Bisher war geplant, die Freipumpe - wie alle Jahre wieder - lediglich sandzustrahlen und neu zu streichen. Doch das hätte auf Dauer nicht gut getan. Der Eigentümer, die Immobilien Freistaat Bayern (ImBy), und das Staatliche Bauamt in Schweinfurt hatte ein Einsehen und erkannt, dass Streichen alleine nicht reicht, so Erwin Full und Horst Schmitt vom Bauamt.

"Die Pumpe soll wieder perfekt dastehen," sagt Full. Das bedeutet auch den Austausch maroder Gusseisen-Teile. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege lassen sich Fachfirmen finden, die solche Teile noch herstellen können. Auch am Triebwerkskanal hat der Zahn der Zeit erheblich geknabbert, Steine gelockert und Bäumchen in den Mauerfugen eine Chance zum Wachstum gegeben. Mit 100.000 Euro rechnet das Hochbauamt für die Sanierung der Freipumpe samt Kanal. Die Planung läuft derzeit. Das Geld ist bewilligt.


Viel zu tun



Doch es gibt noch mehr zu tun auf der Pumpeninsel. Das neben der Freipumpe stehende, eingehauste Pendant arbeitet zwar noch regelmäßig und befindet sich in gutem Zustand. Nicht aber dessen Triebwerkskanal. Schon seit Jahren ist bekannt, dass der überbaute Kanal einsturzgefährdet ist. Eine Absperrung soll verhindern, dass im Falle des Falles Menschen zu Schaden kommen.

Die Planungen für eine Sanierung wurden allerdings 2009 gestoppt. Grund waren die Arbeiten am Runden Brunnen. Derzeit nämlich wird die Hauspumpe noch gebraucht, um das Wasser des Runden Brunnens in den Hochbehälter zu befördern. Künftig soll das mit einer elektrischen Pumpe geschehen. Warum also diesen Kanal für 200.000 bis 300.000 Euro sanieren, wenn er nicht mehr benötigt wird?, fragte sich der Eigentümer Freistaat.
Zuerst war sogar daran gedacht, den Kanal ganz zu verfüllen, wenn die Elektropumpe einmal läuft. Doch schließlich kristallisierte sich eine andere Lösung heraus: Erhalt des Tunnel-Mundes auf einige Meter, sodass die denkmalgeschützte Optik erhalten bleibt, und Verrohrung des restlichen Kanals. Das würde erheblich billiger kommen als erstere Lösung und zumindest ein "Schaulaufen" der Hausturbine ermöglichen.


Ein Wasserrad zu Schauzwecken



Doch dann folgte ein weiterer Aspekt: Mühlenbauer Walter Schuhmann aus Albertshausen plant auf der Pumpenareal die Errichtung eines großen Wasserrades zu Schau- und Forschungszwecken. Bisher allerdings liegt bei der Stadt kein Baugesuch vor, das letzte Wort in Sachen Wasserrad ist noch nicht gesprochen.

Käme das Wasserrad, dürfte der einsturzgefährdete Kanal der Hauspumpe nicht komplett verrohrt werden, es müsste ein Stückchen offen liegen, um das Rad antreiben zu können.

Inzwischen kann das Gewölbe des Kanals jederzeit einbrechen. "Wir müssen tätig werden," sagen Full und Schmitt. Deshalb wird das Staatliche Bauamt noch einmal auf die ImBy zugehen um zu eruieren, was nun geschehen soll. Denn wenn der Kanal einmal bis kurz vor den Tunnel verrohrt ist, wäre das Wasserrad laut Full gestorben.

Während die Planung für die Sanierung der Freipumpe bereits läuft, ist das Bauamt in Sachen Triebwerkskanal Hauspumpe noch im Vorplanungsstadium. Aber Full und Schmitt sind der Auffassung, dass es ideal wäre, beide Maßnahmen zusammen zu erledigen. Möglichst im kommenden Jahr.


Blick in die Geschichte



Die Freipumpe oder Solehebemaschine stammt aus dem Jahr 1848 und läuft während der Saison nur noch zu Schauzwecken. Ihre Hauptaufgabe war einst das Umwälzen der Sole mit fünf der acht Kolben in das obere Leitungssystem des Gradierbaus. Das wird längst von einer Elektropumpe erledigt. Ein weiterer Kolben drückte die nach dem Gradieren gesättigte Sole in das Salzhaus. Außerdem wurden das Hochreservoir des Gradierbaus mit Süßwasser für das längst abgerissene Salinenbad und die ehemalige Wäscherei bedient. Die Hauspumpe aus dem Jahr 1883 saugt die Sole des Runden Brunnens an und pumpt das Wasser ins Reservoir. Sie wird demnächst durch eine Elektro-Pumpe ersetzt.