Bad Kissingen
Rosengarten

Ab Juni soll die Fontäne leuchten

Mit einem offiziellen Spatenstich wurde die Modernisierung des Springbrunnens im Bad Kissinger Rosengarten auf den Weg gebracht. Noch in dieser Woche werden Bohrpfähle gegossen, bis Weihnachten entsteht die Zufahrt.
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Rainer Maul (links), der Fahrer des Großbohrgerätes der Firma Kirchner, erläutert dem Bad Kissinger Oberbürgermeister Kay Blankenburg die Instrumente im Führerhaus. Fotos: Ralf Ruppert
Rainer Maul (links), der Fahrer des Großbohrgerätes der Firma Kirchner, erläutert dem Bad Kissinger Oberbürgermeister Kay Blankenburg die Instrumente im Führerhaus. Fotos: Ralf Ruppert
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Die Stadt hat lange auf den Förderbescheid gewartet, jetzt muss es schnell gehen: Der Rosengarten ist bereits leer geräumt, noch in dieser Woche sind die ersten Beton-Arbeiten geplant. Das große Ziel: Der Rosengarten soll bis Ende Mai in neuem Glanz erstrahlen. Viel zu sehen wird dann von der 2,76 Millionen Euro teuren Modernisierung gar nicht sein: "Im Prinzip bleibt alles so, wie es ist", fasst Thomas Hornung von der Tiefbauabteilung der Stadt Bad Kissingen die Gestaltung zusammen.
Notwendig wurde die Modernisierung laut Stadt vor allem wegen der maroden Technik. Viel Geld wird deshalb im Untergrund vergraben: Als erstes entsteht ein neues Technikgebäude. Gestern begann ein riesiger Bohrer mit der Gründung. Eine so genannte Bohrpfahlwand verhindert das Abrutschen der Ludwigstraße. 13 Löcher sind dazu bis in eine Tiefe von zwölf Metern notwendig. Sie werden dann bis rund eineinhalb Meter unter Straßenniveau mit insgesamt 70 Kubikmeter Stahl-Beton gefüllt.
"Das machen wir als erstes, damit der Beton über den Jahreswechsel aushärten kann", berichtet Hornung. Im neuen Jahr könne dann der Platz für das Technikgebäude ohne weitere Sicherungsmaßnahmen abgegraben werden. Das Gebäude werde zudem an den Bohrpfählen verankert, damit es bei Hochwasser nicht aufschwemmt. Die hintere Hälfte des Gebäudes wird also von der Terrasse entlang der Ludwigstraße überdeckt, vorne ragt es rund zweieinhalb Meter in den Rosengarten hinein. "Die Front wird in der Art der jetzigen Mauer gestaltet", kündigte Hornung an. Bereits vor Baubeginn gab es Kritik an der geplanten Rampe als Baustellen-Zufahrt: Parallel zum Promenadenweg wird die südöstlichen Ecke vorübergehend bis auf Höhe zur Ludwigsstraße aufgeschüttet. Zur Vorbereitung wurde bereits ein Kanal erneuert und die Balustrade zum Teil abgebaut.
"Die Rampe ist die günstigste und sicherste Lösung", verteidigte Hornung die Maßnahme. Die Alternative sei, dass alle Baustellenfahrzeuge sonst die enge Zufahrt zwischen den Hochwasserschutz-Elementen verwenden und die Promenade ertüchtigt werden müsste. Die Gefahr einer Beschädigung sei zu hoch. Zudem soll während der Bauphase die Hochwasser-Schutzwand aufgebaut werden, um die Innenstadt vor Überschwemmungen zu schützen. Auflage des Wasserwirtschaftsamtes sei auch, dass der Oberboden nicht vor Ort gelagert wird.


Bunte Palmettenfontäne

Auch wenn sich an der Gestaltung nicht viel ändert: "Der Rosengarten wird noch schöner als der alte war", betonte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) beim offiziellen Spatenstich, und: "Bad Kissingen bekommt ein echtes Alleinstellungsmerkmal." Erneuert wird nicht nur das fünfeckige Becken mit einer Grundfläche von rund 650 Quadratmetern, sondern auch die gesamte Technik. LED-Schweinwerfer werden in Zukunft die markante Palmettenfontäne bunt ausleuchten.
Höhepunkt des neuen Rosengartens wird jedoch eine 30 Meter breite und 15 Meter hohe Wand aus Sprühnebel sein, auf den Bilder und Filme projiziert werden können. Hornung zeigte beim Spatenstich Bilder vom Probelauf: Der Beamer kann Schriftzüge, Bilder, Mitschnitte von Konzerten im Regentenbau und vieles mehr in die Wasserwand zeichnen.
"Das alles ist nur möglich durch die 75-prozentige Förderung", dankte OB Blankenburg für die Unterstützung durch den Freistaat Bayern. Der Rosengarten wird über ein Sonderprogramm für Kuranlagen bezuschusst. Blankenburg ist sich sicher, dass sich diese Investition lohnt und viele Gäste in die Stadt lockt, "die hoffentlich dann auch viel Geld hier lassen".


5800 Rosen in 150 Sorten

Nach dem Bau der Bohrpfahlwand und der Rampe wird es eine Weihnachtspause geben. Je nach Witterung soll es gleich ab Januar mit dem Bau des Technikgebäudes und dem Graben der Leitungstrassen weitergehen. Zudem sollen das Becken erneuert und sämtliche Wege neu angelegt werden. Eingebaut wird auch eine neue Bewässerungsanlage, die die Arbeit der Kurgärtnerei erleichtert. Im Frühjahr werden 5800 Rosen in 150 Sorten neu gepflanzt. Parallel dazu saniert die Staatsbad GmbH den Pavillon an der Ludwigsbrücke. "Wir ermitteln gerade, was dort alles zu machen ist", berichtete Kurdirektor Frank Oette auf Nachfrage.

Lage Der engere Rosengarten ist rund zweieinhalb Hektar groß. Die dreieckige Anlage wird durch Ludwigstraße, Saale und Salinenpromenade begrenzt und geht im Norden in den Promenadenweg über. Insgesamt sind dort rund 10 000 Rosen gepflanzt, davon knapp 6000 im engeren Bereich.

Entstehung Das erste "Rosarium" entstand 1913 parallel zur Errichtung des Regentenbaus. Damals wurden Beete und Wege angelegt, die Geometrie blieb bis heute im Wesentlichen unverändert, lediglich eine Bazar-Reihe und eine Pergola verschwanden später.

Erweiterungen In den 1930er Jahren wurde ein erster Brunnen mit Fontäne eingebaut. 1957 entstand das fünfeckige Becken mit der markanten Palmettenfontäne.


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