Bad Kissingen
Sanierung

15.000 Euro Spenden für den Alten Reitersteg

20.000 Euro Spenden sollten für den Erhalt des Alten Reiterstegs gesammelt werden. Ganz so viel sind es bislang nicht. Oberbürgermeister Kay Blankenburg kommt den Befürwortern entgegen und will das Thema nochmal dem Stadtrat vorlegen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Anwohnerin Maria Weitenberg kämpft für die Sanierung der baufälligen Brücke am Tattersall.  Foto: Benedikt Borst
Anwohnerin Maria Weitenberg kämpft für die Sanierung der baufälligen Brücke am Tattersall. Foto: Benedikt Borst
+2 Bilder
Drei Wochen vor den Wahlen kommt Bewegung in ein Thema, das zuletzt in Vergessenheit geraten war: Der Alte Reitersteg, der auf Höhe des Tattersalls über die Saale führt, bekommt eine Chance. Der von Bürgern gegründete Verein "Erhalt des Reiterstegs" hat 15 000 Euro Spenden für die Sanierung des maroden Bauwerks gesammelt. Das teilte der Vorsitzende Michael Thomas auf Anfrage mit. "15.000 Euro als Beteiligung der Bürger sind da", sagt Thomas. Er habe zwar mit mehr Geld gerechnet, weil er davon ausgegangen sei, dass mehr Kleinbeträge eingehen. Das sei aber nicht eingetreten. Er werde vorerst weiter sammeln.

Stadtrat soll entscheiden

Thomas hat Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) über die Summe informiert. Blankenburg reagiert auf den neuen Sachstand und verspricht, dass der Stadtrat nochmal über Erhalt oder Abriss des Stegs entscheidet. "Die Tatsache, wie viel Geld zusammen gekommen ist, zeigt die Ernsthaftigkeit der Bürger", sagt der Oberbürgermeister. Es gebe einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung. Zwar könne die Stadt viel Geld sparen, wenn die Brücke abgerissen wird, aber "letztlich ist der Bürger der Souverän", so Blankenburg. Er betonte, dass die Stadt dann an anderer Stelle sparen müsse.

Vor zwei Jahren wurde die veraltete Brücke aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Stadtrat war mit breiter Mehrheit dafür, den Steg aus Kostengründen abreißen zu lassen. Das Bauamt schätzte, dass eine Teilsanierung um 30.000 Euro teurer käme als ein Rückbau.

Bürger kämpfen für den Steg

Das wollten jedoch einige Bürger wie Maria Weitenberg nicht hinnehmen und protestierten. "Von heute auf morgen war der Steg geschlossen. Da habe ich gedacht, das darf ja wohl nicht wahr sein", sagt die Anwohnerin rückblickend. Weitenberg schätzt den Steg, weil er idyllisch liegt und zudem eine schnelle Verbindung zwischen Innenstadt und Au darstellt. Sie nutzte ihn früher regelmäßig für ihre Ausflüge ins Grüne. Deshalb half sie, Unterschriften zu sammeln. 1574 Menschen unterstützten die Unterschriftenaktion. Aus dieser Initiative entstand schließlich der Verein und die Spendenaktion, die bis jetzt 15 000 Euro eingenommen hat.

Aufgrund des Protestes überdachte die Stadt ihre Position und ließ eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Steges vorerst offen. Blankenburg vereinbarte mit Michael Thomas, dass der Verein 20 000 Euro Spenden sammeln solle. Dann werde nochmals im Stadtrat über die Angelegenheit beraten. Insofern zeigt sich Blankenburg jetzt bei der Marke von 15.000 Euro entgegenkommend.

Ein Wahlkampfmanöver? Ja, denkt zumindest Michael Thomas. "Es kann durchaus durch die Wahl beeinflusst sein. Aber das ist ja nichts schlechtes", sagt er. "Wir warten jetzt ab, was passiert und wer Oberbürgermeister wird."

Doch ein Kurswechsel, ist auch im Falle eines Amtswechsels unwahrscheinlich, denn auch CSU-Oberbürgermeisterkandidat Michael Heppes befürwortet die Sanierung. "Ich halte die Anbindung in die Au für sehr wertvoll", sagt Heppes. Er ist der Ansicht, dass auch eine günstigere Möglichkeiten bei der Sanierung gefunden werden kann, etwa wenn statt einer Bogenkonstruktion, eine flache Konstruktion verwendet wird. Die dürfe natürlich den Dampferle-Verkehr nicht behindern. Heppes habe von dritter Seite Schätzungen von 50.000 Euro für eine Sanierung gehört. "Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, sich konkrete Angebote zu holen", fordert er.

Laut Blankenburg werde man nach günstigeren Lösungen suchen. "Leider ist mein Kenntnisstand, dass die Zahl 90.000 Euro verlässlich ist", sagt er. Gleich, wer nach den Wahlen Bürgermeister ist, und wie viel die Sanierung eventuell kostet. Michael Thomas und Maria Weitenberg freuen sich über die Dynamik kurz vor den Wahlen.





Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren