blicke beschwert oder über Männergruppen, die sich bei der Damendusche aufhielten. Dabei seien sowohl Flüchtlinge als auch Deutsche verdächtig gewesen, betont Albert. "Den genauen Status der Personen nehmen wir ohnehin nicht auf", sagt er.

Betrachtet man "die Fallzahlen der Sexualdelikte mit Tatörtlichkeit Badeanstalt, Freibadplatz oder Badestrand", wie es in Polizeisprache heißt, im Regierungsbezirk Unterfranken, sind im Jahr 2014 der Polizei fünf Fälle bekannt. Im Jahr 2015 sind die Zahlen in diesem Bereich beziehungsweise bei Beleidigungen auf sexueller Grundlage allerdings steigend, wie Michael Zimmer, Polizeisprecher in Unterfranken, mitteilt, liegen jedoch noch im einstelligen Bereich. "Dabei steigen auch die Fallzahlen mit Zuwanderern als Tatverdächtige in den unteren beziehungsweise mittleren einstelligen Bereich", so Zimmer.

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