Rottershausen
Bewährt

60-Jähriges Jubliäum vom THW Bad Kissingen

Das Technische Hilfswerk (THW) Bad Kissingen wurde vor 60 Jahren gegründet. Am Freitag wird gefeiert.
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Eine Großübung mit anderen Katastrophenschutzeinheiten fand 1971 im Steinbruch Ramsthal statt. Foto: privat
Eine Großübung mit anderen Katastrophenschutzeinheiten fand 1971 im Steinbruch Ramsthal statt. Foto: privat
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Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ist der Zusammenschluss von Menschen, die sich mit großer Hingabe, persönlichem Einsatz und anspruchsvoller Ausstattung der Aufgabe stellen, technische Hilfe in Notsituationen zu leisten. 1950 erteilte der damalige Bundesinnenminister Gustav Heinemann Otto Lummitzsch den Auftrag, mit den Vorbereitungen zur Aufstellung einer freiwilligen technischen Hilfsorganisation zu beginnen.
Drei Jahre später, im Juni 1953, wurde der Ortsverband Bad Kissingen gegründet. Jetzt feiert er sein 60-jähriges Bestehen.

Über die Gründerversammlung am 22. Juni existiert kein Protokoll. Technischer Oberamtsrat Fritz Engmann wurde damals zum ersten Ortsbeauf tragten gewählt. Der Aufbau des THW Bad Kissingen war in der Nachkriegszeit genauso schwierig wie der Aufbau der anderen Ortsverbände in Bayern, bzw. in der Bundesrepublik. Sofort nach der Gründung gehörte der Ortsverband zum Geschäftsführerbereich Schweinfurt. Nach der Neukonzeption 1995 wurde der Ortsverband Bad Kissingen mit zehn anderen unter- und oberfränkischen Ortsverbänden dem Geschäftsführerbereich Bamberg zugeteilt.

Der Ortsverbandsführung gehörten der Ortsbeauftragte, Verwaltungshelfer und der Schirrmeister an. Dieser Führung unterstanden der Bergungszug mit zwei Bergungsgruppen und eine Gerätegruppe sowie der Instandsetzungszug mit den Elektro-, Gas-, Wasser- und Abwasser-Ölschadengruppen. Heute gibt es den Technischen Zug mit dem Zugtrupp, der 1. Bergungsgruppe, der 2. Bergungsgruppe (als Basiseinheit) und der Fachgruppe Infrastruktur. Für die Ortsverbandsführung wurde ein Stab mit Ortsbeauftragtem, stellvertretendem Ortsbeauf tragten, Ausbildungsbeauftragtem, Verwaltungshelfer, Jugendbetreuer, Helfer für Öffentlichkeitsarbeit, Schirrmeister und Koch aufgestellt. Angegliedert an den Stab sind die 1995 gegründete Jugendgruppe und die Grundausbildung. Bauhof Bad Kissingen.

Die erste Unterkunft des THW Bad Kissingen war bis 1961 in der alten Bauhofbaracke in der Salinenstraße 5. Weitere Stationen waren das Anwesen "Fell & Schneider" in der Maxstraße und der städtischen Bauhof Bad Kissingen. Die Einsatzfahrzeuge befanden sich beim Ortsverband Hassfurt und später in einer angemieteten Halle in Maßbach.

Domizil in Rottershausen

Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Ortsverbandes Bad Kissingen war die Entstehung einer eigenen Unterkunft 1984 in der Waldsiedlung Rottershausen. Das Gebäude, ein ehemaliger Wehrmachtsbau einer Munitionslagerstätte aus dem 2. Weltkrieg, bot sich als ideale Lösung an und war die Basis für weitere Ausbaumaßnahmen. In diesem Jahr wurde auch zum Zweck der Förderung des Technischen Hilfswerkes der Verein der "Helfer und Förderer des THW Bad Kissingen e.V." gegründet. Er unterstütze wichtige Anschaffungen wie die eines Gerätekraftwagens, der auch noch heute seinen Dienst zuverlässig verrichtet. Bis zum 40-jährigen Bestehen des THW wurden Turm und Trümmerstrecke, ein Rohrgrabensystem für die wirklichkeitsgetreue Ausbildung der Fachgruppen Elektro, Gas/Wasser und Abwasser/ Ölschadensbekämpfung geschaffen. Im neuen Jahrtausend wurde dem Ortsverband Bad Kissingen ein neues Zug truppfahrzeug überstellt, das besonders bei den Autobahnbereitschaftsdiensten von großem Nutzen ist.

Übungen unter realistischen Bedingungen haben beim THW immer eine große Rolle gespielt. Denn die Helfer mussten sich bei ihren Ernstfalleinsätzen oft mit außergewöhnlichen Situationen auseinandersetzen. Wie am 8. Juni 2001, als bei Engenthal ein Fahrzeug der amerikanischen Streitkräfte von einem Waldweg abkam und auf darunterliegende Häuser abzustürzen drohte.

Auch im Ausland im Einsatz

Für die Frauen und Männer des THW ist es mittlerweile selbstverständlich, nicht nur bei Notfällen in der eigenen Umgebung zu helfen. Den ersten Auslandseinsatz, ein Hilfstransport mit den Maltesern nach Arad in Rumänien, fuhr neben anderen Richard Mauler im März 1990. Jürgen Herold war 1992 mit der "Transportgruppe humanitäre Hilfe THW Bayern" nach Rostov na Donu in Nordossetien unterwegs. Die Hilfstransporte des Kreisjugendringes mit THW-Fahrzeugen fuhren nach Butscha, in die Ukraine. Bei der größten Flutkatastrophe Deutschlands 2002 kam auch der Ortsverband Bad Kissingen mit 21 Helfern zum Einsatz. Die Elbdeiche bei Dessau mussten gesichert werden. Mit der Eröffnung der Autobahn A 71 kamen neue Aufgaben auf das THW zu. Noch bevor die ersten Autos rollten, wurde ein Massenunfall inszeniert und bewältigt.

60 Jahre THW Bad Kissingen sind eine Erfolgsgeschichte. Der Fortbestand der helfenden Truppe steht nicht zur Disposition. Aber Ortsbeauftragter Helmut Rink macht sich Sorgen um den Nachwuchs: Als es die allgemeine Wehrpflicht noch gab, konnte man als Alternative einen mehrjährigen Einsatzdienst beim THW wählen. Rink: "Die Leute sind dann meistens auch geblieben. Aber jetzt müssen wir ganz intensiv Werbung betreiben."

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