Das Fest war gleichzeitig verbunden mit der Eröffnung des "Grünen Klassenzimmers" und war der Startschuss zur Benefiz-Mountainbiketour "Radeln für die Katz - Auf den Spuren des Wildkatzenwegeplanes".

"Der Wildpark Klaushof hat sich im Lauf der Jahre vom reinen Tierpark zu einer Bildungseinrichtung gewandelt", so Bürgermeister Peter Deeg (CSU). Das "grüne Klassenzimmer", das hier entstanden sei, sei eine tolle Leistung, denn so könnten Schul- und Kindergartengruppen die Natur am besten kennenlernen. Auch auf die Wildkatzenbenefiztour ging Peter Deeg ein. Sie startet im Kissinger Wildpark und führt in sieben Tagen über die Rhön bis in den thüringer Nationalpark Hainich, immer auf den Spuren der Wildkatze. Die Tour soll aufzeigen, wo die Auswilderung der Wildkatze auf natürliche Grenzen, wie große zusammenhängende Acker- und Wiesenflächen trifft. Und noch einen Aspekt griff der Mediziner Deeg an: Da die Mäuse im Wald kaum noch natürliche Feinde haben, seien sie stark verbreitet und mit ihnen das Hantavirus, mit dem viele von ihnen infiziert seien. So könne man ohne Weiteres die Auswilderung der Wildkatzen auch unter dem "Gesundheitsaspekt" sehen.

"Die Wildkatze braucht beim Auswildern Korridore zum Austausch untereinander", so der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Hubert Weiger. Der BUND sehe nach der fast völligen Ausrottung der Wildkatze nun das Auswildern dieser Tierart als eine Art "Widergutmachung an der Natur", so Weiger. Thomas Heine, an der Universität Würzburg zuständig für die Lehrerausbildung, betonte in seiner Rede, dass das "grüne Klassenzimmer " nicht nur fest in den Lehrplan mitaufgenommen wurde, er werde schon bald mit 60 Lehramtsanwärtern und ebenso viel Kindern den Wildpark Klaushof besuchen, denn "vieles lerne man nicht mit Kreide an der Tafel, sondern hier im Klaushof".


Engagement des Stadtförsters



Der "Probelauf für das grüne Klassenzimmer ist die Errichtung des Hauses für verletzte Greifvögel gewesen", so Franz Zang, der örtliche Vertreter des BUND-Bayern. Etliche Einzelpersonen, Firmen und Institutionen hätten da bereits ihr Gesellenstück geliefert, dieses Jahr jedoch sei das "grüne Klassenzimmer" ein besonderes Ausrufezeichen, zu dem - wie bei den anderen Projekten - Stadtförster Axel Maunz entscheidenden Anteil habe.

Trotz des strömenden Regens ließen es sich weder EU-Abgeordnete Anja Weisgerber (CSU), noch Ekke Haupt als Vorsitzender des Fördervereins Wildpark Klaushof nehmen, ihre Gedanken zum "grünen Klassenzimmer" und zur Wildkatzenauswilderung zu erläutern. Der abschließend geführten Expedition zur Schaufütterung von Fischotter, Luchs und Wildkatze schloss sich nur noch eine kleine Gruppe Tapferer an, die dem Regen trotzten. Zuvor waren bereits die Kissinger Mountainbiker zu ihrer Tour gestartet.

Etwas enttäuschte Gesichter gab es auch bei all jenen, die mit ihren Ständen auf ihr Naturschutzanliegen im Wildpark hinweisen wollten - aber egal ob Waldkindergarten, Jagdverband, Pfadfinder, Staatsforsten oder Kissori-Lernzentrum, an solch einem verregneten Tag fühlte sich nur der Fischotter wirklich pudelwohl.